Devisen: Euro bleibt unter Druck - Tiefster Stand seit November
12.04.2024 - 21:03:28Zuletzt kostete die GemeinschaftswÀhrung 1,0640 US-Dollar. Im europÀischen GeschÀft war der Euro auf den niedrigsten Stand seit Anfang November gefallen. Die EuropÀische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0652 (Donnerstag: 1,0729) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9387 (0,9320) Euro gekostet.
Der Euro gibt nach, weil der Zinsunterschied zwischen der Eurozone und den USA wachsen dĂŒrfte. WĂ€hrend die EZB auf eine erste Zinssenkung im Juni zusteuert, scheint die US-Zentralbank Fed mit einer Lockerung ihrer straffen Geldpolitik noch abwarten zu wollen. Ausschlaggebend ist die höhere und zĂ€he Inflation in den Vereinigten Staaten sowie die robustere Verfassung der dortigen Konjunktur. Höhere Zinsen kommen einer WĂ€hrung meist zugute, in diesem Fall dem Dollar.
Die am Nachmittag veröffentlichten US-Konjunkturdaten bestÀtigten das Bild einer hartnÀckigen Inflation in den USA. So sind April die Inflationserwartungen der dortigen Verbraucher laut einer Umfrage der UniversitÀt von Michigan gestiegen. Zudem haben die Einfuhrpreise im Februar deutlicher als erwartet zugelegt.
"Wenn die Konjunkturunterschiede zwischen Europa und den USA so groĂ werden wie gegenwĂ€rtig, dann kann auch die Geldpolitik temporĂ€r auseinandergehen, wobei sich mittelfristig die europĂ€ische Wirtschaft den KrĂ€ften der US-MĂ€rkte nicht ganz entziehen kann", kommentierte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. In der Eurozone dĂŒrfte nach einer Zinssenkung im Juni laut Kater im Herbst ein weiterer Schritt folgen.

