Ergebnisse, Produktion/Absatz

Infineon senkt Prognose - Aktie fÀllt

06.02.2024 - 09:11:39 | dpa.de

Der Chipkonzern Infineon DE0006231004 kann sich dem schwachen Halbleiterumfeld nicht entziehen und senkt seine Prognose fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr.

Zudem werden WĂ€hrungseffekte die Bilanz erheblich belasten. Dabei zeigen sich vor allem die GeschĂ€fte abseits des Automobilbereichs schwierig. Zuvor hatten sich bereits mehrere Konkurrenten pessimistischer geĂ€ußert. Die Infineon-Aktie verlor nach dem Handelsstart gut zwei Prozent.

Infineon geht nun fĂŒr 2023/24 (per Ende September) von einem Umsatz von etwa 16 Milliarden Euro in der Mitte der Spanne (plus/minus 500 Millionen Euro) aus, wie das Unternehmen am Dienstag in Neubiberg mitteilte. Dies wĂŒrde ein Umsatzminus im Vergleich zum Vorjahr von rund zwei Prozent bedeuten. UrsprĂŒnglich hatte der Chiphersteller eine Milliarde Euro mehr in Aussicht gestellt. Etwa die HĂ€lfte des RĂŒckgangs des erwarteten Umsatzes geht dabei den Angaben zufolge auf WĂ€hrungseffekte zurĂŒck. Dabei unterstellt Infineon nun einen Euro-US-Dollar-Wechselkurs von 1,10 - nach zuvor 1,05 Dollar je Euro.

Die Segmentergebnis-Marge, die das operative Ergebnis abbildet, erwartet Infineon nun bei einem niedrigen bis mittleren 20er-Prozentsatz, nach zuvor avisierten 24 Prozent. Im vergangenen GeschÀftsjahr standen hier noch 27 Prozent zu Buche. Die neuen Prognosen liegen unter den Erwartungen der Analysten.

"In Consumer-, Kommunikations-, Computing- und IoT-Anwendungen rechnen wir nun erst in der zweiten HĂ€lfte des Kalenderjahres mit einer spĂŒrbaren Nachfrageerholung", kommentierte Konzernchef Jochen Hanebeck. Die Erwartungen im Bereich Automobil seien hingegen nahezu unverĂ€ndert, "trotz einer Verlangsamung der Nachfrage im Bereich ElektromobilitĂ€t außerhalb von China".

Infineon senkt angesichts dessen auch die geplanten Investitionen auf etwa 2,9 Milliarden Euro fĂŒr 2023/24, zuvor hatte sich das Unternehmen 3,3 Milliarden Euro vorgenommen. An "wichtigen Zukunftsinvestitionen" halte das Unternehmen jedoch fest, so Hanebeck. Infineon steckt gerade Milliarden in den Ausbau seiner KapazitĂ€ten, unter anderem an seinem Standort in Dresden.

Die Entwicklung im zweiten GeschĂ€ftsquartal dĂŒrfte sich nochmals abschwĂ€chen, teilte Infineon weiter mit. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und eine Segmentergebnis-Marge von 18 Prozent, was deutlich unter den Markterwartungen liegt.

Im ersten GeschĂ€ftsquartal ging der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um elf Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zurĂŒck. Dabei sanken die Erlöse in allen vier Segmenten. Die Segmentergebnis-Marge nahm von 25,2 auf 22,4 Prozent ab. Nach Steuern verdiente Infineon mit 587 Millionen Euro ebenfalls weniger als im Vorquartal, als 753 Millionen Euro erreicht wurden.

Die Aktie verlor nach dem Handelsstart in der Dax DE0008469008-Schlussgruppe 2,1 Prozent auf 33,935 Euro. Dabei hatten einige Investoren zuvor bereits eine Prognosesenkung befĂŒrchtet. Infineon reiht sich damit ein in die zuletzt negativen Schlagzeilen aus dem Halbleitersektor. So hatten unlĂ€ngst etwa Intel US4581401001 und STMicroelectronics NL0000226223 enttĂ€uscht und den Sektor belastet.

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