Ergebnisse, Produktion/Absatz

Fraport erwartet weniger Passagiere - Quartalszahlen ĂŒberzeugen

06.08.2024 - 10:59:05

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport DE0005773303 bekommt die Probleme bei Boeing US0970231058 zu spĂŒren.

Wegen LieferengpĂ€ssen bei Flugzeugen fĂŒr den Hauptkunden Lufthansa DE0008232125 werden in Frankfurt dieses Jahr weniger FluggĂ€ste abgefertigt, als bisher erhofft, wie Fraport am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Ein weiterer Grund seien zusĂ€tzliche Wartungsintervalle fĂŒr den Airbus 320 NL0000235190. Im zweiten Quartal lief es fĂŒr Fraport derweil besser als Analysten erwartet hatten. Die im MDax DE0008467416 notierte Aktie gab im Vormittagshandel nach.

Sie verlor am Dienstagvormittag zuletzt rund 1,3 Prozent. Der seit Juni anhaltende AbwÀrtstrend setzte sich damit fort. Seitdem hat die Aktie fast 18 Prozent verloren. Etwas höher sind die Verluste seit dem Jahreswechsel.

Der Fraport-Vorstand erwartet in diesem Jahr nur noch die untere HĂ€lfte der bislang avisierten Spanne von 61 bis 65 Millionen Passagieren an Deutschlands grĂ¶ĂŸtem Flughafen. Das Vorkrisenniveau von 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie, rĂŒckt damit wieder ein StĂŒck weiter in die Ferne. Damals hatte Fraport rund 70,6 Millionen Passagiere gezĂ€hlt - so viele wie nie zuvor. 2023 waren 59,4 Millionen FluggĂ€ste in Frankfurt unterwegs. 2025 oder 2026 soll der Frankfurter Flughafen wieder so viele Passagiere zĂ€hlen wie vor der Corona-Pandemie.

Grund fĂŒr die schleppende Erholung sind die Probleme beim US-Flugzeugbauer Boeing. Der darf die Produktion seiner Mittelstreckenjets wegen QualitĂ€tsmĂ€ngeln nicht weiter hochfahren. Und beim weltgrĂ¶ĂŸten Flugzeugbauer Airbus mĂŒssen hunderte Maschinen lĂ€nger am Boden bleiben, weil der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney ihre Turbinen vorzeitig in die WerkstĂ€tten zurĂŒckbeordert hat.

Nach einem Aufkommensplus von 10,4 Prozent im ersten Quartal sinke die Tendenz in Frankfurt, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte laut Mitteilung. Zwischen April und Juni belief sich das Verkehrsaufkommen auf lediglich 4,5 Prozent. Bremsend wirkten dabei auch die laut Fraport in Deutschland hohen Kosten.

Im TagesgeschĂ€ft lief es fĂŒr Fraport im zweiten Quartal aber besser als erwartet. JPMorgan-Analystin Elodie Rall fĂŒhrte dies vor allem auf die Entwicklungen im internationalen GeschĂ€ft zurĂŒck. Dazu zĂ€hlten auch EntschĂ€digungszahlungen durch Versicherungen in Höhe von 9 Millionen Euro, weil in der brasilianischen Stadt Porto Alegre der Flugbetrieb wegen starker RegenfĂ€lle und Überschwemmungen bis auf Weiteres eingestellt werden musste.

Konzernweit stieg der Umsatz bei Fraport in den drei Monaten bis Ende Juni um fast elf Prozent auf rund 1,15 Milliarden Euro. Davon blieben als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) knapp 355 Millionen Euro. Als Konzern-Ergebnis wies Fraport rund 148 Millionen Euro aus und unterm Strich belief sich der auf die AktionÀre anfallende Gewinn auf 134 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte dieser noch bei 102 Millionen gelegen.

Die Prognosen fĂŒr den operativen Gewinn bestĂ€tigte das Management um Chef Schulte, nimmt allerdings Abstand von den optimistischsten Szenarien. Dies sei eine sanfte, aber erwartete Aktualisierung, schrieb Jefferies-Analyst Graham Hunt. Sie spiegele das schwierige operative Umfeld von Fraport wider.

FĂŒr beide Kennzahlen erwartet der Fraport-Vorstand nun die Mitte der prognostizierten Bandbreiten. Diese liegt fĂŒr den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei 1,26 bis 1,36 Milliarden Euro und fĂŒr das Konzern-Ergebnis zwischen 435 und 530 Millionen Euro.

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