Ergebnisse, Produktion/Absatz

Stratec kÀmpft weiter mit Lagerabbau der Kunden - Aktie fÀllt

28.03.2024 - 10:49:48 | dpa.de

Der Diagnostikspezialist Stratec DE000STRA555 setzt auf eine Belebung des GeschÀfts ab dem zweiten Quartal.

Im ersten Jahresviertel sei mit einer stark verhaltenen GeschĂ€ftsdynamik zu rechnen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Birkenfeld mit. Darauf folgend ließen etwa die Bestellprognosen der Kunden eine "stark ausgeprĂ€gte Belebung" bei der Umsatz- und Ergebnisentwicklung erwarten, hieß es. Im Gesamtjahr hofft das Management auf eine mindestens stabile GeschĂ€ftsentwicklung. An der Börse kamen die Neuigkeiten nicht gut an: Die Aktie gehörte mit 10 Prozent Abschlag zu den grĂ¶ĂŸten Verlierern im Kleinwerte-Segment SDax DE0009653386.

Der Umsatz von Stratec soll 2024 bereinigt um Wechselkurseffekte stabil bleiben oder leicht steigen, hieß es weiter. Davon dĂŒrften vor Zinsen, Steuern, sowie bereinigt um Sondereffekte (ber. Ebit) 10 bis 12 Prozent als operativer Gewinn bleiben. 2023 ging der wĂ€hrungsbereinigte Umsatz um 3,8 Prozent zurĂŒck auf knapp 262 Millionen Euro. Die operative Marge sank von 16,4 auf 10,3 Prozent und lag damit eher am unteren Ende der Erwartungen des Stratec-Managements.

Unterm Strich brach der Gewinn wegen höherer Zinsen sowie gestiegener Material- und Personalkosten sogar um ĂŒber die HĂ€lfte auf 13,1 Millionen Euro ein. Der Konzern hatte bereits vor einer Woche mitgeteilt, dass die AktionĂ€re fĂŒr 2023 lediglich eine Dividende von 55 Cent je Aktie erhalten sollen, nachdem ein Jahr zuvor 97 Cent geflossen waren.

Die Kunden von Stratec können die schwache Endkunden-Nachfrage nach medizinischen Tests momentan noch aus ihren teils erhöhten LagerbestĂ€nden bedienen. Außerdem wurden wĂ€hrend der Pandemie viele neue Labore eröffnet. Die vielfĂ€ltigen nachlaufenden Effekte der Pandemie sorgen laut Stratec weiterhin fĂŒr eine erhöhte VolatilitĂ€t im Bestellverhalten der Kunden. Deshalb sei die Planung fĂŒr 2024 mit grĂ¶ĂŸeren als ĂŒblichen Unsicherheiten verbunden.

Der Vorstand geht jedoch davon aus, dass die LagerbestĂ€nde bei den Kunden bis Mitte des Jahres 2024 wieder ein normalisiertes Niveau erreichen werden und sich damit die wieder leicht steigende Marktnachfrage der Endkunden auch in den eigenen Liefermengen widerspiegeln wird. Zudem sei die Nachfrage nach Immundiagnostik, ImmunhĂ€matologie oder HĂ€matologie gut, hieß es weiter. In diesen Bereichen haben die Kunden Stratec zufolge wĂ€hrend der Pandemie keine zusĂ€tzlichen Labor-KapazitĂ€ten aufgebaut.

FĂŒr die Anleger ist das nur ein kleines Trostpflaster. Getrieben durch die starke Nachfrage nach Covid-Tests war die Stratec-Aktie seit dem FrĂŒhjahr 2020 rasant gestiegen. Nach einer SchwĂ€chephase im ersten Halbjahr 2021 stieg der Kurs im September desselben Jahres auf ein Rekordhoch. Seitdem hat sich der Wert geviertelt.

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