FischereiprÀsident sieht Selbstversorgung gefÀhrdet
01.07.2025 - 13:30:27 | dpa.de"In Deutschland kann der Selbstversorgungsgrad mit Fischereiprodukten demnĂ€chst unter zehn Prozent fallen", sagte Sander laut Redemanuskript bei der Eröffnung des Deutschen Fischereitages in NĂŒrnberg. "Wir haben in letzter Zeit den Eindruck gewonnen, dass man sich in Deutschland etwas zu sicher fĂŒhlt, was die Lebensmittelversorgung betrifft."
Die Selbstversorgung der EU mit Fisch sei in den vergangenen Jahren von etwa 50 auf 30 Prozent gesunken - und die AbhĂ€ngigkeit von Importen gestiegen, sagte Sander. Der Trend mĂŒsse umgekehrt werden.
Laut Bundesanstalt fĂŒr Landwirtschaft und ErnĂ€hrung (BLE) lag der Versorgungsgrad von Fisch in Deutschland im vergangenen Jahr vorlĂ€ufig bei 20,4 Prozent.
Fischer klagen ĂŒber BĂŒrokratie und EU-Gesetz
Fischer in Deutschland leiden Sander zufolge unter BĂŒrokratie und ihren Kosten. Vom "Ei bis zur Verwertung" mĂŒssen sie laut dem PrĂ€sidenten alles dokumentieren. Der Aufwand untergrabe die WettbewerbsfĂ€higkeit.
AuĂerdem setze der Naturschutz der Fischerei zu. "Unsere nĂ€chste gemeinsame GroĂbaustelle wird das Gesetz zur Wiederherstellung der natĂŒrlichen Ăkosysteme", sagte Sander. Das im Juni 2024 verabschiedete EU-Gesetz sieht eine Renaturierung geschĂ€digter LebensrĂ€ume an Land und im Meer vor. So seien die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, bis 2030 auf mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresgebiete WiederherstellungsmaĂnahmen einzuleiten.
Fischer haben mehr Fisch angelandet
Die deutsche Hochsee- und KĂŒstenfischerei brachte im vergangenen Jahr rund 162.530 Tonnen Fisch an Land, meldet die BLE. Das entspricht einem Plus von vier Prozent im Vergleich zu 2023. Gleichzeitig sanken die Erlöse leicht von etwa 182 auf 180 Millionen Euro.
"Ein Grund fĂŒr den Anstieg der Anlandemengen sind höhere Fangquoten bei Schwarmfischen wie beispielsweise Hering", sagte BLE-Referatsleiter Lutz Wessendorf laut Mitteilung. So stieg der Heringsfang 2024 mit etwa 60.483 Tonnen um 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der RĂŒckgang der Erlöse liege daran, dass vermehrt gĂŒnstiger Fisch gefangen worden sei.
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