Dax, EZB-Zinsentscheid

Dax startet vor EZB-Zinsentscheid kaum verÀndert

11.04.2024 - 09:34:22

Der Dax ist am Donnerstagmorgen kaum verÀndert in den Handelstag gestartet.

Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 18.080 Punkten berechnet, 0,1 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag. "Die hartnĂ€ckige Inflation in den USA wird zu einem Dilemma fĂŒr die wichtigsten Notenbanken der Welt", sagte Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets. "Das letzte StĂŒck in den Zielbereich von zwei Prozent stellt sich als schwieriger dar als erhofft und es ist nicht sicher, ob es tatsĂ€chlich erreicht werden kann."

Der Deutsche Aktienindex habe im Gefolge der Wall Street nach den enttĂ€uschenden Zahlen am Mittwoch deutlich verloren und kĂ€mpfe vor der Sitzung der EuropĂ€ischen Zentralbank um die 18.000er-Marke. "Der Wochenverlust betrĂ€gt bislang fast 300 Punkte." Die Zinsentscheidung der EZB am Nachmittag dĂŒrfe deshalb in erster Linie hervorbringen, dass die geldpolitischen EntscheidungstrĂ€ger in der Eurozone einen deutlich anderen Kurs einschlagen wĂŒrden als ihre Kollegen bei der Fed, erwartet Oldenburger. "Nach den letzten beiden Notenbanksitzungen im MĂ€rz haben sich auch die Erwartungen im Markt deutlich verschoben: Die Anleger gehen nicht mehr mehrheitlich davon aus, dass die Fed die Zinsen im Juni senken wird." Grund dafĂŒr seien neben der hartnĂ€ckigen Inflation insgesamt bessere Wirtschafts- und hier vor allem starke Arbeitsmarktdaten, die eine Senkung der Zinsen nicht wirklich nötig machten. Anders sehe es in Europa aus. "Hier erhöhte sich stattdessen die am Anleihemarkt gepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der EZB spĂ€testens im Juni." Im Gegensatz zu den USA sei das Risiko einer Rezession in Europa nach wie vor sehr hoch. Deutschland als die grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft der Eurozone verharre bestenfalls im Null-Wachstum. Damit sei die Ausgangslage fĂŒr das Meeting am Donnerstag klar: "Die EZB dĂŒrfte zwar noch keine Änderung an den Leitzinsen vornehmen, aber wohl die entscheidenden Schritte kommunizieren, wie sie im Sommer vorgehen wird", so der Marktexperte. Überraschend vor diesem Hintergrund sei die StĂ€rke des Euro im Vorfeld der Sitzung, obwohl die Eurozone vor mehreren Zinssenkungen stehe. "Eine ErklĂ€rung dafĂŒr könnte sein, dass die Anleger das Voranpreschen der EZB als Chance sehen, da niedrigere Zinsen der Wirtschaft helfen, sich zu erholen oder sie zumindest vor einer weiteren SchwĂ€che abschirmen. Mit anderen Worten, es ist die europĂ€ische Version einer sanften Landung", sagte Oldenburger. Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung tendierte am Donnerstagmorgen fast unverĂ€ndert. Ein Euro kostete 1,0744 US-Dollar (+0,01 Prozent), ein Dollar war dementsprechend fĂŒr 0,9307 Euro zu haben. Der Ölpreis sank unterdessen leicht: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 90,40 US-Dollar, das waren 8 Cent oder 0,1 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

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