Frankfurt Eröffnung: Dax geht auf Abstand zu 25.000 Punkten
11.02.2026 - 10:23:14An den beiden Vortagen hatte sich die Tausendermarke schon als zu hohe Charthürde erwiesen und nun blieb ein weiterer Test zunächst aus. Im Gegenteil: Gegen Ende der ersten Handelsstunde weitete der Leitindex seinen Abschlag mit 24.873 Punkten auf 0,46 Prozent aus.
Der MDax DE0008467416 verlor zuletzt 0,82 Prozent auf 31.700 Zähler und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 bewegte sich nach seinem jüngsten Rekordlauf mit 0,4 Prozent im Minus. Der Dax hat zu seiner Bestmarke von 25.507 Zählern aus dem Januar noch einen Weg zu gehen.
Anleger sind am Morgen in Lauerstellung vor dem Jobbericht aus den USA, der am Nachmittag mitteleuropäischer Zeit nachgeholt wird. Vor diesem kam zur Wochenmitte auch kein Schwung von den US-Börsen: Deren Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 konnte zwar am Vortag seine Rekordjagd fortsetzen, am Ende blieb aber von seinen Kursgewinnen kaum etwas übrig.
"Die US-Arbeitsmarktdaten für den Januar sind so etwas wie die Zahl der Woche für die Börsen", schrieb am Morgen der Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Nach einigen enttäuschenden Berichten werde jetzt eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau erwartet. Sollte er sich weiter abschwächen, könne dies "den demnächst scheidenden Fed-Präsidenten Jerome Powell noch einmal unter politischen Druck bringen."
In puncto Unternehmensberichte ist am Mittwoch in Deutschland wieder einiges los. Aus dem Dax konnte die Commerzbank DE000CBK1001 nach den vortags bereits veröffentlichten Eckdaten nicht damit punkten, dass sich das Finanzinstitut für 2026 mehr als 3,2 Milliarden Euro Gewinn vornimmt. Analysten hatten im Schnitt noch mehr erwartet und so sank der Kurs um 3,5 Prozent.
Siemens Energy DE000ENER6Y0 sind dagegen heiß begehrt. Mit einem Kurssprung um mehr als fünf Prozent setzten sie ihre Rekordjagd fort, in der Spitze kosteten sie erstmals 160 Euro. Der Energietechnikkonzern profitierte im ersten Geschäftsquartal weiter von einer hohen Stromnachfrage. Laut Lucas Ferhani vom Analysehaus Jefferies lagen die Auftragseingänge, der bereinigte Gewinn und der Zufluss freier Finanzmittel weit über den Erwartungen.
Resultate gab es außerdem von einer Reihe an Unternehmen in der zweiten und dritten Börsenreihe. TKMS DE000TKMS001 konnten sich der Abwärtstendenz im Rüstungssektor nicht entziehen, dann auch andere Branchenwerte wie Rheinmetall DE0007030009, Renk DE000RENK730 oder Hensoldt DE000HAG0005 zeigten wieder Schwäche. TKMS folgten dieser mit 2,3 Prozent Minus, obwohl der Marineschiffbauer seine Umsatzprognose nach oben geschraubt hat.
An allen Fronten sorgte Gerresheimer DE000A0LD6E6 für negative Schlagzeilen, wie die Aktien mit einem Einbruch um mehr als 30 Prozent zeigten. Erstmals seit 2009 kosteten sie wieder unter 20 Euro und dies deutlich. Der Verpackungshersteller musste wegen weiterem Anpassungsbedarf erneut seinen Geschäftsbericht verschieben. Laut dem UBS-Experten Olivier Calvet kam eine erneute Gewinnwarnung hinzu und auch der Ausblick auf das neue Jahr liege unter den Erwartungen.
Besseres hatte der Gerresheimer-Konkurrent Schott Pharma DE000A3ENQ51 zu berichten, dessen Kurs um mehr als acht Prozent hochschnellte, nachdem der Start in das neue Geschäftsjahr die Erwartungen klar übertroffen hatte. Trotz anhaltender Unsicherheiten strahle das Management weiter Optimismus für 2026 aus, schrieb der Jefferies-Fachmann James Vane-Tempest.
Übertroffen wurde Schott im SDax DE0009653386 nur von den VerbioDE000A0JL9W6-Aktien, die nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank um fast 12 Prozent hochschnellten. Eine Kaufempfehlung von der Berenberg Bank machte außerdem Wacker Chemie DE000WCH8881 im MDax mit mehr als sieben Prozent Plus zum Spitzenreiter.
Generell gefragt waren noch Stahlwerte, wie Thyssenkrupp DE0007500001 und Salzgitter DE0006202005 mit Anstiegen um bis zu vier Prozent zeigten. Deren Rally dehnte sich aus im Kielwasser von Konkurrent ArcelorMittal LU1598757687, der von Jefferies mit dem Argument der politischen Protektionsmaßnahmen zum Kauf empfohlen wurde. Die europäische Stahlbranche werde deutlich höhere Gewinne einfahren als in der Vergangenheit, argumentierte Analyst Cole Hathorn.
@ dpa.de
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