Aktien, Wien

Aktien Wien Schluss: Leitindex ATX beendet starke Woche moderat im Plus

20.02.2026 - 18:05:19 | dpa.de

Der Wiener Aktienleitindex ATX AT0000999982 hat am Freitag in einem insgesamt trÀgen Handel moderat zugelegt.

Die Entscheidung des US-Supreme-Courts, zahlreiche Zölle von US-PrĂ€sident Donald Trump zu kippen, sorgte nur fĂŒr einen kurzen Freudensprung, in dessen Zuge das Börsenbarometer immerhin ein neues Rekordhoch touchierte. Marktbeobachter rechnen jedoch nur mit begrenzten Auswirkungen, da die US-Regierung Zölle auch auf anderen Wegen durchsetzen könne.

Entsprechend rasch ebbte die Euphorie wieder ab, zumal die anhaltende Unsicherheit im Nahen Osten die Risikofreude allgemein gedĂ€mpft hielt. Letztlich schloss der ATX bei 5.807,44 Punkten und damit 0,33 Prozent höher als am Vortag. Auf Wochensicht verbuchte der Leitindex aber ein starkes Plus von 3,3 Prozent. FĂŒr den ATX Prime ging es um 0,30 Prozent auf 2.886,08 ZĂ€hler hinauf.

Trump hat im Streit um seine aggressive Zollpolitik eine Niederlage vor dem Supreme Court kassiert. Das Oberste Gericht der USA entschied, dass Trump seine Befugnisse ĂŒberschritten hat, als er sich auf ein Notstandsgesetz berief, um umfangreiche Zölle gegen Dutzende Handelspartner zu verhĂ€ngen - darunter auch die EuropĂ€ische Union. Mit dem Urteil fehlt weitreichenden Zöllen Trumps nun eine rechtliche Grundlage. Trumps Team hatte allerdings bereits angekĂŒndigt, im Falle einer Niederlage vor dem Gericht zu versuchen, auf andere rechtliche Grundlagen zurĂŒckzugreifen, um die Zollpolitik des US-PrĂ€sidenten weiterhin durchsetzen zu können.

Daneben steht weiterhin der Konflikt zwischen dem Iran und den USA im Blick der MĂ€rkte. Angesichts einer möglichen militĂ€rischen Eskalation drohte der Iran fĂŒr den Fall eines Angriffs mit "entschlossenen und angemessenen" Gegenmaßnahmen. Am Donnerstag hatte Trump eine Frist fĂŒr ein Abkommen mit dem Iran genannt und 10 bis 15 Tage als ausreichend bewertet. Das sei "so ziemlich das Maximum." Zugleich drohte er: "Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird fĂŒr sie bedauerlich."

Besser als erwartet ausgefallene Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone gaben vor diesem Hintergrund kaum UnterstĂŒtzung. Auch enttĂ€uschende Konjunkturdaten aus den USA riefen am hiesigen Aktienmarkt keine Reaktion hervor.

Mit Blick auf die Einzelwerte folgten österreichische Titel weitgehend den gesamteuropĂ€ischen Branchentrends. Klare Gewinne verzeichneten etwa Bau- und Immobilienwerte sowie Aktien von Versicherern, wĂ€hrend Öltitel das Nachsehen hatten. Porr AT0000609607 und Strabag AT000000STR1 schlossen 2,5 respektive 3,8 Prozent fester an der ATX-Spitze. Am unteren Ende bĂŒĂŸten OMV AT0000743059 und SBO AT0000946652 zwei beziehungsweise 2,9 Prozent ein.

Abseits des Leitindex stiegen FACC AT00000FACC2 um 6,5 Prozent auf 12,16 Euro und waren damit klarer Spitzenwert im Marktsegment Prime Market. Die Privatbank Oddo BHF hatte die Aktien von "Neutral" auf "Outperform" angehoben und das Kursziel von 10,0 auf 15,5 Euro erhöht.

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