Ergebnisse, Produktion/Absatz

Fresenius erhöht Ziele fĂŒr KrankenhausgeschĂ€ft - Aktie im Plus

05.06.2024 - 14:17:27 | dpa.de

Der Medizinkonzern Fresenius DE0005785604 wird fĂŒr seine Tochter Helios zuversichtlicher.

Das Unternehmen will nun das obere Ende der im laufenden Jahr fĂŒr den Krankenhausbetreiber gesteckten Ziele erreichen und erwartet entsprechend bei seiner Tochter mehr Gewinn und ein stĂ€rkeres Umsatzwachstum. ZukĂ€ufe sind dabei nicht geplant. An der Börse kam dies gut an: Die Fresenius-Aktie legte gegen Mittag um mehr als drei Prozent zu.

"Wir sind in einem Wachstumsmarkt, der Markt wĂ€chst sowohl in Deutschland als auch in Spanien", sagte Unternehmenschef Michael Sen am Mittwoch in einer Telefonkonferenz anlĂ€sslich des Kapitalmarkttags in London. Die GeschĂ€fte seien verlĂ€sslich, weil sie in einem regulierten Markt und damit stabil seien. Das Unternehmen wolle Marktanteile gewinnen und ausbauen. Dazu brauche es keine Übernahmen und Fusionen.

Die wichtigsten Wachstumstreiber in Deutschland seien eine Clusterbildung - ein Verbund von zwei bis fĂŒnf Kliniken - sowie eine Spezialisierung der Kliniken. Hinzu kĂ€me eine stĂ€rkere Integration der ambulanten Versorgung und eine StĂ€rkung der Notfallversorgung. Im spanischen KlinkgeschĂ€ft sorgten technologiebasierte Weiterentwicklungen, verschiedene Initiativen zur Steigerung der AttraktivitĂ€t fĂŒr Ärzte sowie ein selektiver Netzwerkausbau fĂŒr Wachstum.

Der gesamte Krankenhausmarkt in Deutschland hatte 2023 Fresenius zufolge ein Volumen von rund 120 Milliarden Euro. "Wir erwarten, dass der Markt bis 2027 jĂ€hrlich etwa um 3 bis 4 Prozent wĂ€chst", erlĂ€uterte Sen. Die Treiber seien der demografische Wandel, die Alterung der Bevölkerung und das damit verstĂ€rkte Auftreten von chronischen Erkrankungen. Letzteres helfe auch der Tochter Kabi, dem GeschĂ€ftsbereich mit Produkten zur klinischen ErnĂ€hrung, Infusionen und Arzneimitteln. "DarĂŒber hinaus erwarten wir, dass Helios von der Krankenhausreform profitiert", fĂŒgte der Unternehmenschef hinzu.

Mit der Krankenhausreform will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die Finanzierung, Organisation und das Leistungsspektrum der rund 1700 KrankenhĂ€user in Deutschland grundlegend verĂ€ndern. Ein wesentliches Ziel ist es, dass die KrankenhĂ€user in Deutschland unter weniger finanziellem Druck stehen und sich bei Behandlungen stĂ€rker spezialisieren sollen. KĂŒnftig sollen Kliniken 60 Prozent der VergĂŒtung schon fĂŒr das Vorhalten bestimmter Angebote bekommen.

In Spanien besitze Fresenius mit QuirĂłnsalud einer der modernsten Krankenhaus- und Klinkenketten in Europa, erlĂ€uterte Sen. In dem Land gebe es neben dem öffentlichen Gesundheitssystem auch ein privates. Letzteres mache 20 Prozent des Marktes aus und sei etwa 21 Milliarden Euro schwer. Bis 2027 werde das private Segment jĂ€hrlich um vier bis fĂŒnf Prozent wachsen. Auch in Spanien spiele der demografische Wandel eine wichtige Rolle, aber auch die zunehmende Akzeptanz einer privaten Krankenversicherung.

FĂŒr 2024 rechnet die Fresenius-Spitze jetzt fĂŒr Helios mit einem organischen Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich. Zuvor war der Konzern im schlechtesten Fall von einem Plus im unteren einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Beim operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) strebt der Konzern eine Marge von wĂ€hrungsbereinigt 10 bis 11 Prozent an. Hier hatte die Spanne bisher bei 9 bis 11 Prozent gelegen.

FĂŒr die nĂ€chsten Jahre geht der Vorstand fĂŒr die Tochter von einem organischen Umsatzplus von 4 bis 6 Prozent pro Jahr aus. Die operative Marge soll bei 10 bis 12 Prozent liegen. Bislang hatte das Unternehmen im Jahr ein organisches Umsatzplus von 3 bis 5 Prozent und eine operative Gewinn-Marge von 9 bis 11 Prozent angepeilt.

Fresenius Helios besitzt rund 140 KrankenhÀusern und mehr als 400 ambulante Einrichtungen unter den Marken Helios in Deutschland und Quirónsalud in Spanien und Kolumbien.

Indes gab Sen auch Einblick in die neue Struktur des Dax-Unternehmens DE0008469008 aus Bad Homburg: Der Umbau des Konzerns sei abgeschlossen, sagte er. Fresenius konzentriert sich nun auf sein KlinikgeschĂ€ft rund um Deutschlands grĂ¶ĂŸte Krankenhausgesellschaft Helios und den Generikahersteller Kabi. Nachdem der Konzern den mehrheitlichen Verkauf des RehabilitationsgeschĂ€fts von Vamed an einen Finanzinvestor vereinbart hatte, hat er kĂŒrzlich auch mit den österreichischen Bauunternehmen Porr und Strabag AT000000STR1 einen KĂ€ufer fĂŒr das Vamed-GeschĂ€ft in Österreich gefunden. Die frĂŒhere Tochter Fresenius Medical Care (FMC) DE0005785802 ist außerdem inzwischen vom Konzern entflochten und wird nur noch als Finanzbeteiligung behandelt. Darin soll sich erst einmal nichts Ă€ndern.

"Im Moment ist die Trennung nicht auf der Agenda", sagte Sen bezĂŒglich der Beteiligung an FMC. Das Management glaube, dass der Wert dieses Investment noch gesteigert werden könne. Die FMC habe einen klaren Fahrplan, wie sie ihre Performance verbessern wolle. Das Patientenwachstum bei FMC komme gerade zurĂŒck. Diese Wachstumsdynamik will Sen noch mitnehmen. Fresenius hĂ€lt knapp ein Drittel an dem Dialysespezialisten.

So schÀtzen die Börsenprofis Ergebnisse Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis  Ergebnisse Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
DE0005785604 | ERGEBNISSE | boerse | 65285597 |