Niedrige, Gasspeicher-FĂŒllstĂ€nde

Niedrige Gasspeicher-FĂŒllstĂ€nde: GrĂŒne fordern Reiche zum Handeln auf

17.02.2026 - 14:29:52 | dpa.de

Die GrĂŒnen fordern Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche angesichts der niedrigen FĂŒllstĂ€nde der Gasspeicher zum Handeln auf.

Vor einer Sondersitzung des Bundestags-Ausschusses fĂŒr Wirtschaft und Energie sagte der GrĂŒnen-Energiepolitiker Michael Kellner der Deutschen Presse-Agentur, die Speicher seien mit 23,5 Prozent fĂŒr Mitte Februar sehr leer und der Winter dauere an. "Die Ministerin muss erklĂ€ren, wie sie ab April eine zuverlĂ€ssige und ausreichende BefĂŒllung der Speicher fĂŒr die kommende Heizperiode sicherstellen will."

Es sei seit SpÀtsommer 2025 abzusehen, dass es diesen Winter knapp werden könnte, so Kellner. "Unsere europÀischen Nachbarn haben besser vorgesorgt. Ebenso muss die Ministerin darlegen, ob sie eine Strategie gegen fossile AbhÀngigkeiten hat. Wer Deutschland weniger abhÀngig machen will, muss WÀrmepumpen und Erneuerbare Energien fördert und nicht wie Frau Reiche bekÀmpfen."

Reiche nimmt am frĂŒhen Abend an einer digitalen Sondersitzung des Wirtschafts- und Energieausschusses teil. Die Bundesnetzagentur und das Wirtschaftsministerium hatten die Versorgungslage als gesichert bezeichnet. Verwiesen wurde auf die inzwischen gut ausgebaute LNG-Infrastruktur in Deutschland und Europa, die neben der bestehenden Hauptversorgung durch norwegisches Pipelinegas die notwendigen Importe nach Deutschland ermögliche.

"Aufgrund der kalten WitterungsverhĂ€ltnisse sind die GasspeicherfĂŒllstĂ€nde unter die Marken der vergangenen Jahre gefallen", sagte Kerstin Andreae, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft. "Die Versorgung in diesem Winter ist dennoch grundsĂ€tzlich gesichert." Gasmengen seien auf dem globalen Markt derzeit ausreichend verfĂŒgbar. "Die eigentliche Herausforderung liegt in der rechtzeitigen und ausreichenden BefĂŒllung der Speicher vor dem nĂ€chsten Winter. HierfĂŒr muss die Bundesregierung den entsprechenden Rahmen setzen."

Forderung nach Gasreserve

Die gegenwĂ€rtigen geopolitischen Verwerfungen brĂ€chten neue UnwĂ€gbarkeiten und Risiken fĂŒr die Energieversorgung mit sich, so Andreae. "Der ungeplante Ausfall oder die gezielte Ausschaltung von Importrouten und -anlagen ist nicht mehr undenkbar. Dies wird besonders kritisch in Kombination mit gleichzeitiger extremer KĂ€lte. In solchen Situationen kommen MarktkrĂ€fte an ihre Grenzen."

Die Schaffung einer strategischen Gasspeicherreserve sei daher Absicherung von akuten KrisenfĂ€llen und unvorhersehbaren Extremereignissen ein sinnvolles Instrument, sagte Andreae. Sie mĂŒsse auf Notfallsituationen beschrĂ€nkt sein. Zuvor hatte sich bereits der PrĂ€sident der Bundesnetzagentur, Klaus MĂŒller, fĂŒr eine strategische Gasreserve ausgesprochen.

Kommender Winter

Timm Kehler, Vorstand des Verbands Gas- und Wasserstoffwirtschaft sagte, die eigentliche Herausforderung komme erst nach der aktuellen Heizperiode. Die Speicher mĂŒssten bis zum nĂ€chsten Winter wieder gefĂŒllt werden. "Weil die FĂŒllstĂ€nde jetzt aber deutlich niedriger sind als im vergangenen Jahr, mĂŒssen wesentlich grĂ¶ĂŸere Mengen eingespeichert werden." Die Bundesregierung mĂŒsse fĂŒr den nĂ€chsten Winter einen guten Rahmen fĂŒr den Erhalt und die BefĂŒllung der Gasspeicher schaffen. Die BefĂŒllung der Speicher ist fĂŒr Speicherbetreiber aus verschiedenen GrĂŒnden weniger wirtschaftlich geworden.

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