DGUV-Chef rückt psychische Gesundheit in den Fokus
13.02.2026 - 02:02:12Dr. Stephan Fasshauer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), übernimmt den Vorsitz der Nationalen Präventionskonferenz (NPK) für 2026. Er macht die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zum Schwerpunkt der nationalen Strategie.
Diese Ausrichtung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Psychische Erkrankungen sind eine der Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeit und vorzeitige Berentung in Deutschland. Die NPK reagiert damit auf alarmierende Statistiken der letzten Jahre.
Warum der Arbeitsplatz im Mittelpunkt steht
Die Entscheidung unterstreicht eine wachsende Erkenntnis: Das Wohlbefinden der Mitarbeiter ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Bei rund 46 Millionen Erwerbstätigen haben psychische Belastungen massive Auswirkungen.
- Sie verursachen hohe Fehlzeiten und steigende Behandlungskosten.
- Depressionen und Angststörungen kosten die Weltwirtschaft laut WHO-Schätzungen jährlich etwa eine Billion US-Dollar.
- Für Arbeitgeber werden Themen wie Work-Life-Balance und mentale Gesundheit immer wichtiger für ihre Attraktivität.
Die NPK will dieser Entwicklung mit gezielten Präventionsstrategien entgegenwirken.
Psychische Belastungen am Arbeitsplatz richtig erfassen – bevor Fehlzeiten steigen. Mit kostenlosen Vorlagen, Checklisten und einem Leitfaden zur Gefährdungsbeurteilung erstellen Arbeitgeber rechtssichere Assessments, die auch Aufsichtsbehörden überzeugen. Praktisch für Personaler und Sicherheitsverantwortliche: Jetzt Gefährdungsbeurteilung-Vorlagen herunterladen
Die alarmierenden Zahlen dahinter
Die Dringlichkeit des Themas belegen zahlreiche Studien. Besonders betroffen sind junge Menschen: Bei etwa jedem Fünften waren auch nach der Pandemie psychische Auffälligkeiten zu beobachten.
Im Jahr 2022 waren psychische Erkrankungen bereits die zweithäufigste Ursache für Krankenhausbehandlungen bei 10- bis 17-Jährigen. Diese Probleme setzen sich oft bis ins Berufsleben fort. Die Bundesregierung arbeitet bereits an einer eigenen Strategie „Mentale Gesundheit für junge Menschen“.
Kann Prävention wirklich etwas bewirken?
Aktuelle Forschungserkenntnisse machen Hoffnung auf wirksame Maßnahmen. Eine diese Woche veröffentlichte Langzeitstudie zeigt: Spezifisches kognitives Training kann das Demenzrisiko um bis zu 25 Prozent senken.
Eine weitere Studie von Anfang Februar beleuchtet die Wechseljahre: Sie können mit Veränderungen im Gehirn und verstärkten Angstzuständen einhergehen. Solche Erkenntnisse betonen die Notwendigkeit lebensphasenspezifischer Ansätze.
Ein Thema mit politischem Rückenwind
Die Neuausrichtung der NPK fügt sich in eine breitere politische Debatte. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) fordert seit Langem, den Reformstau in der Versorgung aufzulösen und monatelange Wartezeiten auf Therapieplätze zu halbieren.
Gleichzeitig wird kontrovers über einen besseren Datenaustausch zwischen Behörden diskutiert, um Risiken früher zu erkennen. Die Fokussierung der NPK auf die Prävention am Arbeitsplatz gilt als konsensfähiger Baustein, um Belastungen früh abzufangen.
Was kommt jetzt auf die Betriebe zu?
Unter Fasshauers Führung wird die NPK ihre Strategien 2026 vorantreiben. Auch auf europäischer Ebene rückt das Thema in den Fokus: Die EU-Arbeitsschutzagentur (EU-OSHA) plant für 2026 bis 2028 eine Kampagne „Gemeinsam für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz“.
Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Präventive Angebote, Aufklärung und unterstützende Strukturen werden in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. Das Ziel ist klar: die mentale Resilienz der Belegschaft und damit die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft zu stärken.
@ boerse-global.de
Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.


