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Brent-Rohöl bei 113 Dollar: Trumps Ultimatum und Irans Gegenandrohung treiben Preise

23.03.2026 - 08:17:51 | ad-hoc-news.de

US-Präsident Trump droht mit Angriffen auf iranische Kraftwerke, falls die Straße von Hormus nicht geöffnet wird. Iran kontert mit Zerstörungsdrohungen gegen regionale Energieanlagen. Brent steigt auf 113 Dollar – massive Auswirkungen auf DACH-Industrie und Inflation.

Rohoel News,  Oelpreis,  Brent Oel - Foto: THN
Rohoel News, Oelpreis, Brent Oel - Foto: THN

US-Präsident Donald Trump hat am Samstag ein Ultimatum an den Iran gestellt: Die Straße von Hormus muss bis 23. März vollständig wieder geöffnet werden, andernfalls drohen Angriffe auf iranische Kraftwerke. Iranische Spitzenpolitiker konterten umgehend mit der Warnung, dass kritische Energieinfrastrukturen im Nahen Osten "unwiderruflich zerstört" werden könnten. Diese Eskalation hat die Rohölpreise stabilisiert und teilweise nach oben getrieben, mit Brent bei 113,20 Dollar pro Barrel.

Stand: 23.03.2026

Dr. Maximilian Berger, Rohstoffmarkt-Analyst. Spezialist für geopolitische Risiken im Energiemarkt und deren Auswirkungen auf europäische Investoren.

Das Ultimatum und die unmittelbare Marktreaktion

Der Konflikt, der nun in seine vierte Woche geht, hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus – über die 20 Prozent der globalen Öl- und LNG-Ströme fließen – nahezu lahmgelegt. Trumps Drohung kam nur einen Tag nach Aussagen über ein mögliches "Auslaufen" des Krieges. Brent-Terminkontrakte stiegen um 1,01 Dollar oder 0,90 Prozent auf 113,20 Dollar, nach einem Höchststand seit Juli 2022 am Freitag. WTI folgte mit ähnlicher Dynamik. Die Preise schwanken volatil, da Händler abwägen, ob das Ultimatum die Blockade löst oder zu weiterer Eskalation führt.

Analyst Tim Waterer von KCM Trade betont: Händler fragen sich, was passiert, wenn das Ultimatum wirkt und die Straße wieder geöffnet wird. Dies verhindert vorläufige Preissprünge. Amrita Sen von Energy Aspects sieht hingegen klare Eskalation: "Das bedeutet höhere Ölpreise – der Iran wird nicht nachgeben."

Produktionsausfälle und Force Majeure im Irak

Der Krieg hat Energieanlagen am Golf beschädigt. Analysten schätzen den Ausfall der Ölproduktion im Nahen Osten auf 7 bis 10 Millionen Barrel pro Tag. Der Irak hat Force Majeure für alle ausländisch erschlossenen Ölfelder erklärt. Die Basra Oil Company drosselte ihre Produktion von 3,3 auf 0,9 Millionen Barrel pro Tag, wie Ölminister Hayan Abdel-Ghani mitteilte. Dies sind bestätigte Fakten, die das Angebot direkt verknappen.

Für den Rohölmarkt bedeutet das: Ein plötzlicher Angebotsrückgang von rund 10 Prozent des globalen Volumens. Selbst bei einer hypothetischen Öffnung der Hormus-Straße würde die Wiederanlaufzeit Wochen dauern. Der risikobedingte Prämie in den Preisen liegt nun bei geschätzt 10-15 Dollar pro Barrel.

IEA-Chef warnt vor historischer Krise

Fatih Birol, Exekutivdirektor der IEA, nannte die Lage "sehr ernst" und schlimmer als die Ölschocks der 1970er Jahre zusammen. Dies unterstreicht die Systemrelevanz: Die Hormus-Blockade bedroht nicht nur Öl, sondern auch LNG-Versorgung. Europa, stark abhängig von Golf-Diesel und Flugkraftstoffen, spürt dies bereits in steigenden Inlandspreisen für Heizöl, Diesel und Benzin.

Auswirkungen auf Asien und potenzielle Sanktionslockerungen

Indische Raffinerien planen, Käufe iranischen Öls wieder aufzunehmen, asiatische Pendants prüfen dies. Dies könnte kurzfristig Druck auf Preise ausüben, kollidiert aber mit Trumps Drohungen. Gerüchte über gelockerte Iran-Sanktionen zirkulieren, bleiben jedoch unbestätigt. Der Markt balanciert zwischen Versorgungsengpässen und spekulativen Hoffnungen auf Deeskalation.

Für Brent und WTI speziell: Die physische Engstelle im Golf treibt den Zeitspread. Frontmonate notieren mit Contango, da unmittelbares Angebot fehlt. OPEC+ reagiert bisher nicht öffentlich, doch Förderquoten könnten angepasst werden, falls Ausfälle persistieren.

DACH-Perspektive: Inflation und Industriekosten explodieren

In Deutschland, Österreich und der Schweiz steigen Diesel- und Heizölpreise rapide. Die EU hat der Bundesregierung grünes Licht für die Übernahme von Rosneft Deutschland gegeben, um Sanktionen zu sichern. Dies betrifft Treuhandregelungen und stabilisiert russische Lieferungen marginal, ändert aber nichts am Hormus-Problem.

Deutsche Industrie, transportabhängig, sieht Margen schrumpfen. ECB beobachtet Energieinflation, die Kernzahlen hochtreibt. Euro-Schwäche gegenüber dem Dollar verstärkt den Importpreiseffekt. Investoren in DAX-Energieaktien oder Rohöl-ETCs sollten Volatilität erwarten – Positionierung via Futures birgt hohe Risiken.

Risiken und nächste Katalysatoren

Das 48-Stunden-Ultimatum endet heute Abend. Eine iranische Kapitulation könnte Preise um 10-20 Dollar einbrechen lassen; Eskalation umgekehrt auf 130 Dollar treiben. Irans Fähigkeit zu Vergeltungsschlägen gegen Nachbarölanlagen bleibt Schlüsselrisiko. IEA-Stoßreserven könnten aktiviert werden, wie bei früheren Schocks.

Sentiment auf X und in Trader-Communities ist gespalten: Bullen sehen langfristigen Superzyklus, Bären wetten auf Bluff. Für DACH-Investoren: Diversifikation in US-Shale oder LNG-Assets ratsam, aber kurzfristig Cash halten.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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