Ergebnisse, Produktion/Absatz

SGL Carbon bekommt Carbonfaser-Sparte nicht los - Restrukturierung

18.02.2025 - 18:20:41 | dpa.de

Der Carbonfaserspezialist SGL Carbon DE0007235301 zieht bei seiner kriselnden Carbonfaser-Sparte die Notbremse.

Statt eines Komplettverkaufs will der Vorstand nun den GeschĂ€ftsbereich einstampfen. "Unser Ziel ist es, zĂŒgig mit der Umsetzung zu beginnen, um Klarheit fĂŒr unsere Belegschaft zu schaffen", sagte Vorstandsmitglied Stephan BĂŒhler laut Mitteilung vom Dienstag. An der Börse gab die Aktie des Unternehmens seine vorherigen Gewinne teilweise ab. Aus dem Handel ging das Papier aber immer noch 5,7 Prozent höher bei 4,18 Euro.

Bereits Ende Oktober hatte das Wiesbadener Unternehmen seine AktionĂ€re auf eine lĂ€ngere Durststrecke eingestellt. "Die frĂŒheren Erwartungen an die Carbonfaser als Zukunftsmaterial fĂŒr die Automobilindustrie haben sich nicht erfĂŒllt. Auch die Windindustrie konnte die fehlenden Bedarfsmengen nicht kompensieren", sagte Konzernchef Andreas Klein am Dienstag laut Mitteilung. ZusĂ€tzlich weiteten die zunehmenden ÜberkapazitĂ€ten die operativen Verluste aus.

UrsprĂŒnglich wollte SGL Carbon seine Carbonfaser-Sparte losschlagen - daraus wird aber nichts. Ein Komplettverkauf sei nicht mehr realisierbar, hieß es nun. Aktienexperte Frederik Altmann von Alpha Wertpapierhandel sprach von einer "negativen Nachricht", da auf einen Verkauf des Bereichs gehofft worden sei. "Damit wĂ€re das Kapitel abgeschlossen worden, wĂ€hrend es nun Unsicherheit gibt, wie lange Carbon Fibers die SGL noch belasten wird", sagte er.

Stattdessen sollen die GeschĂ€ftsaktivitĂ€ten "deutlich" reduziert und auf den profitablen Kern fokussiert werden, teilte das im SDax DE0009653386 notierte Unternehmen weiter mit. Denkbar sei auch, unprofitable Standorte zu schließen. Nach eigenen Angaben arbeiten in der Sparte rund 870 Mitarbeiter an sieben Standorten in Europa und Nordamerika.

SGL Carbon gab zudem vorlĂ€ufige Zahlen fĂŒr das vergangene Jahr bekannt. So rutschte der Konzernumsatz von knapp 1,1 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,03 Milliarden Euro ab. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag mit rund 163 Millionen Euro nur etwas niedriger als im Vergleichszeitraum. FĂŒr das laufende Jahr geht der Vorstand von einem anhaltend herausfordernden Marktumfeld aus. Er rechnet auch mit liquiditĂ€tswirksamen SondereinflĂŒssen von rund 50 Millionen ĂŒber die kommenden zwei Jahre.

Die vollstÀndigen Zahlen sollen am 20. MÀrz veröffentlicht werden.

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