Bio-Boom, Deutschland

Bio-Boom in Deutschland: Heimische Erzeuger können Nachfrage nicht decken

11.02.2026 - 00:41:12

Die steigende Nachfrage nach Bio-Gemüse übertrifft das Wachstum der deutschen Anbauflächen deutlich. Dies erhöht die Importabhängigkeit und gefährdet das politische Ziel von 30 Prozent Öko-Landbau bis 2030.

Die Nachfrage nach Bio-Gemüse in Deutschland wächst schneller als die heimische Produktion. Das gefährdet die regionale Versorgung und macht den Markt abhängiger von Importen.

Bio-Umsatz steigt, Anbauflächen wachsen zu langsam

Deutsche Verbraucher geben immer mehr für Bio-Lebensmittel aus. Allein 2024 lag der Umsatz bei rund 17 Milliarden Euro – ein Plus von fast sechs Prozent. Besonders gefragt sind Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau.

Doch die heimischen Anbauflächen wachsen nicht im gleichen Tempo. Experten warnen: Ohne politische Gegenmaßnahmen wird die Abhängigkeit von Importen weiter zunehmen. Schon jetzt reicht die eigene Produktion bei vielen Produkten nicht aus.

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Die steigende Abhängigkeit von importiertem Bio-Gemüse bringt nicht nur Versorgungsrisiken, sondern auch neue EU-Pflichten entlang der Lieferkette. Die EU-Entwaldungsverordnung verlangt von Händlern und Importeur:innen, Herkunft und Sorgfaltspflichten nachzuweisen – wer unvorbereitet ist, riskiert Sanktionen. Ein kostenloser Leitfaden erklärt, welche Produkte betroffen sind, wie Sie Ihre Lieferketten prüfen und enthält eine praktische Checkliste für die Risikobewertung. Ideal für Erzeuger, Händler und Beschaffer, die auf verantwortungsvolle Bio‑Lieferketten setzen. Jetzt kostenlosen Entwaldungs-Verordnung-Leitfaden herunterladen

Selbstversorgung: Nur jedes dritte Gemüse kommt von hier

Die Zahlen sind eindeutig: Deutschland kann sich nur zu etwa einem Drittel mit eigenem Gemüse versorgen. Bei Obst liegt der Selbstversorgungsgrad sogar nur bei rund 20 Prozent. Den Großteil des Bedarfs decken Importe.

Bei Bio-Produkten ist diese Lücke besonders groß. Um die Nachfrage zu befriedigen, muss Ware aus Ländern wie Spanien, den Niederlanden oder Italien eingeführt werden. Ernteausfälle im Inland, etwa bei Bio-Möhren, verschärfen die Situation kurzfristig.

Warum stellen nicht mehr Bauern auf Bio um?

Für Landwirte ist die Umstellung auf Öko-Landbau ein finanzielles Wagnis. Sie müssen hohe Investitionen stemmen und durch eine zweijährige Vorleistungsphase, in der sie bereits nach Bio-Richtlinien wirtschaften, aber noch nicht teurer verkaufen können.

Dazu kommen:
* Fehlende Planungssicherheit und starker Preisdruck
* Verbraucher, die in der Inflation oft zu günstigeren, konventionellen Produkten greifen
* Strenge EU-Vorgaben, wie die verschärfte Weidepflicht für Bio-Rinder, die manche Betriebe zur Aufgabe der Zertifizierung zwingen

Politik unter Druck: 30-Prozent-Ziel rückt in Ferne

Die Bundesregierung hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2030 sollen 30 Prozent der Agrarflächen ökologisch bewirtschaftet werden. Die aktuelle Entwicklung lässt diesen Plan unrealistisch erscheinen.

Branchenverbände fordern deshalb bessere Rahmenbedingungen. Dazu zählen mehr finanzielle Unterstützung für umstellungswillige Betriebe und die verbindliche Förderung von Bio-Kost in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Kitas.

Innovation und verlässliche Politik als Ausweg

Kann die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit noch geschlossen werden? Experten setzen auf Innovationen in der ökologischen Züchtung und Pflanzenzucht. Fachveranstaltungen wie eine Tagung zur Bio-Gemüsezüchtung Ende Februar sollen den Austausch vorantreiben.

Langfristig entscheidend wird aber sein, ob die Politik den Landwirten verlässliche Perspektiven bietet. Nur so lassen sich regionale Wertschöpfungsketten stärken und die Abhängigkeit von globalen Lieferketten verringern.

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