NRW: Verdi erwartet hohe Beteiligung an zweitÀgigem Nahverkehr-Warnstreik
28.02.2024 - 05:36:22"Wir gehen von einer hohen Streikbereitschaft aus", sagte Verdi-Nahverkehrsexperte Peter BĂŒddicker am Dienstag der dpa. Der zweitĂ€gige Arbeitsausstand dĂŒrfte Ă€hnliche Folgen haben wie die eintĂ€gigen Warnstreiks, zu denen Verdi NRW bereits Anfang und Mitte Februar aufgerufen hatten.
Bestreikt werden rund 48 Stunden lang nahezu alle groĂen kommunalen Nahverkehrsbetriebe im bevölkerungsreichsten Bundesland wie die KVB (Köln), Rheinbahn (DĂŒsseldorf), DSW21 (Dortmund), die Stadtwerke MĂŒnster oder etwa moBiel (Bielefeld). Eine groĂe Ausnahme ist das Aachener Verkehrsunternehmen ASEAG, fĂŒr das ein Haustarifvertrag gilt. Der Warnstreik beginnt laut Verdi NRW am Donnerstag zu Schichtbeginn, in der Regel zwischen 3 und 4 Uhr, und endet am Freitagabend oder in der Nacht zum Samstag mit dem Schichtende.
Die Aktion ist Teil einer nahezu bundesweiten Warnstreikwelle von Verdi im öffentlichen Nahverkehr. Ausnahme ist Bayern. Der 1. MĂ€rz ist dabei bundesweit der Hauptstreiktag. Hintergrund der Warnstreiks in NRW sind die im Januar begonnenen Tarifverhandlungen ĂŒber die Arbeitsbedingungen in kommunalen Verkehrsbetrieben. Verdi NRW fordert unter anderem zusĂ€tzliche freie Tage, um die BeschĂ€ftigten zu entlasten und die Berufe attraktiver zu gestalten. Es herrsche ein dramatischer ArbeitskrĂ€ftemangel. TĂ€glich fielen in allen Tarifbereichen Busse und Bahnen aus, weil es nicht genug Personal gebe, hieĂ es.
Der Arbeitgeberverband KAV NRW wirft seinerseits Verdi vor, völlig unangemessen vorzugehen und der AttraktivitĂ€t des Nahverkehrs zu schaden. Er verweist auf einen engen finanziellen Spielraum und darauf, dass zum 1. MĂ€rz die GehĂ€lter, wie bereits vor lĂ€ngerer Zeit vereinbart, deutlich steigen. ZusĂ€tzliche freie Tage wĂŒrden aus Arbeitgebersicht bei dem bestehenden Fahrermangel dazu fĂŒhren, dass die dann noch vorhandenen Fahrer mehr belastet wĂŒrden. Die Arbeitgeber zeigen sich optimistisch, in der dritten Verhandlungsrunde am 11. und 12. MĂ€rz ein "Gesamtpaket" mit der Gewerkschaftsseite vereinbaren zu können.

