Commerzbank-Kunden, Visier

Commerzbank-Kunden im Visier professioneller Phishing-Welle

02.04.2026 - 04:51:44 | boerse-global.de

Eine neue Betrugskampagne zielt mit tÀuschend echten Mails auf Zugangsdaten von Commerzbank-Kunden ab. Die TÀter setzen auf Zeitdruck und perfekte Nachahmung der Bankkommunikation.

Commerzbank-Kunden im Visier professioneller Phishing-Welle - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Eine neue Phishing-Kampagne zielt seit Ende MÀrz gezielt auf Commerzbank-Kunden ab. Unter dem Vorwand einer notwendigen Aktualisierung der photoTAN-App versuchen Kriminelle, Zugangsdaten zu erbeuten. Experten warnen vor der tÀuschend echten Aufmachung und der kurzen Fristsetzung in den Nachrichten.

Die betrĂŒgerischen E-Mails behaupten, die photoTAN-App laufe ab oder eine neue Sicherheitsfunktion mĂŒsse bestĂ€tigt werden. Sie setzen die EmpfĂ€nger mit einer Frist bis „morgen“ unter Druck. Das Phishing-Radar der Verbraucherzentrale dokumentierte die Masche bereits am 30. MĂ€rz und erneut am 1. April.

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Zeitdruck als perfide Waffe der BetrĂŒger

Die aktuellen Phishing-Mails nutzen psychologische Tricks. Betreffzeilen wie „Bitte beachten Sie: Konto-BestĂ€tigung steht noch aus“ suggerieren Dringlichkeit. Als BegrĂŒndung nennen die Absender neue EU-Sicherheitsrichtlinien oder Systemwartungen.

Optisch sind die Nachrichten kaum vom Original zu unterscheiden. Sie verwenden offizielle Logos und eine professionelle Formatierung. Klare Warnsignale sind eine unpersönliche Ansprache und kryptische Absenderadressen.

Der Link in der Mail fĂŒhrt auf eine gefĂ€lschte Webseite. Dort werden Opfer zur Eingabe von Anmeldedaten, PINs und der photoTAN-Aktivierungsgrafik aufgefordert. Die TĂ€ter greifen die Daten in Echtzeit ab und können sich sofort im echten Online-Banking anmelden.

Warum Smartphones im Fokus stehen

Die Kampagne zielt besonders auf Smartphone-Nutzer. Auf mobilen GerĂ€ten haben Phishing-Angriffe eine höhere Erfolgsquote. Die kleinere Darstellung macht es schwer, die echte URL zu prĂŒfen.

Zudem werden Smartphones oft in hektischen Situationen genutzt. Die aufgebaute Dringlichkeit verfĂ€ngt dann leicht. Ein schneller Klick auf den Link in der E-Mail oder einer SMS fĂŒhrt direkt zur Falle.

Die TĂ€ter spielen auch mit der Tatsache, dass die echte photoTAN-App oft auf demselben GerĂ€t installiert ist. Sie suggerieren ein technisches Problem mit der App – gelöst werden könne es nur durch die Dateneingabe auf der verlinkten Seite.

So schĂŒtzen Sie sich effektiv

Der wichtigste Grundsatz: Echte Banken fordern niemals per E-Mail oder SMS zur Eingabe sensibler Zugangsdaten ĂŒber einen Link auf. Jede Nachricht, die eine sofortige Handlung unter Androhung einer Kontosperrung verlangt, ist verdĂ€chtig.

Experten raten, das Online-Banking ausschließlich ĂŒber die offizielle App oder durch manuelle Eingabe der Webadresse aufzurufen. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung sollte konsequent genutzt werden.

Nutzer mĂŒssen genau prĂŒfen, welcher Auftrag in der photoTAN-App zur Freigabe angezeigt wird. Erscheint dort eine ungewöhnliche Überweisung oder die Aktivierung eines neuen GerĂ€ts, muss der Vorgang sofort abgebrochen werden.

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Was tun nach einem Datenklau?

Wer bereits auf einen Link geklickt und Daten eingegeben hat, muss schnell handeln. Der erste Schritt ist die sofortige Sperrung des Online-Banking-Zugangs. Die Commerzbank stellt eine 24-Stunden-Sperr-Hotline bereit.

Nach der Sperrung sollten Betroffene umgehend ihren Kundenberater kontaktieren. Das Konto muss auf unautorisierte Abbuchungen geprĂŒft werden. Bei bereits entwendetem Geld ist eine Erstattung unter UmstĂ€nden möglich.

ZusÀtzlich wird eine Strafanzeige bei der Polizei empfohlen. Screenshots der Phishing-Mail und der gefÀlschten Webseite helfen bei den Ermittlungen und der KlÀrung mit der Bank.

Immer professionellere Angriffe

Die aktuelle Welle ist Teil eines Trends. Cyberkriminelle setzen zunehmend auf Professionalisierung und nutzen auch KI fĂŒr fehlerfreie, psychologisch optimierte Nachrichten. Die Zeiten offensichtlich schlechter Übersetzungen sind vorbei.

Die TÀter passen ihre Infrastruktur schnell an. Sobald Warnungen verbreitet werden, Àndern sie Betreffzeilen oder VorwÀnde. Das Ziel bleibt gleich: der unbefugte Zugriff auf Geld und IdentitÀtsdiebstahl.

Die Bankenbranche arbeitet an sichereren Authentifizierungsverfahren, die auf Biometrie setzen. Doch der Faktor Mensch bleibt die entscheidende Schnittstelle. Die AufklÀrung der Verbraucher ist die wichtigste Verteidigungslinie.

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