Evonik-Chef warnt Mittelstand vor AnnÀherung an die AfD
01.02.2026 - 17:13:30"Gerade im Mittelstand gibt es Tendenzen, sich an Positionen der AfD anzunĂ€hern", sagte der 56-JĂ€hrige im GesprĂ€ch mit dem "Spiegel". "Ich halte das fĂŒr fatal und plĂ€diere dafĂŒr, dass sich die Industrie als Ganzes klar bekennt: nicht mit denen!"
Er sei "bestĂŒrzt und richtig sauer" ĂŒber die aktuelle Situation. "Viele WĂ€hler ziehen mittlerweile ein autoritĂ€res AufrĂ€umen dem demokratischen Diskurs vor", sagte der Topmanager des börsennotierten Unternehmens, das 2024 einen Umsatz von 15,2 Milliarden erwirtschaftet hat und ĂŒber 30.000 Menschen beschĂ€ftigt. Ein Grund dafĂŒr sei die Angst vor Wohlstandsverlusten und sozialem Abstieg. "Genau deshalb ist es so wichtig, unsere Industrie zu stĂ€rken", sagte Kullmann dem Nachrichtenmagazin.
GröĂter Anteilseigner des Chemiekonzerns ist mit knapp 47 Prozent die RAG-Stiftung. Sie ist zustĂ€ndig fĂŒr die Finanzierung der Folgekosten aus dem 2018 eingestellten deutschen Steinkohlenbergbau, den "Ewigkeitsaufgaben".
Familienunternehmen und die AfD
Der Verband der Familienunternehmen hatte im Oktober 2025 zu einem Parlamentarischen Abend in Berlin erstmals auch Vertreter der AfD eingeladen. Nach scharfer Kritik und dem Austritt namhafter Mitgliedsfirmen wie Rossmann, Vorwerk und Fritz-Kola wurde diese Position zurĂŒckgenommen. Die Einladung von AfD-Abgeordneten habe sich als Fehler herausgestellt.
Anwalt: Theo MĂŒller ist kein AfD-UnterstĂŒtzer
Ende Januar wehrte sich der Molkerei-Unternehmer Theo MĂŒller mit anwaltlicher Hilfe gegen die Kritik, die AfD zu unterstĂŒtzen. Er sei kein AfD-Mitglied und möchte auch keins werden. Er habe der Partei auch kein Geld gespendet. In einem Zeitungsinterview hatte er auf die Frage, ob er ein interessierter Beobachter oder ein Sympathisant sei, gesagt: "Irgendwas dazwischen." Der 86-JĂ€hrige hat regelmĂ€Ăige Kontakte zu AfD-Chefin Alice Weidel eingerĂ€umt und sie in einem Interview als Freundin bezeichnet.

