China erhöht nach SÀuberungen erneut MilitÀrbudget
05.03.2026 - 06:26:05 | dpa.deZum Auftakt der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses legte die Regierung einen Haushaltsentwurf vor, der eine Steigerung des MilitĂ€rbudgets um 7 Prozent auf rund 1,9 Billionen Yuan (etwa 236 Milliarden Euro) vorsieht. Im Vorjahr war der Wehretat in Ă€hnlicher GröĂenordnung um 7,2 Prozent gewachsen.
China hat nach den USA den zweitgröĂten Verteidigungshaushalt der Welt. Staats- und Parteichef Xi Jinping treibt seit seinem Amtsantritt 2013 eine umfassende Modernisierung der Volksbefreiungsarmee voran. Bis 2049 soll eine "Armee auf Weltklasse-Niveau" entstehen.
Spannungen um Taiwan
Die erneute Erhöhung des MilitÀretats erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen im regionalen Umfeld. Besonders sensibel bleibt die Lage rund um Taiwan. Die seit Jahrzehnten demokratisch regierte Insel wird von Peking als eigenes Territorium betrachtet. Xi hat mehrfach klargemacht, dass er eine Vereinigung nicht unbegrenzt aufschieben will - notfalls auch mit Gewalt. Zuletzt erhöhte China den militÀrischen Druck auf Taiwan mit umfangreichen Manövern von Marine und Luftwaffe.
Parallel zur AufrĂŒstung greift die chinesische FĂŒhrung auch im eigenen MilitĂ€r durch. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche ranghohe GenerĂ€le entlassen oder Ermittlungen gegen sie eingeleitet. Beobachter sprechen von einer der gröĂten SĂ€uberungen innerhalb der Volksbefreiungsarmee seit Jahrzehnten. Zuletzt hatte sich die Kampagne nochmals intensiviert. Kurz vor Beginn des Volkskongresses wurden zudem mehrere MilitĂ€rvertreter aus dem Parlament entfernt.
Auch mÀchtige MilitÀrkommission betroffen
Die MaĂnahmen reichen bis in die Spitze der StreitkrĂ€fte. Betroffen sind auch Offiziere aus dem Umfeld der Zentralen MilitĂ€rkommission, dem obersten FĂŒhrungsorgan der Armee unter Vorsitz von Xi. Das Gremium soll durch die jĂŒngsten Ermittlungen und Entlassungen nunmehr deutlich ausgedĂŒnnt sein. Die Kommission kontrolliert die Volksbefreiungsarmee und entscheidet ĂŒber zentrale Fragen der MilitĂ€rstrategie.
Experten sehen hinter dem Vorgehen mehrere Ziele. Zum einen soll Korruption innerhalb der StreitkrĂ€fte bekĂ€mpft werden. Zugleich versucht die ParteifĂŒhrung, die politische LoyalitĂ€t der Armee zu sichern und Strukturen zu beseitigen, die die militĂ€rische Modernisierung behindern könnten.
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