Autoindustrie plant Infobörse fĂŒr Halbleiter-RestbestĂ€nde
30.10.2025 - 15:01:46Ăber sie sollen verfĂŒgbare Nexperia-Chip-KapazitĂ€ten angeboten werden können, teilte der Verband der Automobilindustrie in Berlin mit. Hintergrund sind die Lieferprobleme beim Chiphersteller Nexperia, die laut VDA "schon in naher Zukunft zu erheblichen ProduktionseinschrĂ€nkungen, gegebenenfalls sogar zu Produktionsstopps fĂŒhren" könnten.
"Es besteht ein gemeinsames Interesse in der gesamten Lieferkette, bestehende VorrĂ€te an Nexperia-Halbleiterprodukten möglichst so einzusetzen, dass Fahrzeuge so lange wie möglich hergestellt und Produktionsstopps vermieden werden", sagte VDA-PrĂ€sidentin Hildegard MĂŒller laut Mitteilung. Die Vorbereitungen fĂŒr die Informationsbörse seien weitgehend abgeschlossen. Sie solle "sehr zeitnah" starten, sagte ein Verbandssprecher.
Kartellamt: "Knappheitssituation" zeichnet sich ab
Das Bundeskartellamt gab grĂŒnes Licht fĂŒr die Infobörse. Sie könne dazu beitragen, die Warenverteilung in der sich abzeichnenden Knappheitssituation zu verbessern und ProduktionseinschrĂ€nkungen so weit wie möglich hinauszuschieben, erklĂ€rte BehördenprĂ€sident Andreas Mundt. "Dies kĂ€me am Ende nicht nur der Industrie, sondern auch den Endverbrauchenden zugute."
Zwar stĂŒnden die teilnehmenden Unternehmen als Autozulieferer oder -hersteller bei der Beschaffung von Halbleitern in Konkurrenz zueinander, doch seien Vorkehrungen gegen wettbewerbsschĂ€dliche Effekte getroffen worden.
Angebote sollen anonym und ohne Preis eingestellt werden
So werden die Angebote laut Kartellamt anonym und ohne Preisvorstellung eingestellt. Interessenbekundungen werden dem Anbieter direkt weitergeleitet. Verhandlungen zwischen Anbieter und Interessent werden dann auĂerhalb der Informationsbörse gefĂŒhrt. Die Plattform soll von einer neutralen Stelle betrieben werden, und zwar fĂŒr maximal sechs Monate.
Bei Volkswagen DE0007664039 gibt es trotz der drohenden Chipkrise auch kommende Woche keine Produktionsstopps. Nach heutigem Stand sei die Produktion auch in der kommenden Woche an allen deutschen Standorten abgesichert, teilte der Konzern in Wolfsburg mit. Das gelte auch fĂŒr die Töchter Audi, Porsche und VW DE0007664039 Nutzfahrzeuge. Wie es danach weitergehe, sei noch nicht abzuschĂ€tzen.

