Frankfurt Eröffnung: Dax-Lethargie hÀlt an vor US-Zinsentscheid
20.03.2024 - 09:48:23Unweit des Rekordhochs und vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed scheuten die Anleger weiterhin eine klare Positionierung.
In der ersten Handelsstunde verlor der deutsche Leitindex 0,14 Prozent auf 17 962,44 Punkte. Damit blieb er in der engen Spanne der vergangenen Handelstage - die Marke von 18 000 Punkten erwies sich einmal mehr als hohe HĂŒrde. Knapp darĂŒber liegt bei 18 039 Punkten die am Donnerstag erreichte Rekordmarke. Der MDax DE0008467416 der mittelgroĂen Unternehmen sank am Mittwochmorgen um 0,62 Prozent auf 26 084,33 Punkte. FĂŒr den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es um 0,5 Prozent bergab.
Die Woche der Notenbanken findet am Abend in den USA ihre Fortsetzung. Dabei wird die Fed ihre Leitzinsen zwar voraussichtlich noch nicht verĂ€ndern. Die Anleger erhoffen sich aber Hinweise, wann mit der ersten Senkung zu rechnen ist und vor allem, wie stark die Notenbanker im Verlauf des Jahres an der Zinsschraube drehen werden. An den FinanzmĂ€rkten wird weiter erwartet, dass die Fed ihre Zinsen im Juni senken könnte. Die Zweifel sind jedoch zuletzt gewachsen. SchlieĂlich hatte sich der Preisauftrieb in den USA zuletzt unerwartet beschleunigt.
"Erteilt die US-Notenbank den Hoffnungen der Anleger auf eine erste Zinssenkung im Juni zumindest keine eindeutige Absage, könnte dem Dax der nachhaltige Sprung ĂŒber die 18 000-er Marke gelingen", schrieb Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. "Sollte die Erwartungshaltung in Sachen Zinswende allerdings ein weiteres Mal enttĂ€uscht werden, dĂŒrfte den Bullen langsam die Kraft ausgehen."
Am deutschen Aktienmarkt standen zunĂ€chst einige Unternehmenszahlen im Fokus. Der Strahlen- und Medizintechnikkonzern Eckert & Ziegler DE0005659700 enttĂ€uschte die Anleger mit einer drastischen DividendenkĂŒrzung auf 5 Cent je Aktie - am Markt waren 50 Cent erwartet worden. Dass die vorlĂ€ufigen Jahreszahlen laut einem HĂ€ndler ein wenig höher als erwartet ausfielen und der Ausblick erwartungsgemĂ€Ă, half den Aktien nicht: Mit einem Kursrutsch von 1,8 Prozent waren sie einer der gröĂten Verlierer im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386.
Derweil legten die Indexnachbarn Indus Holding DE0006200108 und PVA Tepla DE0007461006 endgĂŒltige Jahreszahlen vor. Die Beteiligungsgesellschaft Indus will ihren AktionĂ€ren fĂŒr das abgeschlossene GeschĂ€ftsjahr mit 1,20 Euro eine deutlich höhere Dividende zahlen als ein Jahr zuvor. Analysten hatten im Schnitt nur rund 96 Cent erwartet. Das honorierten die Anleger aber nur mĂ€Ăig: Die Anteilsscheine stiegen um 0,6 Prozent.
Beim Technologieunternehmen PVA Tepla reichte derweil eine BestĂ€tigung der bereits bekannten Eckdaten und Unternehmensziele fĂŒr einen Kursanstieg von 0,9 Prozent. Damit schafften die zuletzt schwachen Aktien die Trendwende und belegten einen der vorderen SDax-PlĂ€tze.
Noch besser schlug sich der Bahntechnikkonzern Vossloh DE0007667107 mit einem Kursanstieg um 3,6 Prozent. Zeitweise erreichten die Aktien des Index-Spitzenreiters den höchsten Stand seit April vergangenen Jahres. Die Baader Bank nahm die Beobachtung mit einer Kaufempfehlung auf - das Kursziel von 56 Euro impliziert vom aktuellen Bewertungsniveau aus ein Potenzial von 30 Prozent.
FĂŒr Dax-Schlusslicht Rheinmetall DE0007030009 ging es indes um 2,9 Prozent nach unten. Konzernchef Armin Papperger hat nach dem steilen Anstieg der vergangenen Monate Papiere des RĂŒstungskonzerns und Autozulieferers fĂŒr fast fĂŒnf Millionen Euro verkauft.
Die Anteilsscheine von Hugo Boss DE000A1PHFF7, Puma DE0006969603 und Adidas DE000A1EWWW0 verloren bis zu 2,5 Prozent. Börsianer sehen den enttĂ€uschenden Umsatzausblick des französischen LuxusgĂŒterkonzerns Kering FR0000121485 fĂŒr das laufende Quartal als Belastung zumindest fĂŒr die Branchenstimmung. Die Kering-Titel sackten prozentual zweistellig ab.

