Windkraft: EU-Kommission ermittelt gegen chinesische Unternehmen
09.04.2024 - 16:46:06 | dpa.deDie Behörde teilte am Dienstag mit, dass sie Hinweise habe, wonach bestimmte Windradhersteller von auslĂ€ndischen Subventionen profitiert hĂ€tten, die ihnen einen unlauteren Vorteil gegenĂŒber Konkurrenten verschafft hĂ€tten. Es steht der Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung im Raum. Konkret geht es um Leistungen fĂŒr Windparks in Spanien, Griechenland, Frankreich, RumĂ€nien und Bulgarien.
Bei einer Rede in Princeton in den Vereinigten Staaten drĂ€ngte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Nachmittag auf weitere Schritte. Es brauche mehr, als sich jeden Fall einzeln anzusehen. "Wir brauchen einen systematischen Ansatz. Und das mĂŒssen wir machen, bevor es zu spĂ€t ist", so die dĂ€nische Spitzenpolitikerin. Es dĂŒrfe sich nicht wiederholen, was der Solarindustrie passiert sei.
Hintergrund ist, dass immer weniger Solarmodule in Europa hergestellt werden, auch weil China und die USA die Ansiedlung solcher Fabriken gezielt fördern. Es wird befĂŒrchtet, dass China durch seine Subventionen auch in anderen wichtigen Wirtschaftsbereichen wie ElektromobilitĂ€t, Mikrochipproduktion oder eben der Windenergie europĂ€ische Firmen aus dem Markt drĂ€ngen könnte. Damit wĂŒrde auch die AbhĂ€ngigkeit Europas von Importen aus China steigen.
EuropĂ€ische Staaten können ihren Unternehmen nicht ohne Weiteres mit Steuergeldern unter die Arme greifen. In der EU gibt es strenge Regeln fĂŒr Staatshilfen. Damit soll verhindert werden, dass ein verhĂ€ltnismĂ€Ăig reiches und groĂes Land wie Deutschland seinen Unternehmen einen unverhĂ€ltnismĂ€Ăigen Vorteil etwa gegenĂŒber Konkurrenten aus kleineren LĂ€ndern wie Belgien oder Tschechien verschaffen kann.
RĂŒckendeckung bekommt die liberale Politikerin Vestager aus einem eher ungewöhnlichen Lager. Die industrie- und energiepolitische Sprecherin der deutschen Linken im Europaparlament, Cornelia Ernst, lobte das Vorgehen der Kommission. "Besonders interessant ist, dass Vestager dazu auffordert, alle zur VerfĂŒgung stehenden handelspolitischen Instrumente zu nutzen, um die europĂ€ische Industrie zu schĂŒtzen." Vestager gelte als bedingungslose Verfechterin des Freihandels, so Ernst. Daher sieht sie in ihren jetzigen Aussagen, dass sich der Ton in BrĂŒssel Ă€ndere.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

