K+S: Keine EinschrÀnkung beim Kalibergbau im Werra-Gebiet
02.04.2025 - 15:01:47 | dpa.de"Wir erwarten keine Auswirkungen auf die Produktion in den nĂ€chsten Jahren", sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Mittelfristig sei die Entsorgung von salzhaltigem Abwasser aus den Kali-Werken im thĂŒringisch-hessischen Grenzgebiet auch ohne die stillgelegte Grube Springen gesichert.
Nach Angaben des Unternehmenssprechers wird salzhaltiges Abwasser aus dem Werra-Revier in das ehemalige Kali-Werk Siegmundshall bei Hannover gefahren. Die vor einigen Jahren stillgelegte Grube werde mit der Sole gefĂŒllt. Die Flutung erstrecke sich ĂŒber einen Zeitraum bis in die 2030er Jahre.
Weniger Abwasser seit einigen Jahren
Zudem wĂŒrde Abwasser entsprechend der staatlichen Auflagen auch in der Werra entsorgt. K+S unterhalte seit 2018 eine sogenannte Kristallisation-Flotation-Anlage. Seit deren Inbetriebnahme habe sich das Abwasseraufkommen des Werks Werra jĂ€hrlich um 20 Prozent reduziert. Mit einem Investitionsvolumen von 180 Millionen Euro war die Anlage nach Unternehmensangaben das bisher gröĂte Einzelprojekt zum GewĂ€sserschutz bei K+S.
Die Kali-Industrie an der Werra beschĂ€ftigt nach Angaben des Sprechers etwa 4.700 Arbeitnehmer beim Abbau der Rohstoffe, in den Werken sowie in Forschungseinrichtungen. Etwa 2.000 davon seien Arbeitnehmer aus ThĂŒringen, wo beim Kali-Werk Unterbreizbach (Wartburgkreis) auch ein Analyse- und Forschungszentrum bestehe.
Kali-Konzern rechnet nicht mehr mit Genehmigung
Hintergrund ist, dass das RegierungsprĂ€sidium Kassel kĂŒrzlich mitgeteilt hat, dass es gegen die von K+S geplante Einleitung von salzhaltigem Abwasser in die Grube Springen Sicherheitsbedenken hat. Das RegierungsprĂ€sidium hat nach eigenen Angaben dem Vorhaben "das notwendige Einvernehmen versagt". Die Entscheidung sei dem ThĂŒringer Landesamt fĂŒr Umwelt, Bergbau und Naturschutz in Jena mitgeteilt worden, das bei dem Genehmigungsverfahren die FederfĂŒhrung hat.
Ein Staatsvertrag zwischen ThĂŒringen und Hessen regelt, dass bei grenzĂŒberschreitenden Kali-Projekten zwischen den Behörden beider LĂ€nder Einvernehmen herzustellen ist. "Wir haben bisher keine Absage. Wir rechnen aber nicht mit einer Genehmigung", sagte der K+S-Sprecher. Das RegierungsprĂ€sidium Kassel argumentierte, K+S habe nicht den Nachweis erbringen können, dass die Barriere durch einen Sicherheitspfeiler zwischen den hessischen und den thĂŒringischen Bergwerksbereichen auch bei dauerhafter Einleitung salzhaltigen Wassers gewĂ€hrleistet ist. Es wĂŒrden unter anderem wegen der Untertagedeponie Herfa-Neurode besonders hohe PrĂŒfmaĂstĂ€be zur Langzeitsicherheit gelten.
Springen gilt als feuchte Grube
Er betonte, Fachleute des Unternehmens hielten die Einleitung speziell aufbereiteter und damit hochkonzentrierter salzhaltiger AbwĂ€sser in die seit Jahrzehnten stillgelegte Kali-Grube Springen fĂŒr sicher. In Springen gibt es einen natĂŒrlichen Zulauf von SĂŒĂwasser, das aufwendig abgepumpt werden muss.
K+S sucht seit Jahren nach Alternativen, um salzhaltige AbwĂ€sser aus seinen Werken zu entsorgen. BĂŒrger in der Region befĂŒrchten UmweltschĂ€den. Das Unternehmen ist in den stillgelegten Kali-Gruben Merkers und Springen in ThĂŒringen auch fĂŒr unterirdische Sicherungsarbeiten zustĂ€ndig, die vom Land ThĂŒringen jĂ€hrlich mit einem Millionenbetrag bezahlt werden.
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