Thyssenkrupp spricht mit Finanzinvestor ĂŒber Einstieg bei Marine-Sparte
19.03.2024 - 10:56:23So prĂŒfe das Unternehmen eine Kooperation mit dem US-Finanzinvestor Carlyle US14309L1026, teilte Thyssenkrupp am Dienstag in Essen mit. Eine vertiefte BuchprĂŒfung sei vereinbart worden, an deren Ende ein möglicher Teilverkauf des MarinegeschĂ€fts TKMS stehen könnte. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg ĂŒber einen möglichen Mehrheitsverkauf an Carlyle berichtet.
Die im MDax notierte Aktie verlor am Morgen 0,3 Prozent. Am Vortag hatte sie bereits um mehr als drei Prozent zugelegt. Von der FĂŒnf-Euro-Marke ist das Papier jedoch weiter noch ein StĂŒck entfernt. Die GesprĂ€che dĂŒrften noch eine geraume Zeit in Anspruch nehmen, sagte ein HĂ€ndler. Zudem belaufe sich der Anteil des Segments am operativen Gewinn auf Konzernebene nur auf rund zehn Prozent. Wichtiger, aber ungleich schwieriger sei eine Lösung fĂŒr das europĂ€ische StahlgeschĂ€ft.
Thyssenkrupp ist seit lĂ€ngerem auf der Suche nach Partnerschaften fĂŒr TKMS. Im vergangenen Jahr gab dann der Aufsichtsrat grĂŒnes Licht fĂŒr eine VerselbststĂ€ndigung. Mit einer EigenstĂ€ndigkeit sieht Thyssenkrupp zudem einen guten Ausgangspunkt fĂŒr eine mögliche nationale und europĂ€ische Konsolidierung in der Branche. Der Essener Konzern erhofft sich durch die weltweit wachsende Nachfrage zusĂ€tzliche Wachstumschancen fĂŒr sein MarinegeschĂ€ft. Mehrere Varianten sind dabei möglich: Der Einstieg von Fremdkapitalgebern, ein Börsengang oder Teilbörsengang und/oder ein Einstieg des Staates.
Die PrĂŒfung weiterer Kapitalmarktoptionen werde fortgesetzt, erklĂ€rte Thyssenkrupp daher auch. Zeitgleich laufen den Angaben zufolge weiter GesprĂ€che mit der Bundesregierung zur Beteiligung des Staates an TKMS. Oliver Burkhardt, im Vorstand von Thyssenkrupp auch fĂŒr das MarinegeschĂ€ft verantwortlich, hatte Mitte Februar erklĂ€rt, dass es bis Ende des ersten Halbjahres Klarheit ĂŒber einen möglichen Einstieg des Bundes geben soll. Er hofft dabei auf eine Beteiligung von 25,1 Prozent.
Bloomberg hatte am Vortag unter Berufung auf informierte Personen ĂŒber die Verhandlungen ĂŒber eine Ăbernahme eines Mehrheitsanteils von TKMS durch Carlyle berichtet. Der Kaufpreis könnte bei rund 1,5 Milliarden Euro inklusive Schulden liegen.
TKMS baut U-Boote, Kriegsschiffe sowie Schiffselektronik und maritime Sicherheitstechnologie. Das Unternehmen beschÀftigt in Kiel derzeit rund 3100 Menschen, insgesamt liegt die Mitarbeiterzahl bei rund 7800.
Thyssenkrupp befindet sich seit Jahren im Umbau und hat sich bereits von zahlreichen GeschĂ€ften getrennt. Hauptaugenmerk liegt jedoch auf einer Lösung fĂŒr das volatile StahlgeschĂ€ft. Im Ende September beendeten GeschĂ€ftsjahr 2022/23 hatten eine schwĂ€chere Nachfrage, gesunkene Preise und milliardenschwere Wertberichtigungen auf das GeschĂ€ft den Konzern tief in die roten Zahlen gedrĂŒckt.
Auch fĂŒr den Stahl plant Thyssenkrupp mit einer VerselbststĂ€ndigung. Mit dem tschechischen Energieunternehmen EPH des tschechischen Unternehmers Daniel KretĂnskĂœ laufen seit LĂ€ngerem GesprĂ€che ĂŒber eine 50:50-Partnerschaft.

