'Aktive Truppe so groĂ wie seit 12 Jahren nicht'
20.01.2026 - 13:24:18"Wir haben das beste Einstellungsergebnis seit Aussetzung der Wehrpflicht. AuĂerdem ist die aktive Truppe so groĂ wie seit 12 Jahren nicht mehr", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der Deutschen Presse-Agentur weiter. Die Zahl bedeutet einen Anstieg um rund 3.000 Soldatinnen und Soldaten zum Stichtag 31. Dezember 2025.
Die Zahl der freiwillig Wehrdienstleistenden stieg im vergangenen Jahr nach Angaben des Verteidigungsministeriums auf 12.200 - nach 10.300 MĂ€nnern und Frauen im Jahr 2024. Dies ist ein Plus von mehr als 18 Prozent. Selbstgestecktes Ziel waren allerdings 15.000 freiwillig Wehrdienstleistende. Die Zahl soll in diesem Jahr auf 20.000 junge MĂ€nner und Frauen steigen.
Pistorius bezeichnete die wachsenden Personalzahlen als Zeichen fĂŒr das groĂe Vertrauen in die Bundeswehr. "Die Bereitschaft der jungen Menschen, sich fĂŒr die Ă€uĂere Sicherheit Deutschlands einzusetzen, steigt. Das stimmt mich optimistisch, dass sich auch in 2026 viele motivierte und engagierte MĂ€nner und Frauen fĂŒr die Bundeswehr entscheiden werden - ob zivil oder militĂ€risch, ob im neuen Wehrdienst oder lĂ€nger dienend", sagte der Minister.
Ziel: 260.000 Soldaten binnen 10 Jahren in der aktiven Truppe
Die Truppe hatte in den vergangenen Jahren trotz umfangreicher Werbekampagnen mit sinkenden oder stagnierenden Personalzahlen zu kÀmpfen. So war im Jahr 2024 die Zahl der Soldaten trotz mehr Einstellungen erneut leicht auf rund 181.150 Soldatinnen und Soldaten in der aktiven Truppe gesunken.
Um die neuen Nato-Ziele erfĂŒllen zu können, muss die Bundeswehr aber krĂ€ftig wachsen. So soll die aktive Truppe bis Mitte der 30er Jahre auf 260.000 MĂ€nner und Frauen vergröĂert werden. Zudem soll es 200.000 Soldaten in der Reserve geben. Diese Reserve soll wesentlich aus den MĂ€nnern und Frauen aufgebaut werden, die den neuen Wehrdienst leisten, fĂŒr den seit Jahresbeginn die gesetzlichen Grundlagen da sind.
Das Verteidigungsministerium weist auf die Dringlichkeit hin. Aus der sicherheitspolitischen Lage, den aktuellen Nato-VerteidigungsplÀnen und den sich daraus ergebenden Aufgaben ergebe sich ein erheblicher Bedarf an Personal, aber auch Material und Infrastruktur, erklÀrte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums. Nur wenn dies gelinge, werde Deutschland seinen wesentlichen zu Abschreckung und Verteidigung beitragen können.
Mehr Einstellungen, aber eine weiterhin hohe Abbruchquote
Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr mehr als 25.000 Soldaten eingestellt. Das Verteidigungsministerium spricht von einem Plus von 23 Prozent und dem besten Einstellungsergebnis als Freiwilligenarmee seit Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011.
Die Abbruchquote liegt weiter bei knapp 25 Prozent. "Hier werden wir weiterhin groĂe Anstrengungen darauf richten, die einmal gewonnenen Soldatinnen und Soldaten von einem Verbleib in der Bundeswehr zu ĂŒberzeugen", erklĂ€rte die Sprecherin.
MaĂnahmen dazu seien ein "transparenteres Erwartungsmanagement" bereits vor Dienstantritt, der Ausbau an heimatnahen Angeboten, attraktive Infrastruktur und sinnstiftende Ausbildung. Zudem sollen Unzufriedenen alternative Dienstoptionen aufgezeigt werden.
Bundeswehr bietet Weiterverpflichtungen an
VerstĂ€rkte Anstrengungen gab es auch, Soldaten ĂŒber ihre bisherige Dienstzeit hinaus fĂŒr eine weitere Verwendung zu gelingen. ErklĂ€rtes Ziel ist es, hoch qualifizierte militĂ€rische FachkrĂ€fte in den StreitkrĂ€ften zu halten. Rund 8.500 Soldatinnen und Soldaten seien ĂŒberzeugt worden, einen lĂ€ngeren Dienst in der Bundeswehr zu leisten. Dies ist eine Steigerung um sechs Prozent zum Jahr 2024.
Trotzdem: Die Zahl der Soldaten auf Zeit (SaZ) - die sich fĂŒr einen bestimmten Zeitraum verpflichten und keine Berufssoldaten sind - sank im vergangenen Jahr erneut auf nun 112.600. Jahresberichte der Wehrbeauftragten hatten in den vergangenen Jahren auf die Gefahr einer Ăberalterung der StreitkrĂ€fte hingewiesen, wenn zu sehr auf einer VerlĂ€ngerung bestehender DienstverhĂ€ltnisse gesetzt werde.

