Daimler Truck kÀmpft weiter mit schwachem US-Markt - Ausblick verhalten
12.03.2026 - 08:15:46 | dpa.deDer um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern fiel um fast ein FĂŒnftel auf 3,78 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Leinfelden-Echterdingen mitteilte. Die bereinigte operative Ergebnismarge im IndustriegeschĂ€ft - also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet - lag bei 7,8 Prozent und damit 1,1 Prozentpunkte tiefer als ein Jahr zuvor.
FĂŒr das neue Jahr nimmt sich Chefin Karin Radström hier 6 bis 8 Prozent vor. Analysten hatten fĂŒr das vergangene Jahr etwas weniger erwartet, beim Ausblick auf die Marge 2026 lagen sie bisher fast am oberen Ende der anvisierten Bandbreite. Den Umsatz erwartet die Managerin mit 42 bis 46 Milliarden Euro im IndustriegeschĂ€ft ĂŒberraschend niedrig.
Die Aktie fiel vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um 2,4 Prozent gegenĂŒber dem Xetra-Schluss vom Vortag. Bisher hat das Papier im laufenden Jahr im Xetra-Handel allerdings knapp 13 Prozent zugelegt, auch der Ausbruch des Nahost-Kriegs sorgte nur kurz fĂŒr Belastung.
Das Unternehmen gab sich zuversichtlich, weil die lange Zeit lahmenden Bestellungen wieder anziehen. Der Auftragseingang stieg vergangenes Jahr um 2 Prozent auf 425.458 Fahrzeuge, im Schlussquartal zogen sie gar im Jahresvergleich um 13 Prozent an.
Der Erlös im IndustriegeschĂ€ft ging 2025 um 10 Prozent auf 45,9 Milliarden Euro zurĂŒck. Unter dem Strich sackte der Gewinn um 34 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro ab. Die Dividende soll jedoch ĂŒberraschend mit 1,90 Euro stabil bleiben.
Der Konzern habe "2025 in einem anspruchsvollen GeschĂ€ftsumfeld mit rĂŒcklĂ€ufigen SchlĂŒsselmĂ€rkten ein resilientes Konzernergebnis" erzielt, hieĂ es vom Unternehmen. "Unsere Ergebnisse fĂŒr 2025 zeigen eine verbesserte operative Performance in einem herausfordernden GeschĂ€ftsumfeld", sagte Radström laut Mitteilung.
MarktschwĂ€che in Nordamerika drĂŒckt auf Absatz
Der Absatz war 2025 zurĂŒckgegangen. Insgesamt verkaufte der Konzern im vergangenen Jahr 422.510 Lkw und Busse. Das entspricht einem Minus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
In Nordamerika brach der Absatz um 26 Prozent ein. Dort verkaufte der Konzern 2025 nur noch rund 142.000 Fahrzeuge. Der Markt schwĂ€chelt, weil sich Speditionen beim Bestellen neuer Fahrzeuge zurĂŒckhalten. Unter anderem wegen der US-Zölle lĂ€sst sich das in den kommenden Jahren anfallende Transportvolumen schwer einschĂ€tzen.
Sparprogramm "Cost Down Europe"
Um wettbewerbsfÀhiger zu werden, hatte Daimler Truck im vergangenen Jahr das Sparprogramm "Cost Down Europe" aufgelegt. Bis 2030 sollen damit die laufenden Kosten auf dem Heimatkontinent um mehr als eine Milliarde Euro sinken. In Deutschland sollen deshalb ungefÀhr 5.000 Stellen wegfallen. Betroffen ist insbesondere die Lkw-Marke Mercedes-Benz. Aber auch in Nordamerika soll gespart werden.
"Wir setzen unsere EffizienzmaĂnahmen schneller um als geplant", sagte Radström laut Mitteilung. 2025 habe das Unternehmen bereits Nettoeinsparungen von ĂŒber 100 Millionen Euro erzielt, teilte der Dax-Konzern mit. FĂŒr 2026 strebe Daimler Truck Gesamt-Nettoeinsparungen von mindestens 250 Millionen Euro an.
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