ROUNDUP, Infineon

Infineon investiert mehr in KI-Boom

04.02.2026 - 10:25:48 | dpa.de

Der Chiphersteller Infineon DE0006231004 erhöht angesichts des Booms im GeschĂ€ft mit kĂŒnstlicher Intelligenz im laufenden GeschĂ€ftsjahr seine Investitionen krĂ€ftig.

Damit soll der Ausbau von FertigungskapazitĂ€ten fĂŒr die Stromversorgungen von KI-Rechenzentren vorangetrieben werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Neubiberg bei MĂŒnchen mit. Geplant sind nun fĂŒr 2025/26 (per Ende September) insgesamt 2,7 Milliarden Euro an Investitionen und damit 500 Millionen mehr als zunĂ€chst vorgesehen. Ein großer Teil der zusĂ€tzlichen Mittel soll in die Fab rik in Dresden fließen.

"Die sehr dynamische Nachfrage bei KI in einem ansonsten verhaltenen Marktumfeld gibt Infineon krĂ€ftigen RĂŒckenwind", erklĂ€rte Konzernchef Jochen Hanebeck. Dabei stehe derzeit die Stromversorgung in KI-Rechenzentren im Vordergrund, in den nĂ€chsten Jahren werde der Ausbau der Netzinfrastruktur hinzukommen.

Infineon erwartet fĂŒr das laufende Jahr weiter einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro in diesem Bereich. Die Prognose sei dabei rein "angebotsbezogen", sagte Hanebeck in einer Telefonkonferenz zu den Zahlen des ersten GeschĂ€ftsquartals. Der Bedarf sei deutlich höher. FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2027 sollen die Erlöse dann deutlich auf 2,5 Milliarden Euro steigen. KI biete eine "nie dagewesene Wachstumschance fĂŒr Infineon", so Hanebeck

An der Börse wurden die Nachrichten zunÀchst gut aufgenommen. Die Aktie des Dax-Konzerns zog zwischenzeitlich um mehr als vier Prozent an, gab aber dann ihre Gewinne wieder komplett ab. Zuletzt verlor das Papier um rund 1,3 Prozent. Damit setzte sie ihren AbwÀrtstrend in Richtung ihres Januar-Tiefs fort.

Janardan Menon vom Analysehaus Jefferies notierte, dass Infineon die Ziele fĂŒr das GeschĂ€ft mit KI-Rechenzentren fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr zwar nicht hochgeschraubt, aber fĂŒr das Folgejahr ein Wachstum von 66 Prozent in Aussicht gestellt habe. Damit wĂŒrde der Anteil dieser Chips am Konzernumsatz von 10 auf 15 Prozent steigen. Zudem lobte er die vorgelegten Zahlen zum ersten GeschĂ€ftsquartal.

Auch Simon Coles von der britischen Investmentbank Barclays hob vor allem das Ziel fĂŒr das GeschĂ€ft mit KI-Chips 2027 positiv hervor. Das avisierte Wachstum sei dynamischer als gedacht.

Der KI-Boom und die damit einhergehende steigende Nachfrage nach Rechenzentren dĂŒrfte Infineon dabei helfen, eine anhaltende SchwĂ€che in der Automobilindustrie zu ĂŒberbrĂŒcken. Das GeschĂ€ft mit der Autoindustrie macht derzeit rund die HĂ€lfte des Gesamtumsatzes aus.

Der Konzern verzeichnete auch im ersten GeschĂ€ftsquartal eine dynamische Nachfrage bei KI, wĂ€hrend das Marktumfeld ansonsten schwierig blieb. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorquartal um sieben Prozent auf knapp 3,7 Milliarden Euro. Die von Analysten viel beachtete Marge fĂŒr das operative GeschĂ€ft (Segmentergebnis-Marge) sank um 0,3 Prozentpunkte auf 17,9 Prozent, fiel aber damit besser aus, als vom Markt zuvor erwartet. Hanebeck sprach von einem "gelungenen Start" in das GeschĂ€ftsjahr.

Die Jahresprognose bestĂ€tigte Infineon. So soll der Umsatz 2025/26 moderat steigen. Die Segmentergebnis-Marge soll im hohen Zehner-Prozentbereich liegen. Im Jahr zuvor hatte Infineon auch aufgrund der SchwĂ€che der Automobilindustrie RĂŒckgĂ€nge verzeichnet. Im zweiten Quartal rechnet der Konzern mit einem leichten Umsatzplus auf 3,8 Milliarden Euro und erneut einer Marge im mittleren bis hohen einstelligen Zehn-Prozentbereich.

In der Prognose nicht enthalten ist der jĂŒngste Neuzugang von Infineon. Am Vorabend kĂŒndigte der Konzern die Übernahme eines Teils des SensorgeschĂ€fts von AMS Osram AT0000A3EPA4 fĂŒr 570 Millionen Euro an. Das verĂ€ußerte GeschĂ€ft mit nicht optischen Sensoren erwirtschaftete im Kalenderjahr 2025 AMS Osram zufolge rund 220 Millionen Euro Umsatz und ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von etwa 60 Millionen Euro. Mit der geplanten Investition stĂ€rke Infineon seine Position im Bereich der Sensoren fĂŒr Automobil- und Industrieanwendungen durch ein komplementĂ€res Portfolio und erweitere die Produktpalette bei Sensoren fĂŒr medizinische Anwendungen, so Infineon.

Die Transaktion werde sich unmittelbar mit dem Abschluss positiv auf den Gewinn pro Aktie auswirken, erklĂ€rte Hanebeck. Zudem erwartet sich das Management kĂŒnftig erhebliche Synergien, so soll die Produktion mit der Zeit zum Teil in das Werk in Kulim in Malaysia ĂŒberfĂŒhrt werden. Bis es soweit ist, gibt es ein mehrjĂ€hriges Lieferabkommen mit AMS Osram. Finanziert werden soll die Transaktion mit Fremdkapital. Analyst Malte Schaumann von Warburg schĂ€tzt, dass die Übernahme leicht wertsteigernd sein dĂŒrfte.

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