Aktien, Europa

Aktien Europa: Leichte Gewinne - Lage bleibt fragil

10.04.2026 - 12:21:19 | dpa.de

Die europÀischen AktienmÀrkte haben am Freitag leicht zugelegt.

Gute Vorgaben aus den USA und Asien stĂŒtzten, doch die ZurĂŒckhaltung der Marktteilnehmer war spĂŒrbar. Auch vage Hoffnungen im Ukraine-Krieg stĂŒtzten den Markt gegen Mittag.

"Die Anleger befinden sich weiter in einer Pattsituation", beschrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets, die Lage. "Einerseits bleibt die Situation im Nahen Osten unĂŒbersichtlich, andererseits bewegen sich einige Aktien von Unternehmen auf sehr interessanten Kursniveaus."

Der EuroStoxx 50 EU0009658145 gewann am Mittag 0,65 Prozent auf 5.934,69 Punkte. Außerhalb des Euroraums legte der Schweizer SMI CH0009980894 um 0,85 Prozent auf 13.271,52 Punkte zu, wĂ€hrend der britische FTSE 100 GB0001383545 0,37 Prozent auf 10.642,99 Punkte gewann.

Die Vorsicht der Investoren galt den schwierigen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. "Solange beide Seiten auf ihre Maximalforderungen bestehen, sieht es nicht gerade nach großer Entspannung aus", betonte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. "Nachdem eine schnelle Einigung eher unwahrscheinlich wirkt, dĂŒrften die FinanzmĂ€rkte volatil bleiben." Allerdings sei der Druck auf die Trump-Administration, den Krieg zu beenden, schon wegen der Zwischenwahlen im Herbst hoch.

Zu den Gewinnern gehörten die Bauwerte. Hier waren Holcim CH0012214059 mit fast vier Prozent gefragt. Neben Goldman Sachs hatte auch Exane BNP Paribas die Einstufung erhöht. WĂ€hrend der Goldman-Experte nach der Kurskorrektur seit Jahresbeginn das aktuelle Niveau als attraktiven Einstiegszeitpunkt betrachtet, hob der Exane-Analyst die jĂŒngsten Äußerungen des Managements positiv hervor.

Verluste verzeichneten dagegen die Ölwerte. Allerdings blieben diese angesichts der massiven Gewinne der Vorwochen ĂŒberschaubar, nachdem sich bei den Ölpreisen keine weitere Entspannung gezeigt hatte.

Die Experten der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg (LBBW) Ă€ußerten sich vorsichtig. "Entscheidend fĂŒr die Entwicklung der Energiepreise und damit auch der Konjunktur ist, ob der Krieg endet und die Straße von Hormus bald wieder frei befahrbar wird", hieß es. "Selbst nach einem Kriegsende dĂŒrfte es einige Zeit dauern, bis die VersorgungslĂŒcken geschlossen sind und die Energieinfrastrukturen wieder vollstĂ€ndig funktionieren." Die Preise dĂŒrften also nicht sofort auf das Vorkriegsniveau fallen.

Lediglich optischer Natur waren unterdessen die Verluste von Zurich Insurance CH0011075394, da die Aktie ex-Dividende gehandelt wurde. Die Abgaben von vier Prozent lasteten trotzdem auf dem Versicherungssektor, der schwÀchelte - ebenso wie andere eher defensive Sektoren wie Versorger und Telekommunikation.

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