EuGH-Gutachten: Freigabe von EU-Milliarden an Ungarn nichtig
12.02.2026 - 11:14:40Die GeneralanwĂ€ltin schlug vor, den Beschluss fĂŒr nichtig zu erklĂ€ren. Sie stellte sich damit in wesentlichen Punkten hinter eine Klage des EuropĂ€ischen Parlaments. Das Gutachten ist fĂŒr die Richterinnen und Richter am EuGH nicht bindend, oft folgen sie ihm aber. Ein Urteil wird erst in einigen Monaten erwartet.
Die Kommission hatte im Dezember 2023 trotz anhaltender Kritik an VerstöĂen gegen rechtsstaatliche Prinzipien in Ungarn eingefrorene EU-Fördermittel in Höhe von 10,2 Milliarden Euro fĂŒr das Land freigegeben. Bei den Bedenken ging es unter anderem um die UnabhĂ€ngigkeit der Justiz. Die Kommission vertrat die Ansicht, dass eine Reform MĂ€ngel beseitigt habe. Aufgrund der MaĂnahmen sei die EU-Grundrechtecharta wirksam umgesetzt und angewandt worden - eine Voraussetzung fĂŒr den Erhalt der Fördergelder. Das sah das EU-Parlament anders und verklagte die Kommission vor dem höchsten Gericht der EU in Luxemburg.
Nach EinschĂ€tzung der zustĂ€ndigen GeneralanwĂ€ltin hatte die Kommission die Voraussetzungen fĂŒr die Auszahlung nicht ordnungsgemÀà geprĂŒft. Sie hĂ€tte erst nachweisen mĂŒssen, dass die erforderlichen gesetzlichen Reformen in Kraft getreten seien. AuĂerdem habe die BrĂŒsseler Behörde ihre Entscheidung nicht ordnungsgemÀà begrĂŒndet.
Klagen des Parlaments gegen EU-Kommission Ă€uĂerst selten
Das EU-Parlament hatte der Kommission darĂŒber hinaus einen Ermessensmissbrauch vorgeworfen. Sie habe ihre Entscheidungsbefugnis als Gegenleistung dafĂŒr missbraucht, dass Ungarn sein Veto gegen bestimmte dringende Entscheidungen im EuropĂ€ischen Rat aufgegeben habe, hieĂ es. Diesen Vorwurf hielt die GeneralanwĂ€ltin fĂŒr nicht ausreichend belegt.
Dass das EU-Parlament die Kommission vor den EuGH bringt, ist Ă€uĂerst selten. Kritiker des Vorgangs warnten, Ungarns MinisterprĂ€sident Viktor Orban könne sich dadurch weiter als Opfer einer politischen Kampagne des Parlaments inszenieren.
Wegen VerstöĂen gegen die Rechtsstaatlichkeit blockierte die EU schon hĂ€ufiger Milliardensummen fĂŒr das Land. Zuletzt waren nach Kommissionsangaben insgesamt rund 17 Milliarden Euro eingefroren.
@ dpa.de
Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Trading-Empfehlungen â dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.

