Conti, Ex-VorstÀnden

Conti vergleicht sich mit Ex-VorstÀnden im Dieselskandal

24.03.2026 - 16:35:45 | dpa.de

Der Autozulieferer Continental DE0005439004 will mit einem millionenschweren Vergleich einen Schlussstrich unter mögliche SchadenersatzansprĂŒche gegen eigene VorstĂ€nde wegen des Dieselskandals ziehen.

Das geht aus der Einladung zur Hauptversammlung hervor, die am 30. April 2026 darĂŒber abstimmen soll.

Mit der eigenen Managerhaftpflichtversicherung hat sich Conti demnach auf eine pauschale Zahlung von 43,7 Millionen Euro geeinigt. Damit sollen sĂ€mtliche AnsprĂŒche gegen aktive und ehemalige VorstĂ€nde wegen Fehlverhaltens im Zusammenhang mit dem Dieselskandal abgegolten sein.

Vereinbart wurde das mit sechs ehemaligen VorstĂ€nden, darunter die frĂŒheren Vorstandschefs Elmar Degenhart, Karl-Thomas Neumann und Manfred Wennemer. Continental hatte den Angaben zufolge von ihnen Schadenersatz wegen des Dieselskandals geltend gemacht. DafĂŒr stehe nun die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung ein, die Conti fĂŒr seine FĂŒhrungskrĂ€fte abgeschlossen hatte. Eigenanteile einzelner Manager sind den Angaben zufolge nicht vorgesehen.

Conti will "Diesel-Kapitel weitgehend abschließen"

"Der Vergleich ist aus Sicht von Continental das bestmögliche Ergebnis", hieß es auf Anfrage bei Continental. "Er orientiert sich ausschließlich am Interesse des Unternehmens einschließlich seiner AktionĂ€rinnen und AktionĂ€re." Mit Zustimmung der AktionĂ€re könne Continental "das Diesel-Kapitel weitgehend abschließen und den Blick voll auf seine Zukunft als reiner Reifenhersteller richten".

Hintergrund ist der 2015 aufgeflogene Abgasskandal bei VW DE0007664039 um illegale Abschalteinrichtungen in Dieselmotoren. Conti hatte als Zulieferer von MotorsteuergerĂ€ten 2024 ein Bußgeld von 100 Millionen Euro gezahlt. Laut Staatsanwaltschaft Hannover hatte der Zulieferer ab 2007 MotorsteuergerĂ€te oder die entsprechende Software geliefert, die zumindest teilweise unzulĂ€ssige Programmcodes enthalten hĂ€tten.

300 Millionen Euro Schaden

Insgesamt beziffert das Unternehmen die Kosten fĂŒr die Aufarbeitung des Dieselskandals auf rund 300 Millionen Euro. Einen Teil davon holt sich das Unternehmen nun seiner Managerhaftpflichtversicherung zurĂŒck, die Fehlverhalten von VorstĂ€nden absichert.

Conti begrĂŒndete die Forderungen mit "Sorgfaltspflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Entwicklung, Installation, dem Vertrieb und der sonstigen Verwendung bestimmter Softwarefunktionen in der Motorsteuerung". Dies enthalte auch VersĂ€umnisse bei der AufklĂ€rung nach dem Bekanntwerden des Skandals 2015. Es gehe dabei aber ausschließlich um fahrlĂ€ssige Verletzungen der Sorgfaltspflichten.

GroßaktionĂ€r Schaeffler DE000SHA0100 profitiert

Die Summe, die Conti von der Versicherung erhalten soll, muss das Unternehmen dann mit seinem GroßaktionĂ€r Schaeffler teilen. Das sieht eine Vereinbarung mit der 2021 abgespaltenen Antriebssparte Vitesco vor, die inzwischen zu Schaeffler gehört.

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