Börse Frankfurt-News: Sturz schnell aufgefangen (Marktstimmung)
16.10.2025 - 09:17:56 | dpa.deOb das eine gute Voraussetzung fĂŒr steigende Preise sein kann, weiĂ Joachim Goldberg. Mehr
16. Oktober 2025. FRANKFURT (Goldberg & Goldberg). Weltpolitisch ist viel geschehen seit unserer vergangenen Stimmungserhebung , und auch die Börsianer hierzulande mussten seitdem ein Wechselbad der GefĂŒhle durchleben. So verzeichnete der DAX seit vergangenem Mittwoch zeitweise einen Anstieg von 1,4 Prozent inklusive eines neuen Allzeithochs, bevor dann US-PrĂ€sident Donald Trump mal wieder mit neuen Zöllen drohte: Von 100 Prozent auf China-Importe war die Rede. In der Folge verlor das Börsenbarometer bis zu 3,2 Prozent an Wert, und man konnte fast schon von GlĂŒck sprechen, dass all dies an einem Freitag geschah und der DAX sich sozusagen mit dem Pausengong in die Ringecke beziehungsweise ins Wochenende retten konnte. Am darauffolgenden Montag sah die Welt schon wieder anders aus, als Trump seine Zoll-Drohung relativierte. Und so zeigt der DAX zum heutigen Erhebungszeitpunkt lediglich einen Verlust von 0,5 Prozent gegenĂŒber der Vorwoche an.
Die BĂ€ren sind zurĂŒck
Diese recht hektische Kursentwicklung hat Spuren auch bei der Stimmung der von uns befragten institutionellen Investoren mit mittelfristigem Handelshorizont hinterlassen. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist gegenĂŒber der Vorwoche um 11 Punkte auf einen neuen Stand von +19 gefallen. Wie bereits am vergangenen Mittwoch spielten sich die gröĂten Verschiebungen zwischen neutral gestimmten und bearishen Investoren ab.
Erstere konnte den Zuwachs aus der Vorwoche nicht halten. Vielmehr haben sich am Ende 90 Prozent der NeuzugĂ€nge wieder in Richtung BĂ€renlager aufgemacht, das um 10 Prozentpunkte zunahm. Mit anderen Worten: Die BĂ€ren von vor 14 Tagen sind wieder zurĂŒck. Bei den Bullen gab es nur wenig Bewegung und lediglich geringe Gewinnmitnahmen. Im gĂŒnstigsten Fall sind die vormals neutral gestimmten Akteure in der NĂ€he des neuen Allzeithochs auf die Shortseite gegangen, haben aber bislang mögliche angefallene Gewinne nicht realisiert.
Bei den Privatanlegern ist der Börse Frankfurt Sentiment-Index um 4 Punkte gefallen und zwar auf einen neuen Stand von ebenfalls +19. Allerdings versteckt sich hinter dieser VerĂ€nderung eine recht gegensĂ€tzliche Entwicklung zwischen denjenigen, die wir ĂŒber Social Media befragen, und den ĂŒbrigen Anlegenden. WĂ€hrend sich bei den Social-Media-Teilnehmern der BullenĂŒberhang deutlich verringerte - 7 Prozent aller Befragten in dieser Untergruppe wechselten direkt von den Bullen zu den BĂ€ren -, bewegte sich bei den ĂŒbrigen Privatanlegern nur recht wenig. Lediglich die Polarisierung zwischen Bullen und BĂ€ren reduzierte sich leicht.
Kein Gleichklang
WĂ€hrend sich also die Stimmungen bei den institutionellen Investoren und den Privatanlegern vordergrĂŒndig im Einklang befinden, gibt es zwischen denjenigen Privatanlegern, die nicht ĂŒber Social Media befragt wurden (Sub-Indexstand +12), immer noch einen ordentlichen Sentiment-Unterschied zu den institutionellen Pendants. Normalerweise konnten wir in den vergangenen Monaten zwischen diesen beiden Gruppen hĂ€ufig eine parallele Sentiment-Entwicklung feststellen; der heutige Unterschied hĂ€ngt wohl mit den jeweiligen Einstandspreisen zusammen.
Am Ende steht der DAX stimmungstechnisch also Ă€hnlich wie vor zwei Wochen da, wobei der zuletzt etwas belastende Optimismus nun wieder gestutzt wurde. Die neuen bearishen Engagements bei den institutionellen Investoren haben am Ende allerdings nicht dafĂŒr gesorgt, dass der DAX per Saldo wesentlich unter Druck geraten wĂ€re. Vielleicht auch, weil auf der anderen Seite gemÀà der jĂŒngsten Umfrage der Bank of America unter internationalen Fondsmanagern zuletzt wieder etwas mehr Interesse an Aktien der Eurozone vorhanden ist. Immerhin ist der Anteil derjenigen, die dort ĂŒbergewichtet sind, gegenĂŒber der September-Umfrage netto um drei Prozentpunkte gestiegen.
FĂŒr den DAX hat sich unterdessen die Sentiment-technische Situation wieder verbessert, zumal wir mit Gewinnmitnahmen der neuen BĂ€ren und somit fĂŒr Nachfrage im Bereich von 23.850/900 DAX-ZĂ€hlern rechnen.
von Joachim Goldberg 16. Oktober 2025, © Goldberg & Goldberg fĂŒr boerse-frankfurt.de
(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
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