Ausstand bei Coca-Cola beginnt im Norden - Streit um Lohn
20.10.2025 - 14:22:37 | dpa.de(neu: mehr Details)
BREMEN (dpa-AFX) - Warnstreik bei Coca-Cola US1912161007 im Norden: Weil es in der Tarifrunde mit dem GetrĂ€nkekonzern hakt, hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-GaststĂ€tten (NGG) heute die Mitarbeiter in Norddeutschland zum Ausstand aufgerufen. "Der Warnstreik hat planmĂ€Ăig um 6 Uhr begonnen", sagte Lena Lange, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der NGG-Region Hannover.
16 Stunden lang soll an den vier Standorten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Arbeit ruhen, wie die Gewerkschaft ankĂŒndigte. Betroffen sind die AbfĂŒllbetriebe in Hildesheim, LĂŒneburg und Mölln sowie der Logistikstandort Achim bei Bremen. Die vier Standorte haben nach Angaben der NGG zusammen etwa 1.200 Mitarbeiter, davon knapp die HĂ€lfte in Hildesheim. In Bremen gab es am Vormittag eine zentrale Streikkundgebung.
Mit gröĂeren Auswirkungen auf die Produktion rechnete Coca-Cola nicht. "Aktuell gehen wir nicht davon aus, dass die Auswirkungen der Warnstreiks zu EngpĂ€ssen bei der WarenverfĂŒgbarkeit fĂŒhren werden", sagte eine Sprecherin auf Anfrage. "Lieferungen an Kunden werden jedoch teilweise verschoben."
Ausstand soll bundesweit ausgeweitet werden
Laut NGG ist es der Auftakt zu einer bundesweiten Warnstreikwelle an allen Coca-Cola-Standorten in Deutschland. Hintergrund ist die schwierige Tarifrunde bei dem GetrÀnkeriesen. Mit den Arbeitsniederlegungen will die Gewerkschaft vor der zweiten Tarifrunde den Druck erhöhen.
Die erste Verhandlungsrunde am 10. September war ohne Ergebnis geblieben. Das Angebot des Unternehmens, die Löhne erst 2026 um 1,5 Prozent zu erhöhen, bezeichnete Lange als "Provokation". Die Gewerkschaft fordert dagegen rĂŒckwirkend zum 1. September fĂŒnf Prozent mehr Lohn plus 150 Euro als Sockelbetrag.
Coca-Cola verweist auf Lohnerhöhung im MÀrz
"FĂŒr 2025 hat es bereits eine Lohnerhöhung gegeben", sagte eine Sprecherin. Seit MĂ€rz sei schon eine Erhöhung um rund 3,5 Prozent oder monatlich 170 Euro umgesetzt worden. Dabei handelt es sich laut NGG um die letzte Stufe des vorigen Tarifabschlusses.
"In den vergangenen erfolgreichen Jahren haben wir die Leistungen unserer Belegschaft mit hohen EntgeltabschlĂŒssen anerkannt", so Kathrin Flohr, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Personal und Arbeitsdirektorin bei Coca-Cola Europacific Partners Deutschland. "Diese höheren Personalkosten tragen wir dauerhaft - in erfolgreichen Jahren genauso wie in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wie diesen."
Das aktuelle Angebot habe man daher bewusst so gestaltet, "dass es sowohl die aktuell herausfordernde wirtschaftliche Lage als auch die bereits geleisteten hohen EntgeltabschlĂŒsse der vergangenen Jahre berĂŒcksichtigt". Es handele sich dabei um ein "wirtschaftlich tragfĂ€higes Angebot", das auch den hohen AbschlĂŒssen der Vorjahre Rechnung trage.
Drohung mit Streikausweitung
Die nĂ€chste Verhandlungsrunde ist fĂŒr den 10. November in Hamburg geplant. Das Treffen ist auf drei Tage bis 12. November angesetzt. "Wenn die Arbeitgeber sich dann nicht bewegen, werden wir so lange weiterstreiken, bis die BeschĂ€ftigten bekommen, was ihnen zusteht", sagte NGG-Vize und VerhandlungsfĂŒhrer Freddy Adjan.
Coca-Cola betreibt nach eigenen Angaben bundesweit 24 Standorte, darunter 13 AbfĂŒllbetriebe. Zusammen kommen sie laut NGG auf 6.000 Mitarbeiter.
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