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Frankfurt Schluss: EZB-Zinssenkung lÀsst Dax kalt

12.12.2024 - 18:08:41

Die Leitzinssenkung der EuropÀischen Zentralbank (EZB) hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag nicht vom Hocker gerissen.

Der Dax DE0008469008, der knapp unter seinem Rekordhoch in den Handel gestartet war, hielt sich auch nach dem Zinsentscheid in etwa auf Vortagesniveau und schloss 0,13 Prozent höher bei 20.426,27 Punkten. Der MDax DE0008467416 sank letztlich um 0,43 Prozent auf 26.812,99 ZÀhler.

Auf europĂ€ischer BĂŒhne endete der EuroStoxx 50 EU0009658145 mit einem Plus von 0,1 Prozent. Auch die außerhalb der Eurozone liegenden Leitindizes in ZĂŒrich und London verbuchten moderate Gewinne. In New York hab der Dow Jones Industrial US2605661048 zuletzt um 0,2 Prozent nach.

Die EZB senkte zum vierten Mal in diesem Jahr den Leitzins. Sie reagierte mit einem Schritt um 0,25 Prozentpunkte auf die schwÀchelnde Konjunktur im Euroraum. Zudem wurden die Inflations- und Wachstumsprognosen leicht nach unten angepasst. Volkswirte rechnen damit, dass die Notenbank die Leitzinsen im nÀchsten Jahr noch weiter herabsetzen wird. Denn Handelskonflikte etwa mit den USA und ihrem wiedergewÀhlten PrÀsidenten Donald Trump könnten die schwÀchelnde Konjunktur in Europa zusÀtzlich unter Druck setzen.

"Das war nicht der letzte Schritt nach unten", konstatierte der Chefvolkswirt der DekaBank, Ulrich Kater. "Inzwischen haben die Konjunkturpessimisten im EZB-Rat ein großes Gewicht. Die Leitzinsen werden sich im kommenden Jahr mindestens auf ein neutrales Niveau von 2 Prozent abwĂ€rts bewegen", erwartet er.

Florian Heider, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts fĂŒr Finanzmarktforschung Safe kommentierte: "Die heutige Entscheidung zeigt, dass die EZB diese kleine Zinssenkung nutzt, um den vielen vorherrschenden Unsicherheiten, insbesondere von geopolitischer Natur, zu begegnen und die FinanzmarktstabilitĂ€t zu sichern. Die leicht gestiegene Inflation und die Entscheidung, die Zinsen zu senken, sind von den MĂ€rkten bereits eingepreist worden, was diese Entscheidung rechtfertigt."

Unter den Einzelwerten legten im Dax BASF DE000BASF111 um 0,4 Prozent zu. Analyst Thomas Schulte-Vorwick vom Bankhaus Metzler hatte den Chemiewert auf "Buy" hochgestuft und hĂ€lt ihn fĂŒr historisch gĂŒnstig. Die Chancen ĂŒberwögen inzwischen wieder die Risiken, schrieb er.

FĂŒr die Papiere von BMW DE0005190003, Mercedes DE0007100000 und Volkswagen DE0007664039 ging es zwischen 0,9 und 1,9 Prozent nach oben. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) will einem Pressebericht zufolge mit Ladestromguthaben und Steueranreizen den Kauf von Elektroautos ankurbeln. Vorgeschlagen wird, dass E-Autobesitzer beim Laden ihrer Fahrzeuge - zumindest fĂŒr einen gewissen Zeitraum - finanziell unterstĂŒtzt werden.

Im MDax legten Hensoldt DE000HAG0005 um 2,3 Prozent zu. Der RĂŒstungselektronik-Spezialist sprach am Kapitalmarkttag ĂŒber seine mittelfristigen Wachstumsambitionen und rechnet mit einer anhaltenden Auftragsflut. Die Anteilsscheine von Fraport DE0005773303 verteuerten sich um 2,8 Prozent. Der Flughafenbetreiber hatte Verkehrszahlen fĂŒr den Monat November vorgelegt.

Nemetschek DE0006452907 verloren 3,4 Prozent. Die US-Bank JPMorgan US46625H1005 nahm die Bewertung des Bausoftwarespezialisten mit "Underweight" auf. Die Gewinnentwicklung werde ĂŒberschĂ€tzt und die ĂŒppige Bewertung lasse kaum Spielraum fĂŒr EnttĂ€uschungen, hieß es.

Schott Pharma DE000A3ENQ51 gingen nach - Experten zufolge - durchwachsenen Zahlen und einem ebenfalls gemischten Ausblick auf Berg- und Talfahrt. Im spÀten Handel sackten sie auf ein Rekordtief von 23,60 Euro ab und schlossen 5,6 Prozent im Minus.

Der Euro EU0009652759 wurde zuletzt mit 1,0506 US-Dollar gehandelt. Die EuropÀische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0491 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,07 Prozent am Vortag auf 2,11 Prozent. Der Rentenindex Rex DE0008469107 fiel um 0,23 Prozent auf 127,17 Punkte. Der Bund-Future DE0009652644 sank zuletzt um 0,50 Prozent auf 135,15 ZĂ€hler./edh/nas

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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