Aktien Europa: Anleger werden wieder vorsichtiger - ASML unter Druck
16.04.2025 - 12:12:39Die Entwicklung stand damit einmal mehr im Bann der US-Zollpolitik. Aber auch Unternehmensnachrichten hinterlieĂen Spuren.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 sank am Mittag um 0,68 Prozent auf 4.936,82 Punkte. Auch auĂerhalb des Euroraums ging es nach unten. Der Schweizer SMI CH0009980894 sank um 0,86 Prozent auf 11.509,81 Punkte. Mit dem britischen FTSE 100 GB0001383545 ging es um 0,43 Prozent auf 8.213,63 Punkte abwĂ€rts.
Die MĂ€rkte reagierten zunĂ€chst mit etwas stĂ€rkeren Verlusten auf ernĂŒchternde Signale im Handelsstreit. So bleibt US-PrĂ€sident Donald Trump im Konflikt mit China hart. Im Handelsverlauf gaben dann aber Meldungen ĂŒber Verhandlungsbereitschaft Chinas etwas Auftrieb. China sei durchaus offen fĂŒr GesprĂ€che mit den USA im zuletzt eskalierten Handelskrieg zwischen beiden LĂ€ndern, knĂŒpfe diese aber offenbar an zahlreiche Bedingungen, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Von US-PrĂ€sident Donald Trump etwa fordere China mehr Respekt.
FĂŒr eine Trendwende reichte es nicht, denn angesichts der wechselhaften Entwicklung hielten Anleger sich zurĂŒck. "Die Investoren bleiben weiterhin sehr vorsichtig und agieren sehr selektiv", stellte Marktteilnehmer Andreas Lipkow fest. "Es gibt derzeit zu viele offene Fragen und kaum nachvollziehbare Prognosen, wie sich die globale Konjunktur in den kommenden Quartalen entwickeln wird."
Dies spiegelte sich auch in den Gewinnen der defensiven Branchen wider, die sich gegen den Gesamtmarkt im Plus hielten. Mit Nahrungsmittelherstellern, Versorgern und Telekommunikation standen die bekannten Sektoren an der Spitze. Auch die zinssensiblen Immobilienwerte waren gefragt. RĂŒcklĂ€ufige Renditen am Anleihemarkt gaben RĂŒckenwind. Zu mehr als kleinen ZuwĂ€chsen reichte es aber nicht.
Eindeutiger sah es am Tabellenende aus. Hier ragten Technologiewerte mit einem deutlichen Minus hervor. Dabei belasteten gleich mehrere Faktoren. So gab es ungĂŒnstige Nachrichten von Nvidia US67066G1040. Mit verschĂ€rften EinschrĂ€nkungen fĂŒr Lieferungen von KI-Chips nach China beschert die US-Regierung dem Halbleiter-Unternehmen EinbuĂen in Milliardenhöhe. Der Konzern werde eine Belastung von 5,5 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit LagerbestĂ€nden und Kaufzusagen verbuchen, hatte Nvidia mitgeteilt.
Den Sektor unmittelbar nach unten zogen unterdessen die Verluste des Schwergewichts ASML NL0010273215 nach neuen Zahlen. Dabei schlug weniger das Zahlenwerk als die AuftrÀge ins Kontor - die Bestellungen fielen von 7,1 Milliarden Euro im starken Vorquartal auf 3,9 Milliarden Euro. Sie bewegten sich damit am unteren Ende der Erwartungen, betonte Analyst Andrew Gardiner von der Citigroup. ASML verloren 4,7 Prozent.
Weit weniger tangierten die Zahlen von Nordea FI4000297767 den Kurs der skandinavischen Bank. Das Institut habe ein solides Quartal absolviert, schrieb Analyst Alexander Demetriou von Jefferies. Das Geldhaus sei auf einem guten Weg, um im laufenden Jahr eine Rendite auf das Eigenkapital von mehr als 15 Prozent zu erzielen. Die Aktie tendierte kaum verÀndert.

