SpezialdĂŒnger liefern K+S weiter RĂŒckenwind - Aktie legt zu
14.08.2024 - 11:34:44Diese erzielen höhere Preise als etwa Standardware im wichtigen Markt Brasilien. Zudem konnten die Hessen im zweiten Quartal die Verkaufsmengen sowohl im GeschĂ€ft mit Landwirten als auch mit der Industrie steigern. Aber auch die gesunkenen Gaspreise halfen, niedrigere durchschnittliche Kalipreise wettzumachen. Insgesamt lief es laut Unternehmensangaben beim Umsatz besser und beim Gewinn in etwa wie von Analysten im Mittel erwartet. Den Gewinnausblick fĂŒr 2024 engte Konzernchef Burkhard Lohr am Mittwoch bei der Zahlenvorlage etwas ein.
Die zuletzt arg gebeutelte Aktie legte am Morgen als einer der Favoriten im Index der mittelgroĂen Börsenwerte MDax um 1,4 Prozent auf 11,48 Euro zu. Im laufenden Jahr summieren sich die Verluste aber immer noch auf rund 20 Prozent.
Der Konzern steigerte den Umsatz von April bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 6 Prozent auf knapp 874 Millionen Euro. Dazu steuerte das GeschĂ€ft mit der Landwirtschaft 616 Millionen bei, das Industrie-Segment 258 Millionen. Anders als im GeschĂ€ft mit Landwirten sanken die Erlöse im IndustriegeschĂ€ft zwar, gleichwohl spricht das Unternehmen von einer spĂŒrbaren Erholung der Nachfrage, was die Verkaufsmenge angekurbelt habe.
Vom Konzernumsatz blieben gut 128 Millionen Euro als Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hĂ€ngen, ein Vielfaches des Vorjahreswertes. Das um Effekte aus den Marktwertschwankungen von SicherungsgeschĂ€ften bereinigte Konzernergebnis erreichte 6,5 Millionen Euro, nach einem Verlust von fast 55 Millionen vor einem Jahr. Damals hatte der Konzern neben niedrigen Kalipreise vor allem die Folgen eines Hafenstreiks in Kanada zu spĂŒren bekommen, wo K+S erst vor wenigen Jahren das Werk Bethune errichtet hatte.
FĂŒr das Gesamtjahr kalkuliert Lohr nun mit einem operativen Ergebnis (Ebitda) von 530 bis 620 Millionen Euro; der Mittelwert bleibt der gleiche wie beim alten Ziel von 500 bis 650 Millionen. Dabei wird ein weitgehend stabiler Kalipreis fĂŒr den Rest des Jahres unterstellt. Diese Annahme sieht Lohr durch jĂŒngste Kali-LiefervertrĂ€ge groĂer Konkurrenten mit den wichtigen AbnehmerlĂ€ndern Indien, vor allem aber China, untermauert. An diesen Preisen orientiert sich der Rest der Branche, auch mit Blick auf andere Regionen der Welt.
"Es könnte sein, dass die Spot-Preise im Herbst noch mal anspringen, weil dann nochmal DĂŒngesaison in Brasilien ist. Aber das wĂ€re dann so spĂ€t im Jahr, dass die Auswirkungen auf unser Ebitda sehr gering sein wĂŒrden", sagte Lohr in einem auf der Unternehmenswebseite veröffentlichten Interview.
Was ArbeitskĂ€mpfe bei der kanadischen Bahn und von Hafenarbeitern fĂŒr Folgen haben könnten, ist derweil unklar. Sollte es ĂŒberhaupt zu Streiks kommen, hat K+S verschiffbare LagerbestĂ€nde fĂŒr ein bis zwei Wochen, erklĂ€rte ein Sprecher auf Nachfrage. In der Vergangenheit seien solche Streiks aber oft recht schnell beendet gewesen.
Der um Sondereffekte bereinigte freie Finanzmittelfluss soll im laufenden Jahr weiterhin ausgeglichen sein, "und das, obwohl wir relativ viel investieren werden, insbesondere in die beiden Transformationsprojekte Werra 2060 und in den Ramp-Up in Bethune", sagte der K+S-Chef. Die Kali-KapazitÀt in Bethune soll langfristig auf bis zu vier Millionen Tonnen ausgebaut werden. Mit Blick auf das deutsche Werra-Werk soll durch Investitionen die Laufzeit verlÀngert werden. Zudem will K+S dort mehr gewinntrÀchtigere Spezialprodukte herstellen und die Menge von ProduktionsabwÀssern senken.

