Börse Frankfurt-News: Wochenausblick: (Fast) ĂŒberall Rekorde
06.10.2025 - 16:10:12 | dpa.deWĂ€hrend offizielle US-Daten wegen des Shutdown ausbleiben, startet die US-Quartalsberichtserstattung. Hier herrscht viel Optimismus - wegen des KI-Booms.
6. Oktober 2025. FRANKFURT (Börse Frankfurt). S&P 500, Nasdaq, Gold, Bitcoin - der Rekordlauf geht weiter. Der DAX hat das Allzeithoch vom Juli zwar noch nicht ganz erreicht, ist aber nicht mehr weit davon entfernt. Die Aussicht auf weitere Zinssenkungen in den USA verleiht RĂŒckenwind. AuĂerdem geht die KI-Euphorie weiter. Der seit vergangenen Mittwoch geltende Shutdown in den USA wird weitgehend ignoriert. "Anzeichen fĂŒr eine baldige Einigung im US-Haushaltsstreit und ein Ende des Shutdown sind bislang Fehlanzeige. Die Auswirkungen auf die FinanzmĂ€rkte halten sich aber weiterhin in Grenzen", bemerkt Ulrich Wortberg von der Helaba.
Der DAX steht am Montagmorgen bei 24.383 Punkten nach 24.378 am Freitag zu Handelsschluss. Der Stoxx Europe 600 hat schon einen neuen Rekord markiert. An der Wall Street waren S&P 500, Dow Jones und Nasdaq am Freitag erneut auf Allzeithochs gestiegen. Auch Gold und Bitcoin haben neue Hochs erreicht, Gold bei fast 3.934 US-Dollar, der Bitcoin bei 125.450 US-Dollar.
"Auch andere Regionen haben schöne Aktien-Töchter"
Laut Robert Halver von der Baader Bank darf KI nicht mit dem Internet-Boom der spĂ€ten 1990er-Jahre gleichgesetzt werden. "KI basiert heute auf substanzstarken und hochprofitablen Unternehmen", erklĂ€rt er. Hilfreich seien zudem ein wirtschaftsfreundliches Umfeld in den USA und die US-Geldpolitik. Zudem wĂŒrden alle Branchen und Unternehmen von KI ĂŒber Automatisierung, Robotik oder Chatbots zu mehr ProduktivitĂ€t transformiert.
Robert Havler Robert Halver
Doch nicht nur US-Aktien seien interessant. "Auch andere Regionen haben schöne Aktien-Töchter", bemerkt Halver. In Europa erwartet er die Herausbildung von immer mehr nationalen "Defense Champions" und den Aufbau eigener ?-kosysteme fĂŒr Verteidigungstechnologie. "AuĂerdem notieren viele europĂ€ische Aktien mit einem Bewertungsabschlag zur US-Konkurrenz", ergĂ€nzt er. Und die SchwellenlĂ€nder trĂ€ten nach etwa zehn Jahren der unterdurchschnittlichen Entwicklung nun aus dem Schatten der IndustrielĂ€nder. Sie profitierten unter anderem von sinkenden US-Leitzinsen, die eigene Leitzinssenkungen ermöglichten.
"Bewertung nach wie vor hoch"
Markus Reinwand von der Helaba verweist auf die SaisonalitĂ€t: Historisch hĂ€tten DAX und S&P 500 von Mai bis einschlieĂlich Oktober im Durchschnitt die niedrigste Performance erzielt. "Von Oktober bis MĂ€rz sind KurszuwĂ€chse hingegen ĂŒberdurchschnittlich ausgefallen", stellt er fest. Das Saisonmuster spreche somit fĂŒr steigende Notierungen in den kommenden Monaten.
Der Bewertung, Stimmung und Technik erfassende Helaba-BEST-Indikator bewege sich allerdings im neutralen Bereich. "Die Bewertung ist dabei nach wie vor der gröĂte Bremsfaktor", erklĂ€rt Reinwand. Sie liege immer noch oberhalb des fairen Bereichs. "FĂŒr den zweiten Teil der Rally braucht es nun eine deutliche Verbesserung der Gewinnaussichten der Unternehmen."
"Wegen KI-Boom Gewinnplus von gut 10 Prozent"
Der Datenkalender diese Woche ist dĂŒnn. Seit dem 1. Oktober sind "nicht-essenzielle" Bundesbehörden in den USA geschlossen. Offizielle Wirtschaftsdaten werden nicht veröffentlicht, etwa der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht.
DafĂŒr startet die US-Berichtssaison am Donnerstag mit PepsiCo, wie die DekaBank feststellt. Sie geht davon aus, dass die Berichte fĂŒr das dritte Quartal die Analystenprognosen ĂŒbertreffen werden. "Das gilt insbesondere fĂŒr die USA, wo das ĂŒberraschend starke Wirtschaftswachstum und der KI-Boom ein Gewinnplus von gut 10 Prozent erlauben sollten", erklĂ€rt Ulrich Kater. Mit diesen positiven Ăberraschungen und den erwarteten Wachstumsraten der Unternehmensgewinne von ĂŒber 10 Prozent in den USA, Europa und Deutschland im kommenden Jahr blieben die mittel- und lĂ€ngerfristigen Aussichten fĂŒr die AktienmĂ€rkte positiv.
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten
Dienstag, 7. Oktober
8.00 Uhr. Deutschland: AuftragseingĂ€nge Industrie August. Die AuftragseingĂ€nge sind der Commerzbank zufolge wohl deutlich gestiegen. Das erwartete Plus von 2 Prozent gegenĂŒber dem Vormonat sei allerdings weitgehend auf ungewöhnlich wenige GroĂauftrĂ€ge im Juli zurĂŒckzufĂŒhren.
Mittwoch, 8. Oktober
8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion August. Die Commerzbank rechnet mit einem deutlichen Minus von 2 Prozent. HierfĂŒr sprĂ€chen die bereits vorliegenden Zahlen des Autoverbands VDA.
20.00 Uhr. USA: Protokoll der letzten US-Notenbanksitzung.
Donnerstag, 9. Oktober
Börsengang Ottobock: Der Prothesenhersteller hat die Preisspanne fĂŒr den geplanten Börsengang und die Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse auf 62 bis 66 Euro je Aktie festgelegt.
Mehr dazu: boerse-frankfurt.de Von Anna-Maria Borse, 6. Oktober 2025, © Deutsche Börse AG
(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
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