MinisterprÀsidenten, Osten

MinisterprÀsidenten fordern fairen Umgang mit dem Osten

11.03.2026 - 20:12:19 | dpa.de

Die MinisterprĂ€sidenten von Sachsen-Anhalt, Brandenburg und ThĂŒringen sehen die ostdeutschen BundeslĂ€nder in Vergleich zu westdeutschen benachteiligt.

"Es geht nicht um Sonderbehandlung. Es geht einfach um Fairness", sagte Brandenburgs MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke bei der Infrastrukturkonferenz in Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt). So mĂŒsse zum Beispiel der Bau von Bahnstrecken "erkĂ€mpft" oder von den ostdeutschen LĂ€ndern bezahlt werden, wĂ€hrend in SĂŒddeutschland investiert werde. "Das ist einfach leidvoll", sagte der SPD-Politiker.

Einen weiteren Nachteil mit Blick auf die Infrastruktur sieht der Brandenburger beim Bau von BrĂŒcken. Es sei fĂŒr die Wirtschaft in Ostdeutschland ein Riesen-Nachteil, dass es viel zu wenige BrĂŒcken nach Polen gebe, sagte er. "Da etwas zu tun, wĂŒrde uns wirklich helfen, ĂŒbrigens auch Deutschland helfen."

Voigt: "Wir sind weiter in vielen Bereichen Champions League"

Auch ThĂŒringens MinisterprĂ€sident Mario Voigt sieht immer wieder eine Ungleichbehandlung zwischen Ost- und Westdeutschland. Ein Beispiel sei die Verteilung der Hauptsitze großer deutscher Unternehmen. "Dass die westdeutschen Headquarter die ProduktionsstĂ€tten hier im Osten zu machen, aber bei ihren Headquartern im Westen nicht sparen - das habe ich nicht unter Transformation verstanden", sagte ThĂŒringens Regierungschef.

Zwar gebe es Probleme, aber eben auch Potenzial, betonte der CDU-Politiker. "Wir sollten auch nicht so tun, als ob wir eine mittelmĂ€ĂŸige Kreisligamannschaft sind. Wir sind weiter in vielen Bereichen Champions League."

Schulze blickt trotz der Probleme optimistisch in die Zukunft

Um Dinge zu verĂ€ndern, brauche es auch Mut, betonte Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident Sven Schulze. "Du kannst was machen, wenn du das willst. Du musst nur den Mut haben, das auch wirklich machen zu wollen und dich durchsetzen gegenĂŒber denen, die das kritisch sehen", sagte der Parteikollege von Voigt.

Auch die Bundesbeauftragte fĂŒr Ostdeutschland, Elisabeth Kaiser (SPD), rĂŒckte die StĂ€rken der ostdeutschen LĂ€nder in den Vordergrund: "Der Osten ist damit kein Problemfall, sondern Teil der gesamtwirtschaftlichen RealitĂ€t - mit eigenen StĂ€rken und Potenzialen." In die Zukunft Ostdeutschlands blickt Schulze trotz vorhandener Probleme trotzdem optimistisch: "Mittelfristig werden Mitteldeutschland und Norddeutschland wirtschaftlich gesehen viel bessere Voraussetzungen haben als der SĂŒden."

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