Produktion/Absatz, Wettbewerb

BKA geht hÀufiger gegen terroristische Online-Inhalte vor

03.04.2025 - 15:22:43

Das Bundeskriminalamt hat im vergangenen Jahr deutlich hÀufiger Internetunternehmen verpflichtet, terroristische Inhalte von Webseiten zu nehmen.

Es habe 482 solcher Entfernungsanordnungen gegeben und damit fast doppelt so viele wie 2023 (249), teilten das Bundeskriminalamt und die Bundesnetzagentur mit. Die Anordnungen gingen an auslĂ€ndische Hosting-Diensteanbieter. Sie mĂŒssen die Inhalte dann binnen einer Stunde löschen. Gravierende VerstĂ¶ĂŸe gegen diese Frist stellte das BKA nicht fest.

Gegen inlÀndische Anbieter ordnete das BKA die Inhaltsentfernung nicht an. Von auslÀndischen Behörden gingen aber elf Anordnungen gegen deutsche Hostinganbieter ein - neun mehr als 2023.

Die Rechtsgrundlage, auf der die Anordnungen erfolgen, ist aus dem Jahr 2021 - sie ist also noch relativ jung. Die damals beschlossene EU-Verordnung soll verhindern, dass das Internet von Terroristen genutzt wird, um mit ihren Botschaften Menschen einzuschĂŒchtern oder zu radikalisieren. Außerdem soll unterbunden werden, dass Terrorgruppierungen im Internet AnhĂ€nger anwerben und AktivitĂ€ten steuern.

Zahlen gehen steil nach oben

Die Vorstufe zu den verpflichtenden Anordnungen sind Löschersuchen an die Firmen, die auf Freiwilligkeit basieren. Auch hier gab es eine deutliche Zunahme: Waren es 2023 noch 7.240 Löschersuchen von BKA und Polizei, so schnellte diese Zahl 2024 auf 17.045 hoch. In den allermeisten FÀllen kamen die Unternehmen dem Ersuchen nach. Taten sie es nicht, so hatten die Behörden mit der Entfernungsanordnung ein schÀrferes Schwert in der Hand.

Warum die Zahlen so deutlich anstiegen, ob es an verschÀrften Kontrollen oder einer Zunahme von terroristischen Online-Inhalten lag, erklÀrten die Autoren in dem Bericht nicht. Vermutlich spielt beides eine Rolle.

"Die jĂŒngsten Zahlen zeugen davon, dass die Verbreitung terroristischer Online-Inhalte ein großes Problem ist und bleibt", sagte der Innen- und Digitalpolitiker Konstantin von Notz (GrĂŒne) als Reaktion auf den Bericht. "Der wehrhafte Rechtsstaat muss sich der BekĂ€mpfung der zunehmenden Verbreitung entsprechender Inhalte auch zukĂŒnftig entschlossen annehmen." Dass die zustĂ€ndigen Sicherheits- und Aufsichtsbehörden entschlossen vorgingen, begrĂŒĂŸe er ausdrĂŒcklich. Dies sei auch nötig, da sich die Betreiber sozialer Netzwerke und anderer Online-Plattformen hĂ€ufig ihrer Verantwortung entzögen, sagte der Bundestagsabgeordnete.

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