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12.02.2026 - 08:02:07

Deutsche Unternehmen blicken optimistisch nach Mittel- und Osteuropa: Steigende GeschĂ€fts- und Umsatzerwartungen trotz politischer Risiken Berlin - Umfrage der KPMG AG WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft und des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft e.V.- Region gewinnt als Absatzmarkt fĂŒr deutsche Unternehmen weiter an Bedeutung: 29 Prozent erwarten kurzfristig steigende Umsatzanteile, im FĂŒnfjahreszeitraum sogar 63 Prozent - Klarer Nearshoring-Trend: FĂŒr 39 Prozent entwickelt sich die Region lĂ€ngerfristig zu einem der wichtigsten Beschaffungsstandorte - Anhaltend hohe Investitionsdynamik: 41 Prozent planen innerhalb der nĂ€chsten zwölf Monate Investitionen, 19 Prozent wollen mehr als fĂŒnf Millionen Euro investieren - Hohe Binnennachfrage stellt fĂŒr mehr als die HĂ€lfte (53 Prozent) den wichtigsten Investitionsanreiz dar - Ukraine ist Investitionsziel Nummer zwei hinter PolenMittel- und Osteuropa gewinnt fĂŒr deutsche Unternehmen in deren globalen Strategien weiter an Gewicht.

Deutsche Unternehmen blicken optimistisch nach Mittel- und Osteuropa: Steigende GeschĂ€fts- und Umsatzerwartungen trotz politischer Risiken Berlin (ots) - Umfrage der KPMG AG WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft und des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft e.V.

- Region gewinnt als Absatzmarkt fĂŒr deutsche Unternehmen weiter an Bedeutung: 29 Prozent erwarten kurzfristig steigende Umsatzanteile, im FĂŒnfjahreszeitraum sogar 63 Prozent - Klarer Nearshoring-Trend: FĂŒr 39 Prozent entwickelt sich die Region lĂ€ngerfristig zu einem der wichtigsten Beschaffungsstandorte - Anhaltend hohe Investitionsdynamik: 41 Prozent planen innerhalb der nĂ€chsten zwölf Monate Investitionen, 19 Prozent wollen mehr als fĂŒnf Millionen Euro investieren - Hohe Binnennachfrage stellt fĂŒr mehr als die HĂ€lfte (53 Prozent) den wichtigsten Investitionsanreiz dar - Ukraine ist Investitionsziel Nummer zwei hinter Polen

Mittel- und Osteuropa gewinnt fĂŒr deutsche Unternehmen in deren globalen Strategien weiter an Gewicht. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von KPMG und dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, fĂŒr die 115 Unternehmen hinsichtlich ihrer GeschĂ€ftserwartungen in der Region befragt wurden. 63 Prozent der Firmen erwarten demnach, dass die LĂ€nder Mittel- und Osteuropas in den kommenden fĂŒnf Jahren noch stĂ€rker zu ihrem globalen Umsatz beitragen. FĂŒr das aktuelle GeschĂ€ftsjahr rechnet fast ein Drittel (29 Prozent) mit einer wachsenden Bedeutung der Region.

Dabei entwickelt sich Mittel- und Osteuropa strukturell weiter. Die Region löst sich von der Rolle als reiner Produktionsstandort und etabliert sich als integrierter Produktions-, Beschaffungs- und Absatzraum. Treiber dieser Entwicklung sind rund 155 Millionen Einwohner, eine steigende Kaufkraft, ein erwartetes Wirtschaftswachstum von durchschnittlich fast drei Prozent im Jahr 2026 sowie die fortschreitende Integration in den europĂ€ischen Binnenmarkt und die Eurozone. Insbesondere Polen baut seine Bedeutung als wirtschaftlicher Anker in Mittel- und Osteuropa weiter aus. Große Chancen sieht die deutsche Wirtschaft auch in der Ukraine, und das trotz des fortdauernden Krieges.

Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb zu: 16 Prozent der befragten Unternehmen erleben eine wachsende Konkurrenz durch chinesische Unternehmen, die infolge der US-Zölle verstÀrkt in Mittel- und Osteuropa investieren und dorthin exportieren.

"In der geopolitisch unsicheren Weltlage bietet Mittel- und Osteuropa deutschen Unternehmen einen aufstrebenden Absatzmarkt in der EU und eine wachsende Beschaffungsregion in unmittelbarer Nachbarschaft. Aber auch chinesische Unternehmen haben die Region fĂŒr sich entdeckt und stehen auch dort mehr und mehr in direkter Konkurrenz zur deutschen Wirtschaft", so Andreas Glunz (KPMG), Bereichsvorstand International Business bei KPMG Deutschland.

"Mittel- und Osteuropa ist fĂŒr deutsche Unternehmen lĂ€ngst mehr als ein Produktionsstandort - die Region ist ein wirtschaftlicher StabilitĂ€tsanker in Europa", sagt Michael Harms, der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. "Wer heute dort investiert, macht sein eigenes GeschĂ€ft zukunftsfest und stĂ€rkt die europĂ€ische WettbewerbsfĂ€higkeit. Wir mĂŒssen jetzt so schnell wie möglich sowohl die EU, als auch die Beitrittskandidaten erweiterungsreif machen. Je grĂ¶ĂŸer der Binnenmarkt, desto stĂ€rker Europa."

Mehr als die HÀlfte der Unternehmen will neue ArbeitsplÀtze schaffen

Ihre aktuelle GeschĂ€ftslage in Mittel- und Osteuropa schĂ€tzen deutsche Unternehmen ĂŒberwiegend positiv ein: Fast die HĂ€lfte (47 Prozent) bewertet sie als "gut" oder "sehr gut", weitere 39 Prozent als "stabil". Lediglich ein kleiner Teil der Befragten (14 Prozent) spricht von einer "schwachen" Entwicklung. FĂŒr die kommenden fĂŒnf Jahre rechnen drei Viertel (75 Prozent) mit einer Verbesserung ihrer GeschĂ€ftsentwicklung; nur fĂŒnf Prozent mit einer Verschlechterung.

Perspektivisch gewinnt die Region in den Unternehmensportfolios deutlich an Gewicht. 63 Prozent erwarten in den kommenden fĂŒnf Jahren höhere Umsatzanteile in der Region fĂŒr ihr Unternehmen. Nur fĂŒnf Prozent rechnen mit einem RĂŒckgang. 61 Prozent wollen zusĂ€tzliche ArbeitsplĂ€tze schaffen und nur drei Prozent gehen von sinkenden BeschĂ€ftigtenzahlen aus.

Starker Absatzmarkt, aber auch Sicherheitsrisiken

Etwas mehr als die HĂ€lfte nennt den attraktiven Absatzmarkt als wichtigsten Standortvorteil (+13 Prozentpunkte gegenĂŒber der Befragung im Vorjahr). Auch niedrige Arbeitskosten sind ein zentrales Argument (38 Prozent, +5 Prozentpunkte). Die VerfĂŒgbarkeit von ArbeitskrĂ€ften geben hingegen nur noch 28 Prozent der Befragten als Vorteil an (-9 Prozentpunkte).

Gleichzeitig bestehen weiter Herausforderungen und Hindernisse. Ein großer Teil der Befragten (60 Prozent) sieht politische und Sicherheitsrisiken als grĂ¶ĂŸten Nachteil der Region (im Vergleich mit 67 Prozent im Jahr 2025). 47 Prozent nennen die Korruption als Herausforderung (+9 Prozentpunkte). Mehr als jedes dritte deutsche Unternehmen klagt ĂŒber zu viel BĂŒrokratie.

FĂŒr fast die HĂ€lfte der Befragten (45 Prozent) hat der russische Krieg gegen die Ukraine keine Auswirkungen auf ihre Investitionsentscheidungen in Mittel- und Osteuropa. Auch die US-Zollpolitik hat fĂŒr mehr als die HĂ€lfte der Unternehmen (53 Prozent) keine Folgen fĂŒr ihr regionales GeschĂ€ft.

"Wenngleich die Relevanz von Mittel- und Osteuropa weiter wĂ€chst, bestehen dort signifikante politische und Sicherheitsrisiken. Deutsche Unternehmen halten sie aber im Vergleich zu anderen Weltregionen fĂŒr besser vorhersehbar und steuerbar. Deshalb planen sie gerade dort weitere Investitionen", kommentiert Andreas Glunz (KPMG).

Jedes vierte Unternehmen prĂŒft eine Verlagerung von Produktion

Jedes vierte an der Umfrage beteiligte Unternehmen (26 Prozent) erwĂ€gt eine Verlagerung von ProduktionsaktivitĂ€ten aus Deutschland in die Region (2025: 25 Prozent), doch erst vier Prozent haben konkrete PlĂ€ne fĂŒr die kommenden zwölf Monate. 70 Prozent schließen hingegen eine Produktionsverlagerung kurzfristig aus.

41 Prozent der Befragten planen innerhalb der nĂ€chsten zwölf Monate Investitionen in Mittel- und Osteuropa (2025: 42 Prozent). Auf FĂŒnfjahressicht steigt deren Anteil auf 55 Prozent. Rund ein Drittel dieser Unternehmen (32 Prozent) rechnet mit Projektvolumina von mehr als fĂŒnf Millionen Euro.

Polen ist Top-Investitionsziel - fast die HÀlfte erwÀgt Investitionen in der Ukraine

Trotz des russischen Angriffskriegs erwÀgen 48 Prozent der befragten Unternehmen innerhalb der nÀchsten zwölf Monate in der Ukraine zu investieren. 19 Prozent planen dies auch, falls der Krieg fortgesetzt wird. Das sind elf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. 19 Prozent sind bereits auf dem ukrainischen Markt aktiv.

"Die Ukraine bleibt trotz des andauernden Kriegs ein Zukunftsmarkt fĂŒr die deutsche Wirtschaft. Deutsche Unternehmen investieren dort nicht aus kurzfristigen ErwĂ€gungen, sondern weil sie den langfristigen Wiederaufbau und die wirtschaftliche Integration des Landes in den europĂ€ischen Binnenmarkt aktiv mitgestalten wollen," so Michael Harms (Ost-Ausschuss).

Polen ist auch 2026 der attraktivste Investitionsstandort: Mehr als die HĂ€lfte (56 Prozent) der Befragten, die kurz- bis mittelfristig bis zu fĂŒnf Millionen Euro oder mehr investieren wollen, sehen das Land an erster Stelle. Die Ukraine folgt mit 43 Prozent. RumĂ€nien und die Tschechische Republik liegen gleichauf bei jeweils 35 Prozent dahinter.

Neben Polen (+11 Prozentpunkte) sind die Tschechische Republik (+12 Prozentpunkte) und die Ukraine (+8 Prozentpunkte) als Investitionsstandorte die grĂ¶ĂŸten Aufsteiger gegenĂŒber der Vorjahresumfrage; Serbien (-18 Prozentpunkte), Ungarn (-16 Prozentpunkte) und RumĂ€nien (-10 Prozentpunkte) fallen dagegen bei den Investitionsabsichten deutlich zurĂŒck.

Über den "German CEE-Business Outlook 2026"

Die KPMG AG WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft und der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. haben fĂŒr den "German CEE-Business Outlook 2026" die in Mittel- und Osteuropa ansĂ€ssigen Tochtergesellschaften deutscher Konzerne sowie deutsche Unternehmen mit GeschĂ€ftstĂ€tigkeiten in Ost- und Mitteleuropa befragt. Insgesamt 115 Unternehmen nahmen daran teil. Der DurchfĂŒhrungszeitraum lag zwischen dem 24. November 2025 und dem 20. Januar 2026. Die Fragen konzentrierten sich auf die wirtschaftlichen Perspektiven der deutschen Unternehmen in der Region sowie auf deren Herausforderungen und GeschĂ€ftschancen.

Über KPMG

KPMG ist eine Organisation unabhĂ€ngiger Mitgliedsfirmen mit mehr als 275.000 Mitarbeitenden in 142 LĂ€ndern und Territorien. Auch in Deutschland gehört KPMG zu den fĂŒhrenden WirtschaftsprĂŒfungs- und Beratungsunternehmen und ist mit ĂŒber 14.500 Mitarbeitenden an 28 Standorten prĂ€sent. Unsere Leistungen sind in die GeschĂ€ftsbereiche Audit, Tax, Performance & Strategy, Deal Advisory und Consulting gegliedert.

KPMG in Deutschland hat fĂŒr alle relevanten GeschĂ€ftskorridore Country Practices zwischen Deutschland und anderen LĂ€ndern bzw. Regionen eingerichtet. In allen Country Practices sind LĂ€nderexperten tĂ€tig, die die Besonderheiten und das regulatorische Umfeld dieser MĂ€rkte kennen, regelmĂ€ĂŸig in diesen LĂ€ndern arbeiten und deutsche und globale multinationale Unternehmen bei ihren lĂ€nder- und korridorbezogenen Fragen beraten.

Über den Ost-Ausschuss

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. (gegrĂŒndet 1952) fördert die deutsche Wirtschaft in 29 LĂ€ndern Mittel-, Ost- und SĂŒdosteuropas, des SĂŒdkaukasus und Zentralasiens. Der deutsche Osthandel steht insgesamt fĂŒr rund ein FĂŒnftel des gesamten deutschen Außenhandels und ist damit bedeutender als der Handel mit den USA und China zusammen. Der Ost-Ausschuss hat rund 350 Mitgliedsunternehmen und -verbĂ€nde und wird von fĂŒnf SpitzenverbĂ€nden der deutschen Wirtschaft - BDI, BGA, Bankenverband, DIHK und ZDH - getragen.

Pressekontakt:

KPMG AG WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft Katrin HĂ€bel, Leiterin Unternehmenskommunikation T +49 69 9587 4228 mailto:[email protected] | http://www.kpmg.com/de

Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. Christian Himmighoffen, Leiter Presse und Kommunikation T. +49 30 206167 122 mailto:[email protected] | Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/33170/6215276 OTS: KPMG AG

@ dpa.de

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