Nach US-AnkĂŒndigung: EU warnt Trump vor neuen Sonderzöllen
12.03.2026 - 13:28:16 | dpa.deMan erwarte, dass sich die USA vollstĂ€ndig an den im vergangenen Sommer geschlossenen Zolldeal halten, sagte ein Sprecher der EuropĂ€ischen Kommission in BrĂŒssel. Auf jeden VerstoĂ gegen die Verpflichtungen aus dem Abkommen werde man "entschlossen und verhĂ€ltnismĂ€Ăig" reagieren.
Zugleich betonte der Sprecher, dass die Kommission bislang keinerlei Hinweise darauf erhalten habe, dass die Vereinigten Staaten von ihren Verpflichtungen abweichen wollten.
Die US-Regierung hatte zuvor Untersuchungen angekĂŒndigt, deren Ergebnisse auch als Grundlage fĂŒr neue Strafzölle dienen könnten. Bei ihnen soll es darum gehen, herauszufinden, ob strukturelle ĂberkapazitĂ€ten in Fertigungssektoren in der EuropĂ€ischen Union und in anderen LĂ€ndern zu Nachteilen fĂŒr die US-Wirtschaft fĂŒhren. Die Untersuchung stĂŒtzt sich auf einen Passus eines Handelsgesetzes von 1974. In der Vergangenheit hatten die USA diesen Mechanismus etwa genutzt, um Strafzölle gegen China zu verhĂ€ngen.
EU will gemeinsam mit USA gegen ĂberkapazitĂ€ten kĂ€mpfen
Der Sprecher der EU-Kommission sagte, die Kommission sei vom US-Handelsbeauftragten ĂŒber die Entscheidung fĂŒr die Untersuchungen informiert worden. Sie teile die Sorge der Vereinigten Staaten hinsichtlich struktureller ĂberkapazitĂ€ten in der Weltwirtschaft. Die Ursachen solcher ĂberkapazitĂ€ten seien jedoch klar identifiziert, und sie lĂ€gen nicht in Europa.
"Die EU ist eine marktwirtschaftlich geprĂ€gte Wirtschaft mit offenen MĂ€rkten und transparenten politischen Rahmenbedingungen", sagte der Sprecher. Die EU betrachte sich daher nicht als Verursacher struktureller ĂberkapazitĂ€ten, sondern als Partner bei der BekĂ€mpfung globaler Verzerrungen.
Die Herausforderungen lieĂen sich am besten durch Zusammenarbeit unter Partnern bewĂ€ltigen, wie dies auch in den Vereinbarungen aus dem vergangenen Sommer zum Ausdruck komme. Die Kommission werde die Einzelheiten der US-Untersuchung sorgfĂ€ltig prĂŒfen.
Noch viele Fragezeichen bei Zolldeal
Unklar ist weiterhin auch, welche Auswirkungen die jĂŒngste Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA zur Handelspolitik von Trump hat. Das Gericht hatte die Rechtsgrundlage fĂŒr einen GroĂteil der bisherigen Zölle des Republikaners fĂŒr rechtswidrig erklĂ€rt.
Trump lieĂ darauf ein Zollsystem einfĂŒhren, das dazu fĂŒhrt, dass einige Importe aus der EU derzeit mit ZollsĂ€tzen von ĂŒber 15 Prozent belegt sind. Das verstöĂt eigentlich gegen den Zolldeal aus dem vergangenen Jahr.
Aus EU-Sicht muss Trump zudem auch noch die Zölle auf Stahl- und Aluminiumexporte aus der EU senken, um das Abkommen vollstĂ€ndig einzuhalten. Die EU hat deswegen auch Handelserleichterungen fĂŒr US-Produkte noch nicht umgesetzt.
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