ROUNDUP, Kontron

Kontron enttÀuscht trotz ZuwÀchsen - Aktie rutscht ans SDax-Ende

26.03.2026 - 11:50:38 | dpa.de

Der österreichische Technologiekonzern Kontron AT0000A0E9W5 hat trotz eines Gewinnsprungs die Erwartungen von Anlegern verfehlt.

Im vergangenen Jahr legte der operative Gewinn zwar krĂ€ftig zu, doch Experten hatten sich noch mehr ausgerechnet. Auch die Prognosen des Managements fĂŒr 2026 fallen im Vergleich zu den Berechnungen von Analysten eher bescheiden aus. An der Börse wurden die Neuigkeiten vom Donnerstagmorgen entsprechend mit einem Kursrutsch quittiert.

Die Kontron-Aktie verlor am Vormittag zeitweise mehr als 15 Prozent. Zuletzt lag sie immer noch mit gut 14 Prozent im Minus bei 17,97 Euro und war damit eines der Schlusslichter im Kleinwerte-Index SDax DE0009653386. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier inzwischen mehr als ein FĂŒnftel an Wert verloren.

Branchenexperte Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies sieht die Kontron-Aktie dennoch auf dem Weg zu einem Kurs von 27 Euro. Das Unternehmen habe zwar die Umsatzprognosen verfehlt, seine ProfitabilitÀt jedoch deutlich verbessert. Zudem solle sich das operative Ergebnis bis 2030 nahezu verdoppeln.

Im vergangenen Jahr fiel Kontrons Umsatz auch wegen des weitgehenden Verkaufs der Modulsparte Jumptec um fast fĂŒnf Prozent auf etwas mehr als 1,6 Milliarden Euro. Zu dem RĂŒckgang trug bei, dass sich das Unternehmen stĂ€rker auf GeschĂ€fte mit höheren Margen konzentriert.

Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 15 Prozent auf 220,5 Millionen Euro zu. Der Überschuss wuchs auch dank der Abspaltung des GeschĂ€fts mit kompakten Computermodulen sogar um mehr als die HĂ€lfte auf 141 Millionen Euro.

FĂŒr das laufende Jahr zeigte sich Kontron-Chef Hannes Niederhauser trotz des Kriegs am Persischen Golf und des Trends zu höheren Zöllen optimistisch: "WĂ€hrend geopolitische Spannungen, Protektionismus und regulatorische Anforderungen das Umfeld erschweren, eröffnen sich gleichzeitig erhebliche Wachstumschancen." Dies gelte besonders fĂŒr die Bereiche Verteidigung, Transport und Cybersicherheit.

An AuftrĂ€gen mangelt es Kontron derzeit nicht: Im vergangenen Jahr wuchs der Auftragsbestand von rund 2,1 Milliarden auf rund 2,5 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr soll der Umsatz nach Niederhausers PlĂ€nen nun auf 1,75 bis 1,8 Milliarden Euro klettern. Analysten hatten jedoch bereits das obere Ende der Spanne auf dem Zettel. Der Vorstand macht seine Prognose vor allem von der Entwicklung des GeschĂ€fts mit Wallboxen fĂŒr Elektroautos abhĂ€ngig.

Der bereinigte operative Gewinn soll nach der Prognose des Vorstands auf 225 Millionen Euro zulegen. FĂŒr das Jahr 2030 hat Niederhauser einen Umsatzanstieg auf 2,6 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn (Ebitda) von 420 Millionen Euro im Auge. Dabei soll sich der Anteil von UmsĂ€tzen aus den USA und China von derzeit 15 auf 30 Prozent verdoppeln.

Bereits am Mittwoch hatte das Unternehmen seine PlĂ€ne fĂŒr den RĂŒckkauf eigener Aktien konkretisiert. Die Gesellschaft will den Kursrutsch der vergangenen Tage nutzen und bis zu 2,9 Millionen eigene Aktien fĂŒr höchstens 50 Millionen Euro erwerben. Am Donnerstag vergangener Woche war der Kurs ohne ersichtlichen Grund um zeitweise fast ein Viertel abgestĂŒrzt.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis  Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
boerse | 68993651 |