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Frankfurt Eröffnung: Zollsorgen werfen Dax zurĂŒck

19.01.2026 - 09:57:21

Die runde Marke von 25.000 Punkten gerÀt im Dax DE0008469008 am Montag wieder ins Wanken.

Schuld sind Zollsorgen im Streit um Grönland, die den Anlegern am deutschen Aktienmarkt den Wochenstart verhageln. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte am Wochenende wegen des Grönland-Streits angekĂŒndigt, dass fĂŒr acht LĂ€nder aus Europa ab dem 1. Februar Strafzölle von 10 Prozent gelten sollen, ab dem 1. Juni Zölle dann sogar von 25 Prozent.

Der deutsche Leitindex Dax sank daraufhin in den ersten Handelsminuten um bis zu 1,5 Prozent auf rund 24.919 Punkte. Zuletzt schmolz das Minus etwas ab auf rund 0,9 Prozent bei 25.064 Punkten. FĂŒr die Vorwoche insgesamt hatte der Dax nur ein kleines Plus behauptet, nachdem er zwischenzeitlich mit einer Bestmarke von 25.507 Punkten an seine Rekordrally vom Jahresauftakt angeknĂŒpft hatte.

Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Börsenwerte lag am Montag mit 0,8 Prozent im Minus bei 31.648 Punkten, wĂ€hrend der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 1,1 Prozent verlor. Er hatte in der Vorwoche ebenfalls Rekorde erzielt.

Die US-Zölle sollen gelten, bis ein Abkommen ĂŒber den Kauf Grönlands durch die USA erzielt werde. Betroffen von den Zöllen sind acht europĂ€ische Nato-LĂ€nder, darunter auch Deutschland. EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa wird nun einen EU-Sondergipfel einberufen, womöglich am Donnerstag.

"Noch ist es Rhetorik. Noch bleiben zwei Wochen Zeit fĂŒr Verhandlungen", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Es drohe aber eine noch nie dagewesene Spirale aus Zöllen, Gegenzöllen und weiteren Maßnahmen. Anders als in frĂŒheren FĂ€llen, werde die EuropĂ€ische Union diesmal wohl nicht klein beigeben, vermutet Altmann. Der Höhenflug am Aktienmarkt sei jedenfalls zunĂ€chst vorbei, auch wenn der RĂŒckschlag zunĂ€chst ĂŒberschaubar bleibe.

Das Risiko weiterer Importzölle der USA auf Einfuhren europÀischer Nato-Staaten belastet vor allem die Kurse deutscher Automobilhersteller. Aktien von BMW DE0005190003, Volkswagen DE0007664039 und Mercedes DE0007100000 sanken durchweg um mehr als drei Prozent. Auch Technologiewerte waren schwach.

Deutliche Kursgewinne gab es mit fast 8 Prozent gegen den schwachen Markttrend hingegen bei Bayer DE000BAY0017 nach guten Nachrichten aus den USA. Worauf die Anleger spĂ€testens seit Anfang Dezember 2025 gehofft haben, ist eingetreten: Der Oberste Gerichtshof der USA hat am spĂ€ten Freitagabend den Glyphosat-Fall "Durnell" zur PrĂŒfung angenommen. Damit steigen die Aussichten auf ein Grundsatzurteil im jahrelangen, belastenden Rechtsstreit um den Unkrautvernichter.

Anfang Dezember hatte der sogenannte Solicitor General - eine Art Generalanwalt der US-Regierung - den Antrag des Konzerns auf PrĂŒfung des "Durnell"-Falls durch den US Supreme Court unterstĂŒtzt. Damals kletterten die Aktien erstmals seit Anfang 2024 wieder ĂŒber 35 Euro. Seither bauten sie ihre Erholungsrally um weitere 27 Prozent aus, die Bodenbildung nach jahrelangem Kursrutsch wird immer stabiler.

Auch den RĂŒstungswerten wie Rheinmetall DE0007030009, Renk DE000RENK730 und Hensoldt DE000HAG0005 hilft die geopolitische Unsicherheit, wĂ€hrend der europĂ€ische Autosektor EU0009658681 ob der Zollsorgen zeitweise auf das tiefste Niveau seit Oktober 2025 absackte.

Im Nebenwertebereich erholten sich Gerresheimer DE000A0LD6E6 nach einer Empfehlung der Investmentbank Oddo BHF um bis zu 3,6 Prozent. Der Finanzchef des Spezialverpackungs-Herstellers, Wolf Lehmann, habe auf eine Investorenkonferenz die Stabilisierung einiger Belastungsfaktoren des Vorjahrs signalisiert, schrieb der Experte Oliver Metzger. Das Schlimmste sei fĂŒr den Spezialverpackungs-Hersteller also wohl vorĂŒber. Gleichzeitig bleibe der grundsĂ€tzliche Wachstumstrend im Pharmabereich voll intakt.

@ dpa.de