Energiekonzern, Erdgasbohrungen

Energiekonzern darf mit Erdgasbohrungen vor Borkum beginnen

01.09.2025 - 11:40:10 | dpa.de

Der niederlÀndische Energiekonzern One-Dyas darf in der Nordsee vor der Insel Borkum nun auch auf deutschem Hoheitsgebiet nach Erdgas bohren.

Das zustĂ€ndige NiedersĂ€chsische Landesamt fĂŒr Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat einem von dem Unternehmen beantragten Sofortvollzug fĂŒr die Bohrungen zugestimmt. Damit könne das Unternehmen sofort mit den Bohrungen beginnen, sagt ein LBEG-Sprecher.

Eine Genehmigung dafĂŒr hatte die Behörde bereits im vergangenen Jahr erteilt, dagegen klagt allerdings die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Diese Klage hatte bislang eine aufschiebende Wirkung. Auf niederlĂ€ndischem Gebiet hatte One-Dyas bereits im MĂ€rz mit einer Testphase die Erdgasförderung begonnen.

Das Landesbergbauamt fĂŒhrt mehrere GrĂŒnde an, warum - trotz des noch ausstehenden Gerichtsverfahrens - nun ein Sofortvollzug angeordnet wurde. "Mit dieser Entscheidung kommt das LBEG dem ĂŒberwiegenden öffentlichen Interesse an einer sicheren Energieversorgung nach", teilte die Behörde mit. Wegen einer unsicheren weltpolitischen Lage sei es "im Interesse einer sicheren Energieversorgung geboten", die AbhĂ€ngigkeit von Erdgasimporten aus Regionen außerhalb der EuropĂ€ischen Union zu verringern.

Welche weiteren GrĂŒnde die Behörden nennt

Das LBEG verweist zudem auf eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts LĂŒneburg von Mitte August zu einem Stromkabel, mit dem die Erdgasförderplattform mit Energie vom Offshore-Windpark Riffgat versorgt werden soll. Das Gericht hatte den Weg fĂŒr die Verlegung des Kabels freigemacht. Auch dagegen hatten UmweltschĂŒtzer geklagt. Sie fĂŒrchten, dass schĂŒtzenswerte Unterwasserbiotope und Riffe dadurch zerstört werden.

Auch ein fĂŒr die Erdgasförderung nötiges völkerrechtliches Abkommen zwischen Deutschland und den Niederlanden, ein sogenanntes Unitarisierungsabkommen, liegt inzwischen vor. Der Vertrag, der unter anderem die Aufteilung der Erdgasressourcen regelt, ist laut LBEG vergangene Woche von beiden Staaten unterzeichnet worden. Das Bundeskabinett hatte zuvor dem Abkommen Anfang Juli zugestimmt.

"Durch diese rechtlichen und politischen Entscheidungen ist jetzt eine neue Situation entstanden - auch im Hinblick auf den von One-Dyas beantragten Sofortvollzug fĂŒr den Planfeststellungsbeschluss", sagt LBEG-PrĂ€sident Carsten MĂŒhlenmeier in einer Mitteilung.

UmweltverbĂ€nde und auch Teile der niedersĂ€chsischen Landesregierung sind gegen die neue Gasförderung, die in einem Gebiet nahe dem NiedersĂ€chsischen Nationalpark Wattenmeer erfolgt. Auf Borkum ist die Sorge groß, dass die Gasförderung auch Umweltfolgen fĂŒr die Insel und das benachbarte Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer haben könnte. Die errichtete Förderplattform liegt rund 20 Kilometer vor der Insel.

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