Diabetes-Gesellschaft: MĂ€nner und Frauen erkranken fundamental anders
21.03.2026 - 06:52:21 | boerse-global.de
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) stellt geschlechtsspezifische Unterschiede bei Typ-2-Diabetes in den Fokus. Neue Analysen zeigen, dass MÀnner und Frauen auf grundlegend verschiedene Weise erkranken. Die Experten fordern deshalb personalisierte TherapieansÀtze.
WĂ€hrend MĂ€nner oft frĂŒher und schon bei weniger Ăbergewicht Diabetes entwickeln, trifft es Frauen tendenziell spĂ€ter â dann aber mit stĂ€rkerer Fettleibigkeit und schwereren Folgen. Diese Woche unterstrich die DDG in einer ErklĂ€rung: Das Diabetes-Risiko lĂ€sst sich nicht allein am Body-Mass-Index (BMI) festmachen. Entscheidend ist die hormonell gesteuerte Fettverteilung.
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Der SchlĂŒssel liegt im Bauchfett
MĂ€nner neigen zu viszeralem Fett. Dieses lagert sich tief in der Bauchhöhle um die Organe an und ist stoffwechselaktiv. Es setzt entzĂŒndungsförnde Stoffe frei, die eine Insulinresistenz vorantreiben. Das erklĂ€rt das hohe Risiko fĂŒr Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Frauen speichern Fett vor den Wechseljahren meist an HĂŒften und Oberschenkeln. Dieses subkutane Fett gilt als weniger schĂ€dlich. Der reine BMI greift hier als Risikomarker also zu kurz. Entscheidend ist das individuelle Fettverteilungsmuster.
Der Schutz der Hormone bröckelt
Ăstrogene wirken vor den Wechseljahren wie ein Schutzschild. Sie halten schĂ€dliches Bauchfett oft fern. Mit der Menopause Ă€ndert sich das: Die Muskelmasse schwindet, der Anteil an viszeralem Fett steigt. Das Diabetes-Risiko der Frauen gleicht sich dann dem der MĂ€nner an oder ĂŒbersteigt es sogar.
Kann eine Hormonersatztherapie helfen? Studien deuten darauf hin, dass sie die Zunahme von Bauchfett bremsen kann. Der Effekt lÀsst jedoch nach, sobald die Therapie endet.
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Neue Medikamente revolutionieren die Therapie
Parallel zu diesen Erkenntnissen verĂ€ndert eine neue Generation von Medikamenten die Adipositas-Behandlung. Wirkstoffe wie Tirzepatid ahmen Darmhormone nach. Sie dĂ€mpfen den Appetit, steigern das SĂ€ttigungsgefĂŒhl und verbessern die Insulinwirkung.
UrsprĂŒnglich fĂŒr Diabetes entwickelt, zeigen sie beispiellose Erfolge bei der Gewichtsabnahme. In Studien verloren Patienten bis zu 22 Prozent ihres Körpergewichts. Die aktuellen Behandlungsleitlinien haben diese Hormontherapien bereits als wichtige SĂ€ule verankert.
Wandel hin zur personalisierten Medizin
Die DDG fordert einen Paradigmenwechsel. Statt Ăbergewicht pauschal zu betrachten, muss die Medizin hormonelle Profile und Fettverteilung berĂŒcksichtigen. Dieser Ansatz war auch ein zentrales Thema auf dem jĂŒngsten Deutschen Kongress fĂŒr Endokrinologie.
Die Zukunft liegt in der weiteren EntschlĂŒsselung der hormonellen Signalwege. Die Forschung arbeitet an noch wirksameren Polyagonisten, die mehrere Rezeptoren gleichzeitig ansprechen. FĂŒr Ărzte bedeutet der Wandel: Sie mĂŒssen das Risiko kĂŒnftig individueller bewerten â jenseits des simplen BMI.
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