Aktien Frankfurt: Siemens treibt Dax klar über 25.000 Punkte
12.02.2026 - 14:47:57Am Donnerstag gelang dem Leitindex der Sprung über sein bisheriges Februar-Hoch - anders als in den Tagen zuvor, als knapp über der Tausendermarke mehrfach Schluss war. Nun rückt der Januar-Rekord von 25.507 Zählern wieder in greifbare Nähe.
In Erwartung ebenfalls freundlicher US-Börsen lag der Dax DE0008469008 am Nachmittag mit 1,4 Prozent im Plus bei 25.195 Punkten. Beim Erreichen von Bestmarken schon etwas voraus ist der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145, der zuletzt um 0,8 Prozent stieg. Im MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen deutschen Werten war der Schwung mit einem Anstieg um 0,4 Prozent auf 31.750 Punkte jedoch geringer.
Gespannt warten die Anleger auf Inflationszahlen, die am Freitag in den USA auf der Agenda stehen. Diese sind der nächste wichtige Baustein, um den weiteren geldpolitischen Spielraum der US-Notenbank beurteilen zu können. Ein überraschend guter US-Jobbericht hatte am Vortag noch für Gegenwind gesorgt. Nach Angaben der Landesbank Helaba war er ein zweischneidiges Schwert, weil mit den Konjunktursorgen auch die Zinssenkungshoffnungen schwinden.
Mit einem Kurssprung um mehr als sechs Prozent auf ein Rekordniveau über 270 Euro gab Siemens DE0007236101 dem Dax einen starken positiven Impuls. Der Technologiekonzern hat den lange Zeit unangefochtenen Softwarekonzern SAP DE0007164600 als wertvollstes Unternehmen im Dax erneut abgelöst, nachdem der SAP-Kurs zuletzt von Sorgen vor einer KI-Bedrohung schwer belastet wurde.
Zur Rolle als Schwergewicht im Dax trug am Donnerstag bei, dass Siemens nach einem starken Geschäftsjahresauftakt seine Ergebnisprognose erhöhte. Analyst Alexander Hauenstein von der DZ Bank sah darin eine positive Überraschung und stellte die These auf, dass eine weitere Anhebung der Ziele im Jahresverlauf als Kurstreiber folgen könnte.
Dem Dax nach oben verhalfen außerdem die 4,2 Prozent höheren Titel der Deutschen Telekom DE0005557508. Anleger hakten hier durchwachsene Resultate von T-Mobile US US8725901040 ab. Analyst Mathieu Robilliard von Barclays sah sich von den Neuigkeiten der US-Tochter und guten Aussichten in Deutschland insgesamt ermutigt und bezeichnete den eingepreisten Abschlag als zu ausgeprägt. Den Aktien gelang ein Hoch seit September.
Auf der Schattenseite des Dax stand unter anderem Mercedes-Benz DE0007100000. Die Titel des Premium-Autobauers litten unter einem schwachen Schlussquartal und vorsichtigen Zielen für das neue Geschäftsjahr. Nach einem frühen Tief seit Ende Oktober konnten die Anteilsscheine ihr Minus aber im guten Aktienmarktumfeld deutlich eingrenzen auf weniger als ein Prozent.
Der direkte Konkurrent BMW DE0005190003 wurde zwar von Mercedes mitbelastet, die Anteile des Sportwagenbauers Porsche AG DE000PAG9113 schafften es aber zuletzt über die Gewinnschwelle. Im Zulieferbereich wurden die Continental DE0005439004-Anteile vom Konkurrenten Michelin FR0000121261 gestützt. Die Papiere des französischen Reifenherstellers reagierten auf angekündigte Aktienrückkäufe.
Mit fast drei Prozent Plus zeigten sich die Papiere der Deutschen Börse DE0005810055 erholt davon, dass sie sich zuletzt ihrem Tief seit August 2024 genähert hatten. Der Börsenbetreiber erfüllte die Erwartungen, indem er 2025 dank Übernahmen und guter Geschäfte rund um Finanzmarkt-Produkte so viel verdient hat wie noch nie.
Im MDax setzten sich die Titel von Fielmann DE0005772206 mit plus acht Prozent an die Spitze. Die Optikerkette überzeugte im Geschäftsjahr mit einem Rekordüberschuss. Analyst Volker Bosse von der Baader Bank schrieb, das Unternehmen sei mit seiner "Vision 2035" in guter Ausgangslage, um das Wachstum künftig aus eigener Kraft voranzutreiben.
Schlechte Nachrichten kamen vor allem vom SDax DE0009653386-Mitglied Hellofresh DE000A161408. Der Kurs des Kochboxenlieferanten sackte nach Eckdaten für das Jahr 2025 zeitweise prozentual zweistellig in Richtung Rekordtief ab. Davon übrig blieb zuletzt noch ein fast sieben Prozent hoher Abschlag. Jefferies-Experte Giles Thorne verwies darauf, dass der Nettoumsatz stärker gesunken sei als befürchtet.
@ dpa.de
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