Softwareanbieter Compugroup enttÀuscht mit Schlussquartal - Aktie fÀllt
07.02.2024 - 10:25:51Im Schlussquartal mussten die Koblenzer im TagesgeschĂ€ft und unter dem Strich einen herben DĂ€mpfer einstecken. Der Umsatz ging in den letzten drei Monaten deutlicher zurĂŒck als von Fachleuten wegen hoher Vergleichswerte im Vorjahreszeitraum ohnehin erwartet. Aufgrund von Umbaukosten und deutlich gestiegenem Personalaufwand rutschte der Konzern zudem in die roten Zahlen. Die Aktie verlor krĂ€ftig an Wert.
Das im SDax DE0009653386 notierte Papier hatte in den vergangenen Wochen nach dem Mehrmonatstief im Dezember zur Erholung angesetzt, daran konnte der Kurs nun mit den neuen Resultaten und dem Ausblick nicht anknĂŒpfen. Der Kurs fiel nach Handelsstart um 13 Prozent auf 34,80 Euro, der Handel wurde wegen starker Schwankungen zeitweise automatisch unterbrochen. Von den Hochs in der Corona-Pandemie teils ĂŒber 80 Euro ist die Aktie ohnehin weit entfernt.
Analyst Knut Woller von der Baader Bank sprach von schwĂ€cher als erwartet ausgefallenen Resultaten im vierten Quartal. Zwar rechne er und auch der Markt mit einer weiteren Ausweitung der operativen Marge - fĂŒr die vom Management in Aussicht gestellten rund 27 Prozent dĂŒrfte es 2025 aber nicht reichen.
Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll dieses Jahr auf 270 bis 310 Millionen Euro zulegen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten erwarteten einen Wert in der Mitte der Spanne.
Beim Umsatz geht Konzernchef Michael Rauch weiter davon aus, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen die GeschÀfte antreibt. Der Erlös soll aus eigener Kraft, also ohne Wechselkurseffekte und Zu- wie VerkÀufe von Unternehmensteilen, um vier bis sechs Prozent klettern. Auch das haben Experten so im Auge.
Vergangenes Jahr profitierte der Softwarekonzern von einem hohen Auftragsbestand im GeschĂ€ft mit Kliniken. Der Erlös in der Krankenhaussparte wuchs zweistellig. Nicht so schwungvoll zeigte sich das GeschĂ€ft in der gröĂten Sparte rund um Arztpraxen, dieses wuchs nur leicht. In den Sparten fĂŒr Praxensoftware und Gesundheitsdaten verfehlte das Unternehmen die fĂŒr die Segmente gesetzten Wachstumsziele.
Insgesamt legte der Umsatz nach vorlĂ€ufigen Zahlen um fĂŒnf Prozent auf 1,19 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis stieg um 13 Prozent auf 265 Millionen Euro. Die entsprechende Gewinnmarge zog um 1,6 Prozentpunkte auf 22,3 Prozent an.
Im vierten Quartal allerdings sackte der Umsatz um fĂŒnf Prozent ab. Die Compugroup fĂŒhrt das zurĂŒck auf das starke GeschĂ€ft mit Softwareupgrades rund um die Digitalisierung im Gesundheitswesen (sogenannte Telematik-Infrastruktur) im Vorjahreszeitraum. Die Upgrades hatten vor allem in der Datenvernetzungssparte (CHS) fĂŒr hohe UmsĂ€tze gesorgt. Die GeschĂ€fte mit Gesundheitsdaten werden kĂŒnftig in der Praxissparte (AIS) ausgewiesen.
Zudem verbuchte das Unternehmen in den letzten drei Monaten 2023 Umbaukosten fĂŒr Personalaufwendungen in Höhe von 26 Millionen Euro, die zu einem ausgewiesenen Quartalsverlust von 15,5 Millionen Euro fĂŒhrten. Im Gesamtjahr rutschte der Nettogewinn um ĂŒber ein Drittel auf 46,9 Millionen Euro ab. Die Personalkosten wuchsen dabei deutlich. Den detaillierten GeschĂ€ftsbericht legt die Compugroup am 28. MĂ€rz vor.

