TrÀger Welthandel bremst DHL - Ziele bestÀtigt
07.05.2024 - 10:30:48 | dpa.deEine deutliche Belebung der Weltkonjunktur sei im ersten Quartal ausgeblieben, teilte der Dax-Konzern DE0008469008 am Dienstag in Bonn mit. Viele Unternehmen bauen weiterhin LagerbestĂ€nde ab. Dadurch werden weniger Waren transportiert. AuĂerdem sind die Preise fĂŒr Transporte momentan niedriger - auch das lastet auf den GeschĂ€ftszahlen von DHL. Ab der zweiten JahreshĂ€lfte erwartet der Vorstand aber weiterhin eine positivere wirtschaftliche Entwicklung. Er bestĂ€tigte deshalb seine Ziele fĂŒr das Gesamtjahr ebenso wie fĂŒr die Zeit bis 2026.
Die DHL-Aktie rutschte kurz nach Handelseröffnung um rund zwei Prozent ins Minus und erreichte damit fast das tiefste Niveau des laufenden Jahres. Etwas spĂ€ter drehte ihr Kurs jedoch mit rund einem halben Prozent ins Plus. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld bleibe fĂŒr den Konzern herausfordernd, schrieb Alexander Irving vom US-Analysehaus Bernstein Research.
Im ersten Quartal ging der Umsatz von DHL um gut drei Prozent auf knapp 20,3 Milliarden Euro zurĂŒck. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um fast ein FĂŒnftel auf gut 1,3 Milliarden Euro. Unterm Strich war der GewinnrĂŒckgang auf 743 Millionen Euro Ă€hnlich stark. Der Vergleich mit den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten fiel durchwachsen aus: Die Erlöse waren etwas schwĂ€cher, der Gewinn im TagesgeschĂ€ft in etwa wie erwartet, der Ăberschuss etwas stĂ€rker.
Finanzchefin Melanie Kreis berichtete in einer Telefonkonferenz mit Journalisten von dem Sparkurs, den der Konzern in den vergangenen Monaten eingeleitet hat. Reisen und Veranstaltungen wĂŒrden konzernweit eingeschrĂ€nkt. Dies reiche aber nicht aus. Deshalb mĂŒssten auch im operativen GeschĂ€ft Kosten gesenkt werden.
So passt DHL das Netzwerk im gröĂten und profitabelsten GeschĂ€ftsteil mit zeitkritischen Express-Sendungen an. Der GeschĂ€ftsbereich setzt kleinere Flugzeuge ein. Auch nutze DHL stĂ€rker die FrachtrĂ€ume von Passagierflugzeugen, statt Sendungen mit eigenen Frachtjets zu transportieren, berichtete Kreis. Zudem ersetze der Konzern geleaste Flugzeuge bei Ablauf der VertrĂ€ge durch kleinere Maschinen.
Unterdessen hat der Konzern bei DHL Express und im FrachtgeschĂ€ft Personal abgebaut. Dabei sei ĂŒberwiegend die natĂŒrliche Fluktuation von Angestellten genutzt worden, betonte die Managerin. In beiden Sparten ging das operative Ergebnis im ersten Quartal um rund 30 Prozent zurĂŒck.
Auch das europĂ€ische PaketgeschĂ€ft bĂŒĂte an operativem Gewinn ein, was die DHL mit höheren Investitionen begrĂŒndete. Das Angebot von Lieferketten-Logistik entwickelte sich hingegen positiv. Hier bietet der Konzern seinen Kunden etwa den Betrieb von Lagern und die Abwicklung von Versandretouren an. Das deutsche Brief- und PaketgeschĂ€ft schnitt ebenfalls besser ab, nachdem im Vorjahr die Tarifverhandlungen das Ergebnis belastet hatten.
"Wir befinden uns in einer ungewöhnlich langen Phase mit einer geringen Dynamik im Welthandel", sagte DHL-Chef Tobias Meyer. Er geht davon aus, dass der Welthandel ab dem zweiten Halbjahr lebhafter wird, und bestĂ€tigte die Ziele fĂŒr 2024 und 2026.
Der Vorstand prognostiziert fĂŒr das laufende Jahr ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwischen 6 und 6,6 Milliarden Euro. Im schlechtesten Fall wĂ€re das ein RĂŒckgang von gut 5 Prozent im Vergleich zu 2023 - im besten Fall ein Anstieg um 4 Prozent. Dem Rekordniveau von 2022 bleibt die DHL damit aber in jedem Fall fern - im Zweifel noch mehrere Jahre lang. Damals hatte der Konzern im TagesgeschĂ€ft 8,4 Milliarden Euro verdient. FĂŒr 2026 hat der Vorstand zwischen 7,5 und 8,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
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