ROUNDUP, Apothekerverband

Apothekerverband warnt vor Arzneimittel-EngpÀssen

14.09.2025 - 17:20:34

Der PrÀsident der Bundesvereinigung Deutscher ApothekerverbÀnde, Thomas Preis, sieht die Versorgung mit einigen Arzneimitteln in Gefahr.

"Auch in diesen Winter gehen wir sehr schlecht vorbereitet. Das Thema LieferengpÀsse bei Arzneimitteln ist ein Dauerthema geworden in den Apotheken", sagte Preis der "Bild am Sonntag".

Aktuell sind nach Preis' Angaben ĂŒber 500 Medikamente offiziell als schwer verfĂŒgbar gemeldet, bei einigen liege sogar ein "Versorgungsmangel" vor. Besonders betroffen seien Antibiotika-SĂ€fte fĂŒr Kinder, ein Asthma-Mittel sowie ADHS-Medikamente. FĂŒr Fieber- und ErkĂ€ltungsmittel sowie HustensĂ€fte hingegen sei "die Versorgung sichergestellt", sagte Preis.

Als Grund fĂŒr EngpĂ€sse nennt der VerbandsprĂ€sident die AbhĂ€ngigkeit von ProduktionsstĂ€tten außerhalb Europas. "Deutschland war frĂŒher die Apotheke der Welt, jetzt steht die Apotheke der Welt in China oder Indien. Und wenn dort Werke Produktionsprobleme haben, dann schlĂ€gt sich das sofort in der Versorgung in Europa und in Deutschland nieder."

Sozialverband: BĂŒrokratische HĂŒrden abbauen

Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) sieht Handlungsbedarf. MedikamentenengpĂ€sse seien fĂŒr viele Menschen eine enorme Belastung, insbesondere fĂŒr Ältere, chronisch Kranke und Menschen mit Behinderungen, teilte SoVD-Vorstandsvorsitzende Michael Engelmeier mit. "Der Vorstoß der EU-Kommission im MĂ€rz, die Produktion in Europa zu stĂ€rken, muss daher dringend weiterverfolgt und so die Medikamentenversorgung wieder stĂ€rker in die eigene Hand genommen werden, um NotstĂ€nde zu vermeiden und die Patientensicherheit zu gewĂ€hrleisten."

Der Sozialverband forderte zudem mehr Handlungsspielraum fĂŒr Apotheken, um bĂŒrokratische HĂŒrden abzubauen und eine schnelle Versorgung zu ermöglichen.

@ dpa.de