Ergebnisse, Produktion/Absatz

ROUNDP: Sportwagenbauer Porsche senkt Prognose erneut - Aktie im Plus

30.07.2025 - 09:31:22

Der Sportwagenbauer Porsche AG DE000PAG9113 muss wegen der US-Zölle erneut seine Gewinnaussichten zusammenstutzen.

So geht Vorstandschef Oliver Blume fĂŒr dieses Jahr noch von 5 bis 7 Prozent operativer Umsatzrendite aus, wie der Dax-Konzern DE0008469008 am Mittwoch mitteilte. Die Stuttgarter hatten bereits zuvor ihren Ausblick gedĂ€mpft, bei den zuletzt in Aussicht gestellten 6,5 bis 8,5 Prozent Marge waren allerdings nur die Zollauswirkungen in den Monaten April und Mai einkalkuliert. Die Aktie zog nach Handelsbeginn allerdings an.

Das Papier gewann 2,3 Prozent auf 44,31 Euro. Der Mittelpunkt der neuen Ergebnisprognose liege etwas besser als vom Markt bisher eingeschĂ€tzt, schrieb Analyst Stephen Reitman vom Analysehaus Bernstein Research. Bei der Entwicklung des freien Finanzmittelflusses habe Porsche in den vergangenen Monaten zudem besser abgeschnitten als befĂŒrchtet. Im laufenden Jahr steht beim Aktienkurs noch ein Minus von rund einem Viertel zu Buche.

Nach dem Zollkompromiss zwischen der EU und den USA kommt es nun zu dauerhaft erhöhten Einfuhrzöllen in die Vereinigten Staaten. Porsche hat dort keine eigene Produktion und hĂ€lt das auch angesichts der eigenen GrĂ¶ĂŸe in den USA nicht fĂŒr rentabel. Porsche will die Belastungen unter anderem mit Preiserhöhungen abfedern. Beim Jahresumsatz geht die VW DE0007664039-Tochter weiter von 37 bis 38 Milliarden Euro aus.

Der Gewinn des Sport- und GelĂ€ndewagenbauers Porsche ist im ersten Halbjahr abgestĂŒrzt. Das Konzernergebnis von Januar bis Juni lag bei 718 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Das ist ein Minus von gut 71 Prozent. Im Vorjahreszeitraum lag der Überschuss noch bei knapp 2,2 Milliarden Euro.

Die Situation hat sich damit weiter zugespitzt: Im ersten Quartal meldeten die Stuttgarter noch einen Nachsteuergewinn von rund 518 Millionen Euro - im Zeitraum von April bis Juni kamen nur 200 Millionen hinzu.

Die Daten zum operativen GeschĂ€ft im ersten Halbjahr waren bereits seit der Zahlenvorlage des Mutterkonzerns Volkswagen DE0007664039 vergangene Woche bekannt. In den ersten sechs Monaten ging der Umsatz bei Porsche um fast sieben Prozent auf rund 18,2 Milliarden Euro zurĂŒck. Das Ergebnis im TagesgeschĂ€ft fiel auch wegen Sonderkosten fĂŒr den Konzernumbau infolge des zuletzt schlechten Laufs um zwei Drittel auf gut eine Milliarde Euro.

Besonders dramatisch sah es im zweiten Quartal aus: Im AutogeschĂ€ft - also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet - verbuchten die Schwaben einen operativen Gewinneinbruch von knapp 91 Prozent. Porsche-Chef Oliver Blume teilte mit: "Wir haben es weltweit weiterhin mit erheblichen Herausforderungen zu tun. Es ist kein Unwetter, das vorĂŒberzieht." Die Welt verĂ€ndere sich massiv - und anders als noch vor einigen Jahren erwartet. Erst von 2026 an erwartet Blume wieder ein "positives wirtschaftliches Momentum".

Probleme: China, USA und E-MobilitÀt

Porsche tut sich vor allem in China schwer. Zuletzt hatte das Management ein Absatzminus vermeldet - insbesondere in der Volksrepublik brachen die VerkĂ€ufe ein. Auch hohe Umbaukosten und die US-Einfuhrzölle belasten das GeschĂ€ft. Mit dem schleppenden Wandel zur E-MobilitĂ€t sind außerdem erhebliche Investitionen verbunden.

Daher ist Sparen angesagt: Die Strukturen sollen schrumpfen, bis 2029 will die Porsche-FĂŒhrung rund 1.900 Stellen in der Region Stuttgart streichen. Und ein weiteres Sparprogramm ist schon in Arbeit. Blume hatte die Belegschaft in der vergangenen Woche in einem Brief auf weitere Einschnitte vorbereitet. Der Unternehmenschef ist auch Vorstandsvorsitzender des Mutterkonzerns Volkswagen.

@ dpa.de | DE0007664039 ERGEBNISSE