Burnout-Umfrage, Internisten

Burnout-Umfrage: Zwei Drittel der Internisten sind emotional erschöpft

12.02.2026 - 04:51:11

Eine neue Studie zeigt, dass zwei Drittel der befragten Internisten sich emotional ausgebrannt fühlen. Die Gründe liegen in hoher Patientenzahl und Bürokratie.

Eine neue Umfrage zeigt alarmierende Burnout-Raten in deutschen Kliniken. 67 Prozent der befragten Internisten fühlen sich häufig emotional ausgebrannt.

Die Studie, die diese Woche veröffentlicht wurde, offenbart die immense psychische Belastung im Gesundheitswesen. 42 Prozent der Teilnehmer berichten von einem wiederkehrenden Gefühl des Ausgebranntseins. Die Hauptgründe liegen auf der Hand: zu viele Patienten und zu viel Bürokratie.

Die Zahlen hinter der Erschöpfung

  • 71 Prozent der Befragten betreuen mehr als 20 Patienten pro Schicht.
  • 72 Prozent verwenden über 40 Prozent ihrer Arbeitszeit für Dokumentation und Verwaltung.

Diese Daten sind ein klares Alarmsignal für systemische Probleme, die weit über Krankenhäuser hinausreichen. Sie passen in einen besorgniserregenden Langzeittrend.

Psychische Leiden sind Hauptgrund für Krankschreibungen

Analysen großer Krankenkassen bestätigen den Trend. Psychische Erkrankungen sind zu einem der Hauptgründe für Arbeitsausfälle geworden. Ein Bericht der DAK-Gesundheit aus dem Vorjahr zeigt: Die Fehltage stiegen um fast sieben Prozent.

Experten sehen die Ursachen in einer toxischen Mischung aus steigender Arbeitsdichte, ständiger Erreichbarkeit und dem Druck, Job und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Burnout ist demnach kein individuelles Versagen, sondern ein strukturelles Problem der modernen Arbeitswelt.

Vögel gucken statt Yoga: Neue Wege gegen Stress

Angesichts der Krise suchen Forscher nach innovativen Präventionsstrategien. Eine kürzlich veröffentlichte Studie legt einen ungewöhnlichen Ansatz nahe: Schon das bewusste Beobachten von Vögeln kann das Burnout-Risiko effektiver senken als manche etablierte Entspannungstechnik.

Umweltpsychologen erklären diesen Effekt mit der „weichen Faszination“. Die natürliche Umgebung bindet unsere Aufmerksamkeit sanft und entlastet das Gehirn. Gleichzeitig rücken neue Stressfaktoren in den Fokus:

  • Präkrastination: Der zwanghafte Drang, Aufgaben sofort zu erledigen, führt zu stiller Überforderung.
  • Technostress: Die Flut digitaler Tools und Benachrichtigungen überlastet unsere kognitive Kapazität.

Unternehmen in der Pflicht: Kulturwandel statt Wellness-Programme

Die Erkenntnisse erhöhen den Druck auf Arbeitgeber. Oberflächliche Gesundheitsangebote reichen nicht mehr aus. Gefragt ist ein echter Wandel in der Führungskultur und Arbeitsorganisation.

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Unternehmen müssen ein Umfeld schaffen, in dem offen über psychische Belastung gesprochen werden kann. Dazu gehört auch, Mitarbeitern zu ermöglichen, ihre Grenzen zu wahren. Die Schulung von Führungskräften, um Warnsignale früh zu erkennen, wird zur Investition in die Zukunft.

Eine gute Arbeitsorganisation kann Erschöpfung ebenso vorbeugen wie Schutzausrüstung vor Verletzungen schützt. Die Debatte hat sich endgültig verschoben: von der individuellen Bewältigung hin zu einer geteilten Verantwortung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

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