Preis des Deutschlandtickets soll 2026 auf 63 Euro steigen
18.09.2025 - 15:06:38 | dpa.deDas beschloss die Verkehrsministerkonferenz in MĂŒnchen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.
Zu Jahresbeginn war der Preis des Tickets von 49 Euro auf 58 gestiegen. Das Deutschlandticket gibt es seit Mai 2023. Es wird nach Branchenangaben von rund 14 Millionen Menschen genutzt und ermöglicht bundesweit Fahrten im öffentlichen Regional- und Nahverkehr.
Finanzstreit zwischen Bund und LĂ€ndern
Hintergrund der erneuten Preiserhöhung zum 1. Januar 2026 ist ein Finanzstreit zwischen Bund und LĂ€ndern. Knackpunkt bei Verhandlungen war die Frage, wie erwartete Mehrkosten bei Verkehrsunternehmen ausgeglichen werden sollen - ĂŒber die drei Milliarden Euro pro Jahr hinaus, die Bund und LĂ€nder bisher zusammen bereitstellen und auch fĂŒr das kommende Jahr geben wollen. Sowohl der Bund und die LĂ€nder geben jeweils 1,5 Milliarden Euro. Das Deutschlandticket ist im Vergleich zu bisherigen Abos gĂŒnstiger, das sorgt fĂŒr EinnahmeausfĂ€lle.
Ohne eine "Dynamisierung" der drei Milliarden Euro von Bund und LĂ€ndern drohe bereits 2026 eine massive FinanzierungslĂŒcke von prognostizierten 800 Millionen Euro, hatte Alexander Möller, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), gesagt.
Kritik an Bund wegen Koalitionsvertrag
Vor der Verkehrsministerkonferenz hatten LĂ€nderminister der Bundesregierung die Schuld an einer Preiserhöhung gegeben. So sagte die rheinland-pfĂ€lzische Verkehrsministerin Katrin Eder (GrĂŒne), der Bund löse seine Versprechungen aus dem Koalitionsvertrag nicht ein. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD heiĂt es zum Deutschlandticket, der Anteil der Nutzerfinanzierung solle ab 2029 schrittweise und sozialvertrĂ€glich erhöht werden.
Allerdings stehen Vorhaben im Koalitionsvertrag generell unter Finanzierungsvorbehalt. In der Finanzplanung des Bundes klaffen MilliardenlĂŒcken. Auch die LĂ€nder wollten nicht mehr als 1,5 Milliarden Euro pro Jahr geben.
Den Preis fĂŒr das Ticket setzt die Verkehrsministerkonferenz (VMK) der LĂ€nder fest. Der Bund ist Gast. Formell beschlossen wird die Erhöhung dann noch mal im Bundesrat. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) war bei den GesprĂ€chen in MĂŒnchen nicht dabei, er wird von einem StaatssekretĂ€r vertreten.
In MĂŒnchen wurde ein Preismechanismus diskutiert. In einer Beschlussvorlage hieĂ es, ab 2027 solle der Preis des Deutschlandtickets anhand eines bis zur Verkehrsministerkonferenz im Herbst 2025 zu erarbeitenden Kostenindexes fortgeschrieben werden. Dieser Index solle insbesondere Personal- und Energiekosten abbilden und sei nach Anhörung der Branche festzulegen.
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